22:32 18 Juli 2018
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    Löwenjunge (Symbolbild)

    „Kein Platz“: Schwedischer Zoo tötet neun kerngesunde Löwenjunge

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    Gesellschaft
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    Der Direktor des schwedischen Zoos „Boras Djurpark“, Bo Kjellson, hat in einem Gespräch mit dem schwedischen Sender SVT eingestanden, dass seine Mitarbeiter neun gesunde Löwenjunge eingeschläfert haben, weil sie keinen Platz für sie finden konnten.

    Laut Kjellson musste der Zoo, der sich unweit von Göteborg befindet, solche radikalen Maßnahmen treffen, weil das Rudel diese Jungen nicht angenommen hatte. Andere Zoos hätten die Tiere nicht nehmen können.

    „Wir haben lange versucht, sie zu verkaufen oder in andere Zoos umzusiedeln, leider hat niemand zugestimmt. In dieser Zeit haben im Rudel grausame Balgereien begonnen, und wir mussten einige Tiere entfernen“, so der Direktor.

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    Er betonte, den Vorfall nicht verheimlichen zu wollen, und bezeichnete ihn als einen „traurigen, aber unumgänglichen Teil der Arbeit mit Löwengruppen“.

    In den letzten fünf Jahren wuchsen nur zwei von 13 Löwenjungen auf. Zwei starben an Krankheiten, andere wurden eingeschläfert.

    Dass Zoos Tiere einschläfern lassen, stelle den Sinn solcher Institutionen in Frage, so die Wissenschaftlerin Helena Pedersen von der Universität Göteborg.

    „Offensichtlich widerspricht das den Vorstellungen der Gesellschaft von Zoos. Ich glaube, wir müssen darüber nachdenken, warum es für uns wichtig ist, Zoos zu haben, und ob es den Preis wert ist, den die Tiere dafür zahlen“, sagte die Forscherin gegenüber SVT.

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    Das war nicht das erste Mal, dass skandinavische Zoos gesunde Tiere töten. Der Zoo im dänischen Aalborg hatte seine beiden Braunbären getötet, weil eine artgerechte Haltung im Gehege nicht möglich war und die Tiere „sich langweilten“. Ende 2017 schlugen zwei Zoos in Dänemark den Besuchern vor, ihre Haustiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen als Futter für Löwen, Tiger und Wölfe zu bringen und zu beobachten, wie diese gefressen werden.

    2014 hatte der Zoo Kopenhagen eine anderthalb Jahre alte gesunde Giraffe getötet. Dadurch soll die genetische Vielfalt in einem Zuchtprogramm erhalten werden. Ein Jahr später sezierte der Zoo in der dänischen Stadt Odense öffentlich den Kadaver einer jungen Löwin, die bereits neun Monate zuvor getötet worden war, um Inzest zu verhindern.

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    Löwin, Giraffen, Bär, Junge, Löwen, töten, Tierschutz, Tierquälerei, Tierquäler, Tiere, Tier, Zoo, Göteborg, Schweden, Dänemark, Kopenhagen, Skandinavien
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