00:00 16 Dezember 2018
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    Standort deutscher Niederlassung von Gazprom in Berlin (Archivbild)

    US-Strafen für EU-Firmen wegen Russland? Deutsche und Polen uneinig

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    Um eine neue Pipeline aus Russland nach Deutschland zu verhindern, wollen die USA nun auch EU-Firmen mit Sanktionen belegen. Die meisten Deutschen lehnen eine solche Behandlung durch ihren Hauptpartner aus Übersee ab. Jeder fünfte Bundesbürger findet es jedoch vertretbar, dass US-Wirtschaftsinteressen auch gegen EU-Firmen durchgesetzt werden.

    Wie eine Sputnik-Studie zeigt, halten 61 Prozent der Deutschen es für inakzeptabel, dass Partner gegeneinander Sanktionen verhängen. Weitere 20 Prozent halten es für vertretbar. 

    In Frankreich klafft die Schere zwischen den Gegnern und den Befürwortern der US-Sanktionen gegen die EU noch weiter auseinander: 65 Prozent gegen 14 Prozent.

    In Polen sind mit 39 Prozent deutlich mehr Menschen bereit, US-Sanktionen auch mitzutragen, wenn sie Firmen in der Europäischen Union zum Nachteil gereichen. Für weitere 37 Prozent sind Strafmaßnahmen immerhin kein Umgang unter Partnern.

    Die USA hatten im August ein neues Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet. Dieses richtet sich diesmal jedoch gegen alle, darunter auch deutsche Unternehmen, die sich an der Instandsetzung, der Modernisierung oder dem Ausbau russischer Exportpipelines beteiligen. Damit soll vor allem das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 verhindert werden, das russisches Gas direkt – unter Umgehung der Ukraine und anderer Transitländer – nach Deutschland und von dort aus in weitere EU-Länder transportieren soll.

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    Für Europa würde ein Wegfall des Pipelineprojekts Nord Stream 2 nach Angaben des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft höhere Energiepreise und wachsende Unsicherheit bei der Energieversorgung bedeuten. In westeuropäischen Staaten stießen die neuen US-Sanktionen deshalb sowohl in der Politik als auch bei der Wirtschaft auf Ablehnung.

    Frankreichs ältestes Meinungsforschungsinstitut Ifop hat im Auftrag von Sputnik vom 20. bis zum 27. September vergangenen Jahres 803 Menschen über 18 Jahre in Deutschland, 807 in Frankreich, 816 in Polen und 802 in Großbritannien befragt. Den Interviewten wurden drei Antworten angeboten, aus denen sie auswählen mussten:
    — Die Sanktionen der USA sind im Umgang mit ihren europäischen Partnern inakzeptabel;
    — Die Sanktionen der USA sind akzeptabel, selbst wenn sie europäischen Unternehmen schaden;
    — Weiß nicht.

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    Nord Stream 2, Gazprom, EU, Europäische Union, Polen, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Russland