19:45 19 April 2018
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    Angst vor russischen Internetnutzern? CDU sperrt Homepage in Russland

    © AFP 2018 / JOHANNES EISELE
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    Die CDU gibt sich gerne als offene und volksnahe Partei, gerne soll man sich über ihre Ideen, ihr Programm und alles weitere informieren. Zumindest gegenüber russischen Internetnutzern scheint dies aber nicht (mehr) zu gelten – die Partei hat nämlich in Russland ihre Homepage blockiert, die Inhalte können nicht mehr eingesehen werden.

    Die CDU hat anscheinend ihre Internetseite – www.cdu.de – auf dem Gebiet der Russischen Föderation blockiert. Versuchen Internetnutzer die entsprechende Seite aufzurufen, erscheint eine Fehlermeldung, dass die Seite nicht mehr erreichbar ist.

    Sputnik-Korrespondenten und Partner haben über eine längere Zeit hinweg aus verschiedenen Regionen Russlands von unterschiedlichen Geräten aus – PC, Smartphones, Tabletts – versucht, die CDU-Seite aufzurufen, vergeblich.

    Offensichtlich wurde die Blockierung der Internetseite in Russland von der CDU bewusst eingeführt, um russischen Staatsbürgern den Zugang zur Homepage der deutschen Regierungspartei zu sperren.

    Screenshot des Internetbrowsers nach dem Versuch, die CDU-Seite in Russland aufzurufen:

    Die CDU-Homepage ist in Russland nicht erreichbar. Diese Fehlermeldung erscheint unabhängig der Region, des Gerätes oder des Zeitpunktes des Seitenaufrufs.
    © Foto : Screenshot
    Die CDU-Homepage ist in Russland nicht erreichbar. Diese Fehlermeldung erscheint unabhängig der Region, des Gerätes oder des Zeitpunktes des Seitenaufrufs.

    Die Gründe für den faktischen Ausschluss russischer Interessenten vom Informationszugang sind dabei unklar.

    Telephonisch wollte sich die Pressestelle der CDU in Berlin bei einem Anruf eines Sputnik-Redaktionsmitglieds dazu nicht äußern und verwies darauf, die Anfrage per E-Mail an den CDU-Ansprechpartner für Medien zu schicken. Diese blieb jedoch auch mehr als eine Woche nach dem Absenden unbeantwortet.

    Offenbar soll das Thema seitens der regierenden Partei „weggeschwiegen“ werden.

    Warum die CDU diesen ungewöhnlichen Schritt unternahm, bleibt daher nur zu erahnen.

    Ein Zusammenhang könnte theoretisch bestehen mit:

    Auch bleibt weiterhin unklar, wann die Sperrung eingeführt worden ist sowie ob und wann sie wieder aufgehoben werden soll.

    Während es über die Gründe der Internetblockade somit nur Fragen über Fragen gibt, besteht eine Gewissheit:

    Auch wenn russische Internetnutzer es wollten, könnten sie über die CDU-Homepage nichts über die deutsche Regierungspartei erfahren oder Kontakt mit ihr aufnehmen.

    Politische Offenheit und interkulturelle Dialogbereitschaft sieht sicherlich anders aus.

    N.Gerassimow

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    Tags:
    Internetblockade, Pressedienst, CDU-Ansprechpartner, Informationszugang, Regierungspartei, Blockierung, Internetnutzer, Sperrung, Homepage, Internetseite, Pressestelle der CDU, Sputnik, CDU, Berlin, Russland, Deutschland
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