09:31 02 April 2020
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    Tschetscheniens weltweit erste Vertretung in Deutschland – „Reisewarnung veraltet“

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    © Sputnik / Said Tsarnaew

    Der tschetschenische Minister für Tourismus, Muslim Bajtaziev, hat am Dienstag in Leipzig die weltweit erste touristische Vertretung der autonomen Republik Tschetschenien außerhalb Russlands eröffnet. Der Minister lädt in sein Land ein, trotz der „veralteten“ Reisewarnung durch das deutsche Auswärtige Amt.

    Bereits vor dem Bürgerkrieg in den 1990er Jahren war die im Nordkaukasus gelegene autonome Tschetschenische Republik der Russischen Föderation mit ihren wunderschönen Berglandschaften und Gebirgsseen ein besonderes Ziel für Touristen – nicht nur aus Russland und der Sowjetunion. Doch durch den Krieg wurde das Land zum Synonym für Zerstörung und Leid.

    Das soll sich mit der deutschen Vertretung in Leipzig durch das Reiseunternehmen „Paneurasia“ ändern, erklärte der tschetschenische Minister für Tourismus Muslim Bajtaziev am Dienstag in Leipzig. Er eröffnete in der sächsischen Großstadt die weltweit erste touristische Vertretung der autonomen Republik.

    „Ich erhoffe mir, dass durch die Partner von ‚Paneurasia‘ das wahre Bild der Republik vermittelt wird. Es ist ein sehr attraktives Stück Russlands, wo auch sehr viel investiert wird und welches sich sehr, sehr schnell und dynamisch entwickelt. Dieses Bild möchten wir auch in Europa vermitteln.“

    Das gleiche Ziel haben auch die deutschen Vertreter der kaukasischen Republik. Reisende würden mit einem gewissen Bild nach Tschetschenien kommen: „Eine muslimisch geprägte Region, mit allen Vorurteilen, die man so kennt“, erklärte der Geschäftsführer von „Paneurasia Deutschland“, Eduard Klein, gegenüber Sputnik. „Doch plötzlich ist man mitten in einer europäischen Großstadt mit schönen Geschäften, Restaurants, Fünfsternehotels, Spas und allem, was auch zu unserem Leben dazugehört.“

    Außenministerium warnt vor Reisen nach Tschetschenien

    Das Bild von Tschetschenien ist seit den beiden Kriegen in der Republik (1994-1995 und 1999-2000)  zwischen islamistischen Kämpfern und der russischen Armee schwer belastet. Auch die Bundesregierung hält es weiter aufrecht. Sie weist auf der Website des Auswärtigen Amtes bei Reisen in die kaukasische Republik auf eine „erhöhte Sicherheitsgefährdung“ hin. Es werde insbesondere von „nicht zwingend erforderlichen Reisen“ nach Tschetschenien abgeraten: „In den Regionen besteht aufgrund von möglichen Anschlägen mit terroristischem Hintergrund, bewaffneten Auseinandersetzungen und Entführungsfällen ein höheres Sicherheitsrisiko als in anderen russischen Landesteilen.“

    >>Andere Sputnik-Artikel: Tschetschene in Berlin festgenommen: Offenbar Sprengstoffanschlag geplant

    Das kann der Mitbegründer von „Paneurasia Deutschland“, Konstantin Ermisch, nicht nachvollziehen: „Ich bin der Meinung, die Informationen sind veraltet. Sie sind circa zehn Jahre alt.“ Für das veraltete Bild des Landes seien vor allem die Medien verantwortlich, glaubt Ermisch.

    „Wenn man im Internet Tschetschenien eingibt, sieht man dort Bilder, die teilweise 20 Jahre alt sind. Keiner hat sich bisher darum gekümmert, dass sich das Blatt wendet. Es ist ein Stück Arbeit; auch PR-Arbeit.“

    Bisher seien die Menschen in „Chechnya“ mit anderen Sachen beschäftigt gewesen, hob „Paneurasia“-Sprecher Ermisch hervor. „Nach dem Krieg war alles zerstört und da stand das Image nicht an der ersten Stelle. Man hat ums Überleben gekämpft. Das hat sich nun geändert.“

    >>Andere Sputnik-Artikel: Realität oder Panikmache? Übernimmt tschetschenische Mafia die deutsche Unterwelt?

    Weltweit erste touristische Repräsentanz

    Die Vertretung in Leipzig sei „die erste in der ganzen Welt“, betonte Geschäftsführer Klein. Das Reiseunternehmen möchte nach seinen Worten ein „Informationszentrum“ für die kaukasische Republik sein. „Jeder, der hinreisen möchte, kann sich bei uns Informationen einholen, an einem vorgefertigten Programm teilnehmen oder sich eben etwas Individuelles zusammenstellen lassen.“ Vom Visum bis hin zum Flugticket, von Hotelangeboten bis hin zu fertiggestellten Touren durch das Land wollen die Russlandexperten den Reisebegeisterten für ihre Touren im schönen Land am Kaukasus bieten.

    Das komplette Interview mit Konstantin Ermisch zum Nachhören:

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    Tags:
    Tourismus, Reise, Zerstörung, Krieg, Russland, Deutschland, Tschetschenien, Nordkaukasus
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