02:59 19 Oktober 2018
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    VIDEO: Liebe Springer-Hetzer: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten“

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    Andreas Peter
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    Die Zeitung „Welt“ listet sieben Legenden auf, mit denen Russland angeblich die Beteiligung am Giftanschlag auf den früheren britischen Spion Sergej Skripal und seine Tochter abstreite. Beweisarm und widersprüchlich sei das russische Vorgehen. Dabei ist es die „Welt“, die nicht einen Beweis für ihre Unterstellungen und Denunzierungen vorlegen kann.

    Die Dreistigkeit ist bemerkenswert. Dass die „Welt“ für die gehobene Hetze im Springer-Konzern zuständig ist und keine Skrupel beim Russland-Bashing kennt, ist bekannt. Die Unverfrorenheit ist dennoch immer wieder erstaunlich. Man fühlt sich bei der Machart, mit der vor allem die Springer-Presse unverdrossen, nicht nur im Fall Skripal, gegen Russland hetzt, immer öfter an den Meister der Lügen-Propaganda, einen gewissen Adolf Hitler erinnert. Der schrieb in seinem Pamphlet „Mein Kampf“:

    „Aber alle Genialität der Aufmachung der Propaganda wird zu keinem Erfolg führen, wenn nicht ein fundamentaler Grundsatz immer gleich scharf berücksichtigt wird. Sie hat sich auf wenig zu beschränken und dieses ewig zu wiederholen." (Aus: Adolf Hitler „Mein Kampf“, Seite 202)

    >>Andere Sputnik-Artikel: Fall Skripal: Viele Staaten glauben nicht an britische Version – Botschafter

    Nach diesem Muster verfährt die „Welt“. Unbewiesene Beschuldigungen werden stereotyp wiederholt und die russischen Proteste als Verschwörungstheorien abgekanzelt. Doch die Anschuldigung gegen Russland ist selbst eine Verschwörungstheorie. Der Autor muss einräumen – natürlich erst am Ende des Artikels – dass es keinen Beweis für Russlands angebliche Verantwortung gibt, behauptet dann aber dennoch fröhlich:

    „Doch die These vom Auftragsmord durch den Kreml basiert vor allem auf Plausibilität und wird von etlichen westlichen Staaten vertreten.“ (Aus: „Ein Giftanschlag und sieben russische Legenden“, „Welt“ 07.08.2018)

    Dem Artikel vorangestellt ist ein Video von Welt-TV, dem früheren Sender N24. Ein London-Korrespondent verkündet dort, britische Behörden hätten tausende Stunden Überwachungsvideos vom Londoner Flughafen Heathrow und aus Salisbury ausgewertet und Personen aus Russland identifiziert. Ob sie auch bei der Tatausführung gefilmt wurden, wissen wir nicht, und der Korrespondent natürlich auch nicht. So sieht eben Beweisführung im Qualitätsmedium „Welt“ aus.

    Schon die erste angebliche „russische Legende“ ist Tatsache. Russland hat die britischen Behörden mehrfach gebeten, Zugang zu den Ermittlungsakten zu erhalten, denn sie sind Basis der Anschuldigungen. Ein Standard in einem westlichen Rechtsstaat. Doch London lehnt ab, beschuldigt aber Moskau, sich zu verweigern. Es ist jedoch wichtig, chemisch analytisch genau zu wissen, um welche Substanz es sich handelte, denn Nowitschok ist eine Stoffgruppe von Giften.

    >>Andere Sputnik-Artikel: „Im Einklang mit Russlands Propaganda“: „Bild“ empört über Kritik vom Presserat

    Die „Welt“ stellt – warum auch immer – einen Bezug zum Absturz des Fluges MH17 her und behauptet: 

    „Inzwischen kam ein internationales Ermittlerteam zu dem Schluss, die Maschine sei mit einer russischen Flugabwehrrakete des Typs Buk 1 abgeschossen worden.“ (Aus: „Ein Giftanschlag und sieben russische Legenden“, „Welt“ 07.08.2018)

    Die „Welt“ verschweigt: „Ein Teil dieses Ermittlerteams, nämlich die Regierung Malaysias, hat sich „dem Schluss“ ausdrücklich nicht angeschlossen. Und, eine „Rakete russischer Bauart“ ist keine „Rakete Russlands“, also auch kein Beweis. Solche Raketen besitzt auch das ukrainische Militär.

    Deshalb, liebe Kollegen bei der „Welt“, legt endlich Beweise vor und hört auf zu denunzieren.

    Wenn Ihr das nicht könnt oder wollt, hat der deutsche Kabarettist Dieter Nuhr eine schöne Handlungsempfehlung: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.“

    Zum Thema:

    Giftanschlag auf Skripals: „Fast alle Indizien vernichtet“ - Botschafter
    Fall Skripal: Abgeordnete wirft Bundestag Transparenz-Verweigerung vor
    Vier Jahre nach MH17-Abschuss: Moskau will bei Ermittlung helfen – Westen lehnt ab
    Tags:
    Anschuldigung, Sender, Verschwörungstheorie, Kreml, Propaganda, Die Welt, Julia Skripal, Sergej Skripal, Malaysia, Großbritannien, Deutschland, Russland
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