20:41 20 Februar 2018
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    Angehöriger des Russischen Zivilschutzministeriums bei einer Übung (Archiv)

    Russischer Zivilschutz veröffentlicht mögliche Kriegsszenarien gegen Russland

    © Sputnik/ Sergey Pivovarov
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    In den letzten Jahren haben sich die globalen Bedrohungen und die Strategien der führenden Militärmächte erheblich verändert – insbesondere die Entwicklung von hochpräzisen Waffen führt zu neuen Gefahrenkonstellationen. Nun hat das russische Zivilschutzministerium die aktuelle Gefahrenlage bewertet und neue Reaktionsmaßnahmen vorgeschlagen.

    Laut dem russischen Zivilschutzministerium haben sich die militärischen Bedrohungen für Russland in der letzten Zeit signifikant verändert. Ein massiver Angriff mit Massenvernichtungswaffen, darunter auch mit Atomwaffen, auf das gesamte russische Territorium sei äußerst unwahrscheinlich geworden.

    Ein Flächenangriff zur umfassenden Vernichtung der russischen Bevölkerung sei nicht zu erwarten.

    Viel eher würden stattdessen gezielt Objekte der Staatsführung, Informationszentren und kritische Infrastrukturobjekte für die Lebenserhaltung der Bevölkerung zum Ziel potentieller präziser Angriffe werden.

     

    „Bei der Prognostizierung der Situation wird von der Grundannahme ausgegangen, dass Angriffe zur gezielten Vernichtung der Zivilbevölkerung der Russischen Föderation von einem potenziellen Feind nicht ausgehen werden. Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen, darunter Atomwaffen, ist unwahrscheinlich“, heißt es in der Analyse des Ministeriums.

    Den Autoren zu Folge wird im Falle eines Konfliktes die Bevölkerung nicht etwa durch die direkten Auswirkungen eines atomaren Schlages gefährdet sein, sondern vielmehr durch die sekundären Auswirkungen, die von der „lokalen Zerstörung“ durch hochpräzise Waffen potentiell gefährlicher und kritischer Infrastrukturobjekte ausgehen werden.

    Zu den größten Gefahren werden dabei vor allem chemische und radioaktive Verschmutzung sowie großflächige Brände und Überschwemmungen gezählt.

    Bereits zuvor wurde berichtet, dass das russische Zivilschutzministerium neue Vorgehensweisen für den Fall von Kriegshandlungen auf dem russischen Territorium vorschlägt. Statt Massenevakuierungen der gesamten Bevölkerung sollen eher lokalere, dafür aber schnellere Evakuierungen von Menschen aus dem konkret betroffenen Gebiet durchgeführt werden.

    Die höchste Priorität sollen dabei Gebiete mit radioaktiver oder chemischer Verschmutzung erhalten.

    Gleichzeitig positionieren sich die Autoren des Berichtes klar als nicht-militärische Behörde, deren Hauptziel es sei, die Bevölkerung vor Natur- und von Menschen geschaffenen Katastrophen zu schützen, und nicht etwa, militärische Szenarien durchzuspielen.

    „Die Bewertung der Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Angriffs auf das Territorium der Russischen Föderation sowie die Prognose von Kriegsszenarien fällt nicht in die Zuständigkeit des Zivilschutzministeriums", erklärte in diesem Zusammenhang ein Vertreter der Behörde.

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    Tags:
    radioaktive Verschmutzung, Naturkatastrophen, hochpräzise Waffen, Angriffsszenarien, Zivilbevölkerung, Massenvernichtungswaffen, Atomangriff, Verseuchung, Infrastruktur, Atomwaffen, Russlands Zivilschutzministerium, Russland
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