17:10 19 Dezember 2018
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    Gedenkort in Chemnitz

    „Wäre unmöglich sein Wille gewesen“ – Freund des Chemnitz-Opfers zu den Ereignissen

    © AP Photo / Jens Meyer
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    Der Chemnitzer Daniel H. war vor seinem Tod selbst Opfer von Rechtsextremen, die ihn nun für ihre Zwecke instrumentalisieren. Das betont ein Freund des Verstorbenen auf Facebook. Die Pinnwand Daniels bestätigt das. Außerdem war wohl kein sexueller Übergriff Ausgangspunkt der Auseinandersetzung, sondern ein Streit um Zigaretten.

    Ein trauernder Freund Daniel H.s verurteilt auf Facebook die Eskalation um und Instrumentalisierung des Getöteten für politische Zwecke in Chemnitz. Er schreibt: „Ein guter Freund ist von uns gegangen und ich habe keine Worte die es beschreiben können, wie sehr Daniel fehlt.“ Die Freunde Daniels fordert er auf, die Trauer nicht in Wut und Hass zu verwandeln. Auch hebt er dabei hervor, dass Daniel H. als Deutsch-Kubaner selbst oft genug Opfer der „trauernden Extremisten“ gewesen sei: „Diese Rechten die das als Plattform nutzen, mit denen mussten wir uns früher Prügeln, weil sie uns nicht als genug deutsch angesehen haben. Jeder der Daniel Hillig gekannt hat, weiß das dies unmöglich sein Wille gewesen wäre.“

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    Wer sich auf der Facebook-Seite des Opfers umsieht, wird in der Tat feststellen, dass es bei Daniel H. keine Gemeinsamkeiten gibt mit Leuten, die gegen Ausländer hetzen. Eher wird man dort auf Zitate von Bob Marley oder Sätze wie „Nationalität ist völlig egal! Arschloch ist Arschloch!“ stoßen. Daniel H. hat viele Gedanken und Sprüche zum Leben und vor allem zur Liebe gepostet. Hier ein Beispiel für Inhalte, die Daniel H. mit anderen teilte:

    © Foto : Screenshot

    Streit um Zigaretten? Neue Informationen kommen ans Licht

    Oft wurde im Zusammenhang mit dem Tod von Daniel H. in letzter Zeit das Gerücht wiederholt, er sei einer sexuell belästigten Frau zu Hilfe geeilt. Die Polizei hatte das immer wieder dementiert. Nun hat die Ukrainerin gegenüber der „Freien Presse“ einen anderen Tathergang dargestellt. Zwar habe sie die Polizei informiert, aber begrapscht sei sie keineswegs worden. In dem eskalierten Streit sei es nach ihrer Darstellung lediglich um Zigaretten gegangen.

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    Tags:
    Hilfe, Auseinandersetzungen, Messerstecherei, Radikalismus, Extremisten, Opfer, Facebook, Deutschland, Chemnitz