04:15 19 Oktober 2018
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    Neuer Markt in Waren an der Müritz (Archivbild)

    Mit Geld aus DDR-Vermögen: Wird Waren zentraler Gedenkort für Friedliche Revolution?

    CC BY-SA 3.0 / Derzno / Waren
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    Im Wende-Herbst 1989 war Waren an der Müritz der erste Ort im Nordosten, an dem Menschen auf die Straße gingen, um friedlich zu demonstrieren. Darum will Mecklenburg-Vorpommern in Waren einen zentralen Gedächtnisort für die friedliche Demonstration errichten. Die Pläne von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) gehen noch weiter.

    Nicht Rostock, Schwerin, Greifswald oder Neubrandenburg – im heutigen Mecklenburg-Vorpommern war es die Stadt an der Müritz, in der erstmals Menschen für die Wende demonstrierten. Etwa 400 waren es am 16. Oktober 1989. Der Titel der Veranstaltung lautete: „Eine Hoffnung lernt gehen“.

    Aus diesem Grund soll der Gedenkort laut dem Konzept von Bildungsministerin Hesse in Waren entstehen.

    „Die Wahl dieses Ortes steht zudem symbolhaft für den dezentralen Charakter der Friedlichen Revolution im Norden“, heißt es in dem Konzept.

    Ferner soll es in Mecklenburg-Vorpommern dezentrale Erinnerungsorte geben, an denen sich in der Wendezeit Bedeutsames ereignet hat.

    In Waren selbst sollen ein Denkmal oder Erinnerungszeichen aufgestellt und eine Dauerausstellung eingerichtet werden. Das Land will in der Stadt zudem jährlich mit einer Veranstaltung an die Ereignisse von 1989 erinnern.

    Finanzierung unklar – Landtag diskutiert

    Laut Schweriner Volkszeitung sollen die Kosten des Projektes, die in dem Konzept nicht beziffert werden, aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR bezahlt werden. Daraus soll auch ein Fonds „Denkzeichen 1989“ gespeist werden. Städte und Gemeinden bekommen aus diesem Fonds jeweils 1989 Euro. Bedingung: Sie müssen an einem historisch relevanten Ort eine Informations- und Erinnerungs-Stele an die lokalen Wende-Ereignisse aufstellen. So sieht es das Konzept vor.

    Jetzt wird das Konzept im Schweriner Landtag diskutiert. Dieser hatte sich bereits im Mai 2017 einstimmig dafür ausgesprochen, dass bis zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im Herbst 2019 ein Denkmal für die friedliche Revolution errichtet oder ein Museum gestaltet werden soll.

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    Tags:
    Gedenkpolitik, Denkmal, Anschluss, Revolution, friedliche, Dekommunisierung, blühende Landschaften, Wende, SPD, SED, Birgit Hesse, Waren/Müritz, Mecklenburg-Vorpommern, DDR