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    Rose McGowan

    Freizügiges FOTO von Weinstein-Opfer McGowan spaltet russische Nutzer

    © AFP 2018 / NICHOLAS KAMM
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    Der russische Journalist Juri Dudkin hat auf seiner Facebook-Seite ein Foto der US-Schauspielerin Rose McGowan veröffentlicht. Das Bild stammt aus dem Jahr 1998 und zeigt die Frau auf rotem Teppich in einem freizügigen Fischernetz-Kleid. In den Kommentaren ist eine hitzige Diskussion losgegangen.

    „Rose McGowan, die als eine der ersten den Produzenten Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung beschuldigt hat. Damit ist alles gesagt“, schrieb Dudkin zu dem Foto.

    Mehr als 250 Menschen haben seinen Beitrag inzwischen kommentiert. Die meisten Nutzer kritisierten das Outfit und schrieben, das Kleid selbst stelle eine Belästigung von Männern dar.

    „Das ist Scheinheiligkeit in ihrer reinsten Form“, lautet einer der Kommentare.

    „Sieh mal! So eine keusche Frau“, schrieb Jekaterina Babanowa.

    „Man sollte Weinstein Schmerzensgeld zahlen“, so Wladimir Ustitsch.

    „Ich glaube, man könnte so ein Outfit als Belästigung von Männern bewerten und sie verklagen“, kommentierte Ekaterina Menshova.

    „Sie provoziert doch selbst!“, lautete ein weiterer Kommentar.

    Doch es gab nicht wenige derer, die die Schauspielerin unterstützten und darauf hinwiesen, dass die Art, wie sich eine Frau anzieht, keine Rechtfertigung für sexuelle Übergriffe sein dürfe.

    „Und? Das gibt niemandem das Recht, sie ohne ihr Einverständnis anzufassen“, schrieb die Nutzerin Julia Aug.

    „Wahnsinn, was für Moralisten sich hier versammelt haben. Wenn du nackt bist, kann man dich also belästigen?“, schrieb ein anderer User.

    „Und selbst wenn sie nackt gekommen wäre, was dann? Belästigungen ohne ihr Einverständnis sind deshalb nicht gerechtfertigt. Ihr Körper ist ihre Sache“, so der Nutzer Jegor Sedow.

    „Ist es etwa schon erlaubt, nackte Frauen zu vergewaltigen?“, schrieb ein weiterer.

    Eine der Nutzerinnen wies jedoch darauf hin, McGowan habe sich damals für das Kleid aus Protest gegen das sogenannte „Slutshaming“ entschieden – die Praxis, Frauen aufgrund ihres Verhaltens oder Kleidungsstils anzugreifen und ihnen Schamgefühle einzureden.

    McGowan hatte im vergangenen Oktober getwittert, Harvey Weinstein habe sie vergewaltigt. Der Sex-Skandal um den prominenten Hollywood-Produzenten hatte zuvor eine Welle von Enthüllungen über sexuelle Belästigungen losgetreten: Mehr als Hundert Frauen haben das Schweigen gebrochen, und zwar nicht nur in Hollywood.

     

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