16:51 20 Juli 2018
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    Polizist vor dem Mehrfamilienhaus in Köln, wo am 15. Juni ein Terrorverdächtiger festgenommen wurde

    Fake Terror: „Geheimdienste inszenieren meist Anschläge“ – Internationaler Experte

    © REUTERS / Thilo Schmuelgen
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    Alexander Boos
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    Terror-Anschläge wie die in Paris, London, Madrid oder am Berliner Breitscheidplatz sind „meist geheimdienstlich inszeniert“. Das behauptet der international renommierte Terrorismus-Experte Elias Davidsson. Im exklusiven Sputnik-Interview spricht er über die militärisch-politischen Drahtzieher und über Ziele, die so erreicht werden sollen.

    Herr Davidsson, Sie behaupten, „sogenannte“ Terroranschläge werden inszeniert und als Begründung herangezogen, um außenpolitisch Kriegseinsätze zu legitimieren und innenpolitisch einen Polizeistaat zu errichten. Wie kommen Sie darauf?

    Das erste ist relativ einfach zu belegen: Man sieht nach jedem Terroranschlag, der Islamisten in die Schuhe geschoben wird, dass die Regierung oder die herrschenden Parteien danach sofort Maßnahmen und neue Gesetzesverordnungen ankündigen, die in der Praxis eine Verstärkung der polizeilichen Befugnisse beinhaltet. Sozusagen eine Verstärkung des Polizeistaats. Was auch bestimmte Rechte reduziert und ganz besonders unser Strafrecht aushöhlt.

    Das heißt: Es wird Gesinnungsstrafrecht eingeführt. Wobei die Gesinnung des mutmaßlichen Täters in Betracht gezogen wird als Teil der Straftat. Das gibt es bisher noch nicht in der Strafordnung. Jetzt wird auch die Gesinnung als ein Teil der Straftat gesehen. Das höhlt das zivilisierte Strafrecht aus, das wir seit Jahrhunderten haben. Das ist natürlich ein schleichender Aufbau eines Polizeistaats.

    Das sieht man in den USA, ganz besonders in Großbritannien. Das sieht man in Frankreich. Und das wird jetzt auch in Deutschland sichtbar.

    Ein paar Beispiele dazu?

    Im außenpolitischen Bereich können wir den Fall Afghanistan nehmen: Afghanistan wurde von den USA und Großbritannien angegriffen aufgrund einer Lüge. Der Lüge, dass das Land irgendetwas mit den Anschlägen von 9/11 zu tun hatte. Dafür gibt es überhaupt keine Beweise. Die US-amerikanische Regierung hat noch nicht mal formell dem Sicherheitsrat der Uno Beweise vorgelegt.

    Französischer Soldat vor dem Eifel Turm in Paris
    © AFP 2018 / Christian Hartmann

    Insofern sehen wir, dass der „Krieg gegen den Terrorismus“ ganz andere politische Folgen und Ziele hat. Der Krieg gegen den Terror hat dem FBI geholfen, neue Möglichkeiten zu erhalten. So kann das FBI seitdem bilaterale Zusammenarbeits-Abkommen mit den Polizei-Einheiten anderer Länder schließen – ich glaube, das sind etwa 100 Länder – und sich somit in die innenpolitischen Angelegenheiten dieser betreffenden Staaten einzumischen. Also: Der Krieg gegen den Terror ist eine Möglichkeit, um im Ausland Militär-Basen aufzubauen und einen Polizeistaat zu errichten, über die politisch-militärische Zusammenarbeit mit den betroffenen Regierungen.

    Sie sagen zudem, der Terrorismus komme meist nicht von islamistischen Gruppen?

    Es ist so: Meine erste Arbeit drehte sich um die Aufklärung der Anschläge von 9/11. Ich entdeckte 2002, dass wir nicht die volle Wahrheit erhalten haben. Es gibt nicht den geringsten Beweis, dass der 11. September 2001 irgendetwas mit Islamisten zu hatte. Diese ganze Geschichte von den 19 arabischen Entführern ist eine Legende, eine erfundene Geschichte.

