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15:31 22 Oktober 2019
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    Nach dem Luftangriff, Leningrad (Archiv)

    Todgefährlich und lebenswichtig: Bahn-Nachschub für Leningrad per „Straße des Sieges“

    © Sputnik / Boris Kudoyarow
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    Bei eisiger Kälte und unter ständigem Beschuss wurde diese Eisenbahnstrecke rekordschnell gebaut, um das von den Hitler-Truppen belagerte Leningrad mit Lebensmitteln und Munition zu versorgen.

    Wie der TV-Sender Swesda berichtet, wurde gleich nach dem Durchbruch der Leningrader Blockade im Januar 1943 beschlossen, schnellstens eine Eisenbahnstrecke zwischen der Station Poljany und der Stadt Schlüsselburg zu bauen.

    Die 33 Kilometer lange Strecke verlief am linken Ufer der Newa und am südlichen Ufer des Ladogasees. Der Bau fand unter harten Winterbedingungen statt, dazu noch in einer sumpfigen Gegend ohne Zufahrtswege. Dabei mussten drei Brücken errichtet werden. All dies erfolgte unter ständigem Beschuss – die deutschen Artilleriestellungen lagen zum Teil nur drei bis vier  Kilometer entfernt. Trotzdem wurden die Arbeiten rekordschnell geleistet – innerhalb von 20 Tagen.

    Bereits am 7. Februar 1943 brachte eine Dampflok einen Güterzug mit Lebensmitteln und Munition in die belagerte Stadt. In den nächsten Monaten liefen die Transporte ununterbrochen weiter. Diese Eisenbahnstrecke wurde als „Straße des Sieges“ bezeichnet – im Unterschied zur „Straße des Lebens“, die im Winter Autotransporte über den zugefrorenen Ladogasee ermöglichte.

    Während die Bahnstrecke funktionierte, versuchten die sowjetischen Truppen monatelang, den Korridor zu erweitern und günstigere Bedingungen für die Transporte zu schaffen. Es gelang jedoch nicht, dabei deutliche Fortschritte zu erzielen. Die Stellungen des Gegners befanden sich nach wie vor in unmittelbarer Nähe.

    Für die Hitler-Truppen war die Schlüsselburg-Bahnstrecke, betont der Sender in seinem Bericht, eine „Gräte im Hals“. Dieser Nachschubweg störte die Deutschen dabei, Leningrad doch noch zu erobern, deshalb versuchten sie vehement, zunächst den Bau und dann den Betrieb zu vereiteln – durch ständige Artillerie- und Luftangriffe, bei denen vor allem die Brücken ins Visier genommen wurden.

    Um die deutsche Artillerie in diesem Gebiet zu bekämpfen, wurden spezielle sowjetische Einheiten mit Geschützen großer Reichweite aufgestellt. Leichtere Kanonen kamen ebenfalls massiv zum Einsatz. Ihren Beitrag zum Schutz der Züge leistete auch die Flugabwehr.

    „Diese Gegenmaßnahmen sicherten eine noch höhere Effizienz der Eisenbahnverbindung mit dem belagerten Leningrad, die Züge kursierten regelmäßiger. Trotzdem gelang es nicht, Verluste zu vermeiden: Während des Betriebs dieser Strecke kamen 110 Eisenbahner ums Leben, 175 weitere wurden verletzt“, heißt es in dem Bericht zum Schluss.

    Die Eisenbahnstrecke funktionierte bis zum 10. März 1944. Die Leningrad-Blockade hatte am 8. September 1941 begonnen und wurde am 27. Januar 1944 vollständig aufgehoben.

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    Tags:
    Nazi-Deutschland, Geschichte, Bahn, Blockade, Artillerie, Zweiter Weltkrieg, Leningrad, UdSSR