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15:03 21 Oktober 2019
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    Verbrennung einer riesigen Kunst-Installation aus Holz im russischen Artpark „Nikola-Lenivets“

    Russen verbrennen Riesenkopie von Kathedrale: Moskauer Patriarchat stutzt – VIDEO

    © Sputnik / Jewgenija Nowoshenina
    Gesellschaft
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    Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat die Verbrennung einer riesigen Kunst-Installation aus Holz, die einer gotischen Kathedrale ähnelt, im russischen Artpark „Nikola-Lenivets“ im Rahmen der Masleniza-Feierlichkeiten verurteilt. Die Organisatoren verteidigen die Aktion: Die Performance sei falsch verstanden worden.

    Kirche reagiert mit Unverständnis

    Der stellvertretende Leiter der synodalen Abteilung für Verhältnisse der Russisch-Orthodoxen Kirche zur Gesellschaft und den Medien, Wachtang Kipschidse, erklärte gegenüber Sputnik, die Verbrennung des Nachbaus einer gotischen Kathedrale könne bei Gläubigen nur Unverständnis hervorrufen.

    „Die Symbole des Christentums, unabhängig davon, zu welchem Zweig sie gehören – zum westlichen oder zum östlichen –, sollen geachtet und unantastbar sein“, sagte Kipschidse.

    Die Kirche gehe davon aus, so Kipschidse weiter, dass der Künstler, unabhängig davon, von welchen schöpferischen Ideen er sich leiten ließ, wissen sollte, dass die Verbrennung eines gotischen Gebäudes bei einigen Menschen Assoziationen mit einer Kathedrale wecken kann, die zur Kultur des westlichen Christentums gehört.

    „Wir leben außerdem in keinem politischen Vakuum und können ungewollte Assoziationen mit den Ereignissen in der Ukraine nicht ausschließen, wo reale Gotteshäuser der kanonischen Kirche verbrannt werden“, so Kipschidse.

    Organisatoren verteidigen die Performance

    Der künstlerische Leiter des Artparks „Nikola-Lenivets“, Nikolaj Polisskij, hat seinerseits erklärt, das Feuerbildwerk „Flamboyant“, das verbrannt worden war, sei keine gotische Kathedrale gewesen.

    „Man hat uns einfach missverstanden“, sagte Polisskij gegenüber Sputnik. „Wir haben ein Feuer angelegt und keine Kathedrale verbrannt. Es ist eine Feuerstelle, in deren Flammen unsere Version der Bauart ‚Flamboyant‘ entstehen sollte. Es steht in keinem Zusammenhang mit Religion oder etwas Antiklerikalem. Es war keine Kathedrale, es gab dort keine Kreuze und keinen Altar. Es war nur eine Feuerstelle.“

    Er fügte hinzu, die Menschen, die der Aktion beiwohnten, hätten diese Anlage als Schloss bezeichnet. Die Veranstalter der Performance hätten schon einem Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche eine Erklärung gegeben, und er sei damit zufrieden gewesen, so Polisskij.

    Später entschuldigte sich Polisskij auf seiner Facebook-Seite für die Performance und betonte dabei, er habe damit niemanden beleidigen wollen.

    Heidnisches Fest 

    Die Masleniza (zu Deutsch: „Butterwoche“) ist ein traditionell slawisches Fest zum Ende des Winters, das eine Woche dauert. Sie ist eine ursprünglich heidnische und keine christlich-orthodoxe Feier, korrespondiert dennoch mit dem christlichen Festzyklus. Am Ende der Masleniza – am sogenannten „Tag der Vergebung“ – verbrennt man eine Riesenscheuche, die als Symbol für den Winter steht.

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    Tags:
    Religion, Winter, Fest, Gotik, Kathedrale, Christentum, Installation, Kunst, Verbrennung, Masleniza, Nikola-Lenivets, Russisch-orthodoxe Kirche, Nikolaj Polisskij, Wachtang Kipschidse, Russland