12:18 08 Dezember 2019
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    Flüchtlinge verkaufen ihre deutschen Pässe im Internet - Medien

    © AFP 2019 / John MACDOUGALL
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    Deutsche Medien berichten über einen vertraulichen Bericht der Bundespolizei. Demnach stellten Behörden Deutschlands und anderer europäischer Staaten einen zunehmenden Handel mit Pässen und anderen Identitätsdokumenten fest, die von Flüchtenden mit Asylstatus stammen. Der Verdacht steht im Raum, Flüchtende würden diese Dokumente verkaufen.

    Spiegel“ und „FAZ“ berichten übereinstimmend von einer „vertraulichen Analyse“ der Bundespolizei, in der von Handelsplattformen in sozialen Medien wie etwa in Facebook-Gruppen die Rede ist, wo Reisedokumente oder AOK-Gesundheitskarten zum Kauf angeboten werden. Diese echten Dokumente sollen von Menschen stammen, denen in Deutschland der Asylstatus zuerkannt wurde, vor allem syrische Staatsbürger.

    Blühender Schwarzpapierhandel

    Das Bundesinnenministerium habe demnach eine Zunahme von Fällen registriert, in denen bei der Einreise nach Deutschland echte Dokumente vorgelegt wurden, die aber nicht mit der Identität der einreisenden Person übereinstimmten. 2016 wurden demnach 460 solcher Fälle registriert, 2017 seien es schon 554 gewesen. 100 dieser Identitätsdokumente waren von Deutschland ausgestellt worden, der Rest stammte aus anderen Staaten wie zum Beispiel Italien (99) oder Frankreich (52).

    Epizentrum Griechenland

    Ausgangspunkt der Aktivitäten sei der Analyse der Bundespolizei zufolge Griechenland. Von dort aus würde der Internethandel mit Pässen, Ausweisen, Bank- und Krankenversicherungskarten oder Führerscheinen koordiniert. Der Grund: Griechenland fungiert nicht nur bei der Flucht nach Mittel- und Westeuropa als eine Art Nadelöhr, sondern auch auf dem Weg zurück.

    Syrische Flüchtende, die sich in Deutschland oder anderswo keine echten Chancen auf ein neues Leben mehr erhoffen und deshalb zurück zu ihren Familien streben, benutzen Griechenland als Sprungbrett in die Türkei. Diese ist das Transitland Nummer eins für eine Rückkehr nach Syrien.

    Transitland Türkei

    Doch die türkischen Behörden erlauben Syrern, die in Deutschland den Asylstatus erlangt haben, nur ungern das Betreten des Landes. Deshalb raten Schlepper dazu, die Identitätsdokumente zu verkaufen und so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Einerseits wird die Identität so verschleiert und gleichzeitig Geld erwirtschaftet, das die Schlepper einnehmen. Türkische Behörden haben festgestellt, dass seit 2006 die Fälle zunehmen, in denen vor allem syrische Staatsbürger in Botschaften von EU-Staaten in der Türkei den Verlust ihrer Papiere melden und Ersatzdokumente beantragen.

    Terroristen-Schlupflöcher

    Angesichts der großen Zahl von syrischen Flüchtlingen erscheinen die bekannt gewordenen Zahlen von offenbar gehandelten Identitätsdokumenten noch nicht wirklich dramatisch. Die deutschen Behörden sind aber vor allem deshalb alarmiert, weil nachweislich auch Terrorverdächtige mit solchen im Internet erworbenen Identitätsdokumenten nach Deutschland einreisen wollten. Auf Anfrage von Sputnik in dieser Sache reagierten weder Bundespolizei noch Bundesinnenministerium.

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    Tags:
    Flüchtlinge, Pass, Internet, Migranten, Handel, Türkei, Griechenland, Deutschland