    Auch die zweite Frage, ob überhaupt Flugzeugentführungen stattgefunden haben, habe ich in meinem Buch mit einem „Nein“ beantwortet. Ich habe dazu alle Anrufe, die aus den angeblich entführten Flugzeugen gemacht worden sind, detailliert untersucht. Ganz genau, technisch untersucht. In meinem Buch sind dieser Analyse der Telefonate 150 Seiten mit Fußnoten gewidmet.

    So kam ich zu dem Ergebnis, dass die ganze Geschichte von 9/11 von A bis Z eine Lüge ist. Die Geschichte war ganz klar eine staatliche Operation, die vom Pentagon ausging. Die Story mit den Islamisten ist einfach eine Ablenkung und eine taktische Lüge.

    Danach hatte ich angefangen, mich zu fragen: Wie ist es mit den anderen Anschlägen? In London, in Madrid, in Mumbai. Um meine Untersuchung objektiv zu gestalten, habe ich zehn Bewertungs-Kriterien errichtet, um zu prüfen, ob ein Anschlag eine Regierungs-Operation gewesen ist oder nicht. Ich habe dazu 15 Terror-Anschläge untersucht. Darunter Madrid, London, Kopenhagen, die Pariser Anschläge, Nizza, Mumbai, Amman, Djerba, Istanbul. Die Schlussfolgerung von diesen Untersuchungen war, dass alle diese Anschläge – mit nur einer Ausnahme – wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich Regierungs-Operationen gewesen sind.

    Sie haben uns das nun ausführlich dargelegt. Wer steckt hinter diesem inszenierten Fake-Terror? Der tiefe Staat? Geheimdienste oder andere geheime militärische Einheiten? Und: Gibt es dann tatsächlich einen islamistischen Terror aus Ihrer Sicht?

    Die Frage ist kaum zu beantworten. Solche Operationen sind ultra-geheim. Das können militärische oder geheimdienstliche Agenturen sein. Das kann auch ein ad-hoc Gebilde sein, bestehend aus polizeilichen und militärischen Operateuren. Das kann auch ein Gemisch ausländischer Geheimdienste sein. Was ich sagen kann: Ich kann einfach auf die Geschichte der Operation „Gladio“ hinweisen. Eine Operation der Nato.

    Daniele Ganser
    © Foto : danieleganser.ch/ Christoph Hardt

    Insofern kann man schon davon ausgehen, dass all diese verdächtigen Operationen von einer Kommando-Zentrale aus gesteuert und organisiert werden und somit in eine bestimmte, globale Strategie eingebettet sind. Sie werden eben nicht von bestimmten Geheimdiensten einzeln und nach deren Willen vollzogen. Wenn man all diese Anschläge betrachtet, dann erkennt man, dass sie viele gemeinsame Nenner beinhalten und auch einer einzigen Strategie folgen. Insofern gehe ich davon aus, dass es eine globale Kommando-Stelle gibt, die diese Strategie entwirft und Aufgaben an nationale Agenturen verteilt.

    Aber gibt es dann überhaupt einen islamistischen Terror?

    Das Wort „islamistischer Terror“ ist für mich ein Falschbegriff. Sonst müsste man auch von „demokratischer Folter“ auf Guantanamo sprechen. Das ist ein Oxymoron. Das geht nicht auf. So gibt es auch keinen „islamischen Terrorismus“. Der Islam ist eine Friedensreligion, eine Friedensbotschaft. Genau wie Christentum und Judentum. Insofern ist der Islam nie mit Terrorismus vereinbar.

    Es gibt aber Terrorismus, der durch Menschen begangen wird, die als Muslim geboren oder aufgewachsen sind. Das gibt es natürlich. Das gibt es in Israel von palästinensischer Seite. Das gibt es im Irak von verschiedenen Gruppen. Aber diesen Terrorismus als „islamistisch“ zu bezeichnen, ist eine Fehleinschätzung. Das ist eine Entwertung des Islams. Man kann sich fragen: Warum wird dieser Terror begangen? Meine Antwort: Dieser Terrorismus ist politisch – und eben nicht religiös – bedingt. Das Religiöse ist nur ein Vorwand für diese Operationen.

