17:57 15 November 2018
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    Als ostdeutsche Angestellte gekleidete Schauspieler im Berliner DDR-Museum (Archivbild)

    Studie: Mehrheit der Deutschen zufrieden mit der Arbeit – Im Osten mehr Unzufriedene

    © AFP 2018 / John Macdougall
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    Alexander Boos
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    Rund 90 Prozent der Erwerbstätigten in Deutschland sind mit ihrer Arbeit „zufrieden“. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Erhebung des Statistischen Bundesamts hervor. Ein Drittel der Arbeitnehmer sei sogar „sehr zufrieden“. Etwas weniger Zufriedene gebe es in Ostdeutschland. Am unzufriedensten zeigten sich Arbeitnehmer auf Montage.

    Die überwiegende Mehrheit der Erwerbstätigen in Deutschland sind laut Untersuchungen des staatlichen Statistischen Bundesamtes mit ihrer Arbeit „zufrieden“. Das sind 89 Prozent, wie das Amt anlässlich des „Internationalen Tags der Arbeit“ am Montag mitteilte. Rund 33 Prozent der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben laut der Studie sogar an, mit ihrer Arbeit „sehr zufrieden“ zu sein.

    Während 34,6 Prozent der Arbeitnehmer in den alten Bundesländern „sehr zufrieden“ mit dem Job sind, sagen das nur 27 Prozent der Befragten in den neuen Bundesländern. In Ostdeutschland gaben 12,5 Prozent an, „weniger zufrieden bis unzufrieden“ mit der Arbeit zu sein, im Rest der Republik zeigten sich nur 10,7 Prozent „unzufrieden“.

    Selbständige unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Arbeitszufriedenheit kaum von Festangestellten, so die Studie. Auch bei dieser Gruppe gebe es eine Zufriedenheit von rund 90 Prozent. Größere Unterschiede zeige die Erhebung vor allem innerhalb einzelner Branchen und Berufsgruppen. Demnach gaben rund 90 Prozent der Akademiker sowie 90 Prozent der Führungskräfte an, „zufrieden“ beziehungsweise „sehr zufrieden“ mit ihrer aktuellen Tätigkeit zu sein. 88 Prozent der Beschäftigten im Dienstleistungssektor, darunter auch Verkäuferinnen und Verkäufer, seien „zufrieden“. Ebenso wie 89 Prozent der Bürokräfte. Bei den Hilfsarbeitskräften sei der Anteil mit 83 Prozent „Zufriedenheit“ zwar niedriger, aber immer noch hoch, so die Studie. Die unzufriedenste Berufsgruppe ist laut Studie die der Maschinenführer und Montageberufe. Dort bekunden etwa 13,4 Prozent ihre „Unzufriedenheit“ mit der Arbeit.

    Die Befragung hatte das Statistische Bundesamt mit Sitz in Wiesbaden im Rahmen der Arbeitskräfteerhebung im Jahr 2017 unternommen. Bei der Erhebung wurden erwerbstätige Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren und deren Beschäftigungsverhältnisse untersucht.

    Das im Bundesinnenministerium angesiedelte Bundesamt berücksichtigte allerdings für seine Erhebung keine Arbeitslosen. Außerdem geht aus der Studie nicht klar hervor, ob auch Menschen in der „Arbeitnehmerüberlassung“ (umgangssprachlich: in Zeitarbeit Beschäftigte) befragt worden sind. In Deutschland stecken nach Angaben des Statistischen Bundesamts knapp eine Million Menschen in der „Arbeitnehmerüberlassung“. Diese Arbeiter neigen meist durch befristete Arbeitsverträge und prekäre Arbeitsverhältnisse zu Unzufriedenheit.

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    Tags:
    Zeitarbeit, Zufriedenheit, blühende Landschaften, Arbeitsmarkt, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Statistisches Bundesamt, Ostdeutschland, Wiesbaden, Deutschland