02:25 16 August 2018
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    Missbrauch von Kindern (Symbolbild)

    Sohn vergewaltigt und übers Darknet verkauft – Eltern erhalten hohe Freiheitsstrafen

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    Der Fall löste deutschlandweit Entsetzen aus: Gemeinsam hatten der Stiefvater und die leibliche Mutter ihren Sohn vergewaltigt, missbraucht und im Internet an weitere Vergewaltiger verkauft. Nun hat das Landgericht Freiburg sein Urteil gefällt.

    Stiefvater und Mutter, beide Deutsche, müssen nach dem Gerichtsurteil vom Dienstag ins Gefängnis. Für die 48-jährige Mutter sind es zwölfeinhalb Jahre Haft – wegen Vergewaltigung, sexuellen Missbrauchs und Zwangsprostitution ihres Sohnes. Gegen den 39-jährigen Lebensgefährten und Stiefvater, der bereits vorbestraft war, verhängte das Gericht eine Strafe von zwölf Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Auch nach der Verbüßung der Haftstrafe wird er also nicht in die Freiheit entlassen. Das wird nicht als Freiheitsstrafe, sondern als präventive Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung begründet. Die beiden Verurteilten sollen daneben 42.500 Euro Schmerzensgeld an den Jungen sowie an ein weiteres Opfer, ein kleines Mädchen, zahlen.

    Vergewaltigung, Prostitution, Dokumentation

    Zuvor hatte das Paar aus dem badischen Staufen den heute Zehnjährigen mehr als zwei Jahre lang vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen. Über das Darknet, einen anonymen und kaum kontrollierten Bereich des Internets, verkauften die beiden das Kind an Männer aus dem In- und Ausland.

    In der Anklage ging es um schwerste Sexualverbrechen und Zwangsprostitution in etwa 60 Fällen. Den beiden wurde außerdem der Missbrauch eines dreijährigen Mädchens zur Last gelegt. Fast alle Taten wurden außerdem gefilmt und im Darknet verbreitet. Das, was darin zu sehen ist, soll die Ermittler an ihre Grenzen gebracht haben.

    Ungewöhnlich an den Taten ist die aktive Mittäterschaft der Mutter. Die Taten gestand sie zwar, über die Motive hüllte sie sich aber weitgehend in Schweigen. Der Lebensgefährte dagegen äußerte sich neben dem Geständnis auch ausführlich zu seinen Motiven.

    Weitere Täter und Kritik an den Behörden

    Neben dem Paar wurden sechs weitere Sexualstraftäter festgenommen, sie erhielten allesamt lange Haftstrafen – zum Teil mit anschließender Sicherungsverwahrung. Im Lauf des Prozesses waren auch die Behörden in die Kritik geraten, die die Leiden des Kindes früher hätten beenden können. Vor einem Familiengericht verließ man sich nur auf die Mutter und befragte den Jungen nicht.

    Das Kind lebt inzwischen bei einer Pflegefamilie.

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    Freiheitsstrafe, Schmerzensgeld, Gerichtsurteil, sexueller Missbrauch, Strafe, Prostitution, Darknet, Vergewaltigung, Staufen-Prozess, Freiburg, Deutschland
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