    Sie selbst bezeichnen sich als „Palästinenser jüdischer Abstammung“. Auf Wikipedia und auch auf der Seite „Psiram“ werden Sie als ein „antiisraelischer und antisemitischer“ Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Ihnen wird dort vorgeworfen, Sie würden „Fake News“ rund um die Anschläge von 9/11 verbreiten. Was entgegnen Sie ihren Kritikern?

    Erstmal: Ich habe sehr viel Mitleid mit Menschen, die solche Argumente vorlegen. Jeder Strafermittler im deutschen Rechtssystem ist doch ein Verschwörungstheoretiker, weil jede Straftat eine Verschwörung voraussetzt. Der Begriff ist kein wissenschaftlicher Begriff, sondern ein Schmähbegriff. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Ich bin ein investigativer Journalist und Forscher.

    Was Israel und Zionismus angeht: Ich stehe als Jude innerhalb des Judentums in einer alten und guten Tradition, den Zionismus zu verwerfen. Das war auch die mehrheitliche Position der Juden in Deutschland. Meine Eltern kommen aus Deutschland und sind deutsche Juden. Damals war der Zionismus nur in der Minderheit. Die deutschen Juden wollten keinen Zionismus. Sie wollten sich nicht als Teil eines jüdischen Volkes betrachten, sondern als Teil des Volkes, in dem sie leben. Meine Eltern sahen sich nicht als Juden, sondern als Deutsche. Sie sahen sich als deutsche Bürger mit jüdischer Religionszugehörigkeit.

    Meine Mutter ist mit Goethe und Schiller aufgewachsen – nicht mit Moses, Abraham und Isaak. Insofern muss ich sagen: Der Antizionismus ist ein gesunder Bestandteil des Judentums. Und wer mich angreifen möchte, der muss auch diesen Bestandteil sehen und angreifen. Also: Ich bin kein Anti-Israeli. Wie ich auch kein Anti-Amerikaner bin. Ich habe etwas gegen die Politik des Staates Israel und gegen die Politik der USA zu sagen. Aber das ist doch ganz legitim.

    Elias Davidsson: „Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung: Die Legende des 9/11 und die Fiktion der Terrorbedrohung“, Zambon Verlag, 534 Seiten, 3. Auflage Juni 2017. Das Buch des Autors ist im Handel erhältlich.

    David Eliasson
    © Foto : Privat
    David Eliasson

    Erst Mitte Juni hat Davidsson für sein Buch „The Betrayal of India“ in London den Buchpreis des dort ansässigen „Institute of South Asia“ erhalten. Das Buch hat laut Aussagen des Autors für „große mediale Aufmerksamkeit“ in Pakistan gesorgt und wird nun auch in die dortige Landessprache Urdu übersetzt. Davidsson ist israelisch-stämmiger Terrorismus-Experte. Er wurde als Sohn deutscher Eltern jüdischen Glaubens 1941 im Völkerbundmandatsgebiet Palästina geboren. Der gelernte Komponist verbrachte viele Jahre seines Lebens in Frankreich und Island. Er gilt als isländischer Hauptvertreter antizionistischer Theorien. Seit 2002 recherchiert er die Bereiche Terrorismus-Forschung und verdeckte Operationen im Geheimdienst-Milieu.

    Das Radio-Interview mit Elias Davidsson zum Nachhören:

    Tags:
    Geheimdienst, Inszenierung, fake, Attentate, Anschläge, Staat, Polizei, Kriegsführung, Krieg, Terrorismus, Terror, Islamismus, Islam, 9/11, FBI, CIA, NATO, Uno, David Eliasson, Anis Amri, Donald Trump, Afghanistan, USA, Palästina, Israel, New York, Madrid, Berlin, London, Paris
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