17:07 20 August 2018
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    Keine Menschenwürde in Lettland: Journalist spricht von „Volkstragödie“

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    Der lettische Publizist und Kulturologe Arturs Priedītis hat in einem Beitrag für das Webportal Pietiek.com die Behörden und das ganze Volk Lettlands für eine „Tragödie“ verantwortlich gemacht, die er dem Land attestiert.

    Die lettische Nation könne nicht als „glücklich" bezeichnet werden, denn Glück setze Menschenwürde voraus, schreibt Prieditis. Das, was zurzeit in Lettland vor sich gehe, könne keinesfalls als würdevolles Leben betrachtet werden.

    Der Verlust der nationalen Souveränität, der Einmarsch von fremden Truppen mit Anzeichen einer Okkupation, der Schwindel mit Begriffen wie „Freiheit" und „Unabhängigkeit", die Plünderung im Zuge der räuberischen Privatisierung, eine kriminelle oligarchische Regierung, die wirtschaftliche Rückständigkeit, eine demographische Krise, der Verfall von Bildung und Wissenschaft sowie des Gesundheitswesens würden zu den Problemen der lettischen Gesellschaft zählen.

    Das, was die lettischen Behörden im Vorfeld der auf den 6. Oktober angesetzten Parlamentswahlen vorschlagen würden, könnte lediglich als „Optimierung einer Tragödie" eingestuft werden. Der Bevölkerung würden vielversprechende Reden gehalten, allerdings würde jedes Versprechen lediglich irgendwelche Änderungen der tragischen Umstände der lettischen Wirklichkeit bedeuten. Von einer Beseitigung der Tragödie sei bei weitem nicht die Rede.

    Diese Tragödie des lettischen Volkes habe gefährliche Auswirkungen, die die Moral der nächsten Generationen durchdringen und die Mentalität des Volkes sowie seine Identität, seinen Geist und sein moralisch-psychologisches Charakterbild verändern würden.

    Die Bevölkerung, die seit 30 Jahren von der Regierung der national-reaktionären und kriminellen oligarchischen Kräfte geplagt werde, werde eine sehr unangenehme Zukunft haben, so Prieditis.

    Der Journalist sieht sich von einer lettischen Volksweisheit bestätigt: „Es tut mir nicht leid, dass er etwas gut zu stehlen weiß", soll es im Volksmund heißen. Wäre dieses Sprichwort in der Bevölkerung nicht so weit verbreitet, wie es der Fall sei, so wäre die kriminelle oligarchische Staatsmacht mit eisernem Widerstand konfrontiert worden. „Allerdings gibt es praktisch keinen Widerstand", schreibt der Journalist abschließend.

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    Tags:
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