03:59 17 Dezember 2018
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    „Besonderer Zugang“ für Firmen: Weiterer Datenmissbrauch von Facebook aufgedeckt

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    Nach dem Datenskandal um die Firma Cambridge Analytica hat Facebook zwischen 2014 und 2015 die Weitergabe von Nutzerdaten an Dritte stark eingeschränkt. Trotzdem haben ausgewählte Firmen Sonderrechte bekommen, schreibt „The Wall Street Journal“.

    Früher hatte Facebook erklärt, dass Sonderverträge, durch die Software-Entwickler seit 2007 Zugang zu einigen Informationen von Freunden eines Nutzers gehabt hätten, noch vor Ende 2015 ausgelaufen seien. Nun bestätigte der Vizepräsident für Produktpartnerschaften bei Facebook, Ime Archibong, gegenüber dem „Wall Street Journal“, dass einige Unternehmen „kurzzeitige“ Verlängerungen erhalten haben sollen.

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    © AP Photo / Invision for Facebook/Darren Abate
    Dem Blatt zufolge gewährte das soziale Netzwerk einen „besonderen Zugriff“ auf Daten von Freunden von Nutzern. Darunter fielen sogar die Telefonnummern und Angaben über das Kommunikationsverhalten zwischen den Nutzern – der sogenannten „friend link“. Zu den Firmen, die Sonderrechte erhielten, sollen der Autohersteller Nissan und die kanadische Investmentbank Royal Bank of Canada gehören.

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    Der Datenskandal um die Firma Cambridge Analytica war vor einigen Monaten ausgebrochen und hatte das Vertrauen in Facebook massiv erschüttert. Laut „New York Times“ hatte Cambridge Analytica gesetzwidrig Zugang zu Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern erlangt. Anhand dieser Daten hatten Experten die politischen Präferenzen von Wählern eingeschätzt und ihnen Werbung zugespielt, die ihren Interessen entsprachen. Der CEO des IT-Unternehmens, Mark Zuckerberg, musste vor dem US-Kongress aussagen. Facebook versprach, die Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer besser zu schützen.

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    Sozialnetzwerke, soziale Netze, Soziale Medien, Datenschutz, Datenmissbrauch, Datenleak, Datenhandel, Datenbank, Daten, Cambridge Analytica, Facebook, Mark Zuckerberg, USA