20:59 24 September 2018
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    Hacker-Angriff (Symbolbild)

    In zehn Minuten: Elfjähriger hackt US-„Wahlserver“

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    Im Rahmen der Hackerkonferenz Defcon, die jährlich in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada stattfindet, hat ein elfjähriger Junge eine exakte Kopie des Wahlservers des US-Bundestaates Florida in weniger als zehn Minuten gehackt. Das berichtet das Portal PBS unter Berufung auf die Organisatoren der Veranstaltung.

    Die Konferenz Voting Village war der Sicherheit des Wahlsystems gewidmet. 50 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 16 Jahren versuchten Nachbildungen von Wahl-Webseiten und Wahlmaschinen zu hacken und Wahldaten zu ändern.

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    ​Der Elfjährige, der laut den Organisatoren Emmett Brewer heißt, war der schnellste von mehr als 30 Teilnehmern, die in weniger als einer halben Stunde Kopien staatlicher Internetseiten knacken konnten. Auch die Wahlcomputer selbst, an denen Wähler ihre Stimme per Knopfdruck abgeben, erwiesen sich als angreifbar. Die Kinder konnten beispielsweise den Speicher einer Wahlmaschine überschreiben und abgegebene Stimmen entweder komplett löschen oder unbrauchbar machen.

    „Die Kopien der Webseiten waren sehr genau. Diese Dinge sollten nicht so einfach gestrickt sein, um von einem acht Jahre alten Kind in weniger als 30 Minuten geknackt zu werden. Das ist fahrlässig unserer Gesellschaft gegenüber“, zitiert das Portal die Organisatorin Nico Sell.

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    Die National Association of Secretaries of State (NASS), die die für Wahlen zuständigen Staatsbediensteten vertritt, teilte in einer Stellungnahme mit, der Hacker-Wettbewerb spiegele „nicht die Realität der elektronischen Abstimmung in den USA wider“.

    Die künstliche Umgebung auf der Defcon sei nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor und am Wahltag vergleichbar. Die Konferenzteilnehmer hätten beispielsweise unbegrenzten Zugang zu Wahlmaschinen gehabt, von denen die meisten nicht mehr in Gebrauch seien. Die Wahlinfrastruktur werde sowohl auf nationaler wie auch auf lokaler Ebene auf digitalem und physischem Wege gegen Manipulationsversuche abgeschirmt.

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    „Während die Webseiten zweifelsohne verletzlich gegen Hacker sind, werden die Webseiten, die in der Nacht von den Wahlen berichten, nur zur Veröffentlichung vorläufiger, inoffizieller Ergebnisse für das Publikum und die Medien benutzt. Diese Seiten haben keinen Zugang zu Geräten für Stimmenauszählung und können die echten Wahlergebnisse nicht ändern.“

    Am 13. Juli hatten US-Geheimdienste zwölf Mitarbeitern russischer Geheimdienste in Kontumaz Einmischung in die US-Wahlen vorgeworfen. Das US-Justizministerium geht davon aus, dass die Russen unter dem Hacker-Nick Guccifer 2.0 gehandelt und die E-Mail-Kontos von Hillary Clinton und von zwei Ausschüssen der Demokratischen Partei – dem nationalen und dem für Kongresswahlen – aufgebrochen hatten.

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