00:08 26 April 2018
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    Burka (Archivbild)

    Dresden: Volkshochschule lehrt, wie man Burka tragen muss

    © AP Photo / Amr Nabil
    Gesellschaft
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    Die Volkshochschule Dresden hat einen Kurs über „Kleiderordnungen im Islam“ abgehalten, wie von der Webseite der VHS hervorgeht. Der neue Lehrgang sorgt für Aufregung.

    „Farbenfrohe Kopfbedeckungen machen neugierig auf ihre Trägerinnen. Die unterschiedlichen Farben, Formen, Bindetechniken und Materialien geben Hinweise auf die kulturellen Hintergründe, “ heißt es in der Kursbeschreibung.

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    Der Unterricht findet bei freiem Eintritt statt und wird von der Stadt Dresden gefördert. Der Kurs diene zur Information, so die VHS, insbesondere für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit, die mit arabischen Flüchtlingen in Kontakt stünden. Die Veranstaltung lade jeden ein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und ein eigenes Urteil zu bilden.

    Jörg Kiesewetter, der integrationspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, übte an dem Kurs gegenüber der „Bild“-Zeitung heftige Kritik: „Dieser Kurs strotzt vor Naivität. Wir wollen eine Gesellschaft, wo wir uns in die Augen schauen können und nicht lernen müssen, wie man sich verschleiert.“

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    Wenig Verständnis kommt auch von der muslimischen Frauenrechtlerin Seyran Ates. Sie befürchtet, dass die Lehrinhalte ein traditionelles Rollenbild der Frau im Islam verfestigen und gleichzeitig Frauen, die sich bewusst gegen eine Kopfbedeckung entschieden haben, ignorieren.

    „Mit der in der Kursbeschreibung verwendeten Sprache werden unkritisch die Weltanschauungen hinter der Bedeckung verniedlicht: Eine Gesellschaft, in der die Geschlechter weitestgehend voneinander getrennt sind“, so Ates gegenüber dem „Bild“.

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    Tags:
    Muslime, Burka, multikulturelle Gesellschaft, Gesellschaft, Religionsfreiheit, Religion, Studium, Studierende, Migrationshintergrund, Niqab, Hidschab, Burkaverbot, Schleier, Vollverschleierung, Frauenkleidung, Frauen, Islamisierung, Islamfeindlichkeit, Islam, Migration, Flüchtlinge, Migranten, Einwanderung, Einwanderer, Dresden, Deutschland