02:18 16 Oktober 2018
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    Roboter im Olympischen Dorf Pyeongchang

    Wenn die Roboter kommen: „Zur Elite werden Menschen gehören, die…“

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    Was sollen die Menschen von morgen tun, wenn die Roboter die Industrie fast völlig besetzen? Der russische Futurologe Sergej Pereslegin sieht einen Ausweg. Er verweist auf jene geschichtlichen Erfahrungen, die mit der Herausbildung neuer Eliten zusammenhängen.

    In einem Gastbeitrag für die Zeitung „Iswestija“ schreibt Pereslegin, derzeit gebe es generell zwei Konzepte für eine robotisierte Welt: „Die Chinesen setzen auf billige Roboter mit einer niedrigen künstlichen Intelligenz, die entweder unqualifizierte Arbeiten ausführen oder bei qualifizierten Arbeiten helfen sollen. Europa und die USA setzen auf ‚echte‘ Roboter, deren künstliche Intelligenz in der Lage sein soll, den Turing-Test zu bestehen.“

    Wenn die Roboter kommen, wird das Personal von Industriebetrieben laut Pereslegin um Größenordnungen schrumpfen: „Zwar könnte man versuchen, die Menschen in der Kreativwirtschaft zu beschäftigen, doch die künstliche Intelligenz wäre in der Lage, auch dort zu arbeiten. Außerdem gibt es sehr wenig Menschen, die zu einem richtig schöpferischen Wirken fähig sind.“ Dies ist also nach Ansicht des Analysten eine halbe Maßnahme und keine Lösung.

    „Nun ein Ausweg bleibt übrig: Man muss die geschichtlichen Erfahrungen berücksichtigen. Die Lese- und Schreibkompetenz hatte einst den Menschen automatisch zu einem Bestandteil der regierenden Eliten gemacht – oder zumindest zu einem Bestandteil der oberen Mittelschicht. Dann kam die Zeit der allgemeinen Alphabetisierung – und ‚soziale Fahrstühle‘ begannen, Menschen mit Hochschulbildung nach oben zu befördern. Später wurde auch die Zahl solcher Menschen sehr groß; nur besonders Gebildete wurden nun in die Oberschicht kooptiert“, so der Kommentar.

    „Das geschichtliche Gesetz ist simpel: Jede Zäsur in Sachen Produktionsmittel zerbricht die soziale Pyramide und baut sie neu auf. Kenntnisse, die zuvor elitär waren, werden allgemein zugänglich. Gleichzeitig entsteht aber auch eine neue Vorstellung vom Elitismus“, schreibt der Analyst.

    Er prognostiziert: „Die Elite der neuen Gesellschaft wird sich aus jenen Menschen zusammensetzen, die in der Lage sein werden, etwas zu tun, was die Roboter nicht können. Sie werden also vermögen, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, das Funktionierende vom Nichtfunktionierenden, den Nutzen vom Wohl, das Immanente vom Transzendenten und so weiter.“

    „Ausgerechnet sie werden in zwanzig Jahren eine neue und ziemlich massenhafte Mittelschicht bilden. Sie werden zu einer produktiven Arbeit in einer robotisierten Welt zugelassen und fähig sein, gemeinsam mit künstlichen Intelligenzen in Mensch-Maschine-Systemen zu arbeiten. Um diesen Ausweg zu verwirklichen, sollte man die Kinder allerdings bereits heute auf eine neue Art und Weise unterrichten“, mahnt Pereslegin.

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    Tags:
    Industrie, Forscher, Prognose, Elite, Entwicklung, Technologien, Zukunft, Menschen, Gesellschaft, Roboter, USA, China