20:18 20 Oktober 2018
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    Restaurantbesitzer Yorai Feinberg

    Jüdischer Gastronom: Von drei Seiten angefeindet – von der Justiz ignoriert

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    Gesellschaft
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    Valentin Raskatov
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    Von gleich drei Seiten wird der Restaurantbesitzer Yorai Feinberg angefeindet: Von rechtsextremen Holocaustleugnern, von Israelkritikern und von antizionistischen Muslimen. Dabei betreibt er eigentlich nur ein Restaurant mit israelischer Küche im Berliner Bezirk Schöneberg.

    33 Seiten füllen mittlerweile die Hassmails eines „L. Fischer“, der den Restaurantbesitzer Yorai Feinberg anschreibt. Das Pseudonym soll eine Anspielung auf Ludwig Fischer sein, einen SA-Führer zur Zeit des Nationalsozialismus. Der Inhalt passt dazu: Er erstreckt sich von blankem Judenhass, geschmückt mit Naziparolen, über Holocaustleugnung bis zu konkreten Androhungen physischer Gewalt. Dem Landeskriminalamt ist der Mann bekannt, der sich hinter dem Namen „L. Fischer“ versteckt. Doch die Landespolizei unternehme zu wenig gegen ihn, findet Feinberg.

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    © Sputnik /
    Interview mit dem Restaurantbesitzer Yorai Feinberg

    Der Restaurantbesitzer erhält nicht nur Hassmails von Holocaustleugnern. Er wird auch unter dem Deckmantel der Israelkritik attackiert, wie etwa im Dezember 2017 direkt vor seinem Lokal. Ein Mann hatte ihm damals unter anderem mit den Worten gedroht: „In zehn Jahren bist du nicht mehr hier.“

    Aber auch von muslimischer Seite nehmen die Anfeindungen seit einigen Jahren kontinuierlich zu:

    © Foto : Screenshot

    Für Feinberg hängt das damit zusammen, dass im Zuge der Flüchtlingskrisen viele „indoktrinierte Antisemiten“ nach Deutschland gekommen sind.

    Immerhin gibt es auch schöne Augenblicke: Seit die Öffentlichkeit von diesen Vorfällen weiß, erhält Feinberg viele Briefe von Menschen, die ihre Fassungslosigkeit, Trauer, Wut und Anteilnahme ausdrücken.

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    Tags:
    Holocaust, Rechtsextremismus, Nationalsozialismus (Nazismus), Juden, Antisemitismus, Muslime, Deutschland, Israel