20:04 18 September 2018
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    „Wer muss sterben“: Lettland startet Gesundheitsreform

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    Lettlands Regierung hat ein neues Projekt zur Reform des Gesundheitswesens angenommen, das den Zugang zu staatlich finanzierten medizinischen Dienstleistungen ändert, schreibt Sputnik Lettland.

    Ab dem 1. September werden Letten, die keine Dienstverträge mit dem Arbeitsgeber geschlossen haben, freiwillige Beiträge ins Staatsbudget einzahlen. Sie sollen bei 51,60 Euro in diesem Jahr, 154,80 Euro im kommenden und 258 im Jahr 2020 liegen.

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    Bei Nichtzahlung der Gebühren werden die Bürger nur Zugang zu minimalen Gesundheitsdienstleistungen haben wie Not- und Geburtshilfe, Besuch eines Familienarztes (ohne weitere Untersuchungen und Analysen), Medikamente und Medizintechnik sowie Behandlung gemeingefährlicher Krankheiten wie Tuberkulose und psychische Störungen.

    Die Reform stößt auf Kritik. Laut dem Vize-Präsidenten der Lettischen Ärztegesellschaft, Maris Plavins, können die Änderungen Vernachlässigung von Krankheiten und soziale Problemen mit sich bringen. Der Professor an der Stradins-Universität Riga Girts Brigis findet, die Reform würden der Mission eines Arztes – Menschen zu heilen – widersprechen.

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    „Aus rein ethischen Ursachen wird es den Familienärzten schwer fallen, diese Patientengruppen aufzuteilen: In die, die geheilt werden können und die, die sterben müssen“, so der Experte.

    Als Beispiel führt er Krebsverdacht an, der mehrere teure Untersuchungen mit sich bringe. Ein ohne Dienstvertrag arbeitender Patient, der keine Gebühren für das Gesundheitssystem zahle, werde entweder das Geld selbst finden oder überhaupt auf die Behandlung verzichten müssen.

    Entgegen den Behauptungen der lettischen Gesundheitsministerin, Anda Čakša, die Reform betreffe nicht mehr als 30.000 Menschen, spricht Brigis von Hunderttausenden.

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    Krankenversicherung, Krankenhäuser, Krankenhaus, Patienten, Steuer, Gebühren, Reformierung, Reformen, Reform, Arzt, medizinische Behandlung, Mediziner, Medizin, Gesundheitswesen, Gesundheit, Lettland