07:24 12 Dezember 2018
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    Grosny - die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tschetschenien

    Gefährlicher als Tschetschenien - Demnächst auch Reisewarnung nach Deutschland?

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    Paul Linke
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    Das Auswärtige Amt rät von Reisen in die autonome Republik Tschetschenien ab und weist dabei auf Gefahren durch Terrorismus hin. Doch Warum? 2016 wurden in Deutschland 28 Anschläge mit terroristischem Hintergrund registriert - in Tschetschenien hingegen null. Muss nun auch vor Reisen in die Bundesrepublik gewarnt werden?

    „Bei Reisen in den Föderalbezirk Nordkaukasus sowie angrenzende Regionen wird auf die erhöhte Sicherheitsgefährdung hingewiesen. Insbesondere von nicht zwingend erforderlichen Reisen nach Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan wird abgeraten“, heißt es auf der Internet-Seite des Auswärtigen Amtes.

    In den Regionen bestehe aufgrund von möglichen Anschlägen mit „terroristischem Hintergrund, bewaffneten Auseinandersetzungen und Entführungsfällen ein höheres Sicherheitsrisiko als in anderen russischen Landesteilen“, warnt das Ministerium.

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    Terroranschläge 2016: Deutschland 28 — Tschetschenien null

    Den Sicherheitshinweis kann Konstantin Ermisch von der touristischen Vertretung der Republik Tschetschenien in Deutschland nicht nachvollziehen: „Ich bin der Meinung, die Informationen sind veraltet. Sie sind circa zehn Jahre alt.“

    So sind beispielsweise 2016 laut „Global Terrorism Database“ ganze null Anschläge in der kaukasischen Republik Tschetschenien festgestellt worden. In Deutschland wurden hingegen 28  Anschläge gezählt. Die Anschläge richteten sich zum größten Teil gegen Flüchtlingsunterkünfte und wurden dem fremdenfeindlichen Milieu zugeordnet. Dabei wurden 10 Menschen getötet und 25 verletzt. 14 Menschenleben und 25 Verletze forderten im Jahr 2016 Terroranschläge mit einem islamistischen Hintergrund. Im Juli und im Dezember 2017 wurden in Deutschland drei Anschläge verzeichnet. In Tschetschenien war es einer.

    „Reisewarnung“ ohne Begründung

    Auf Nachfrage der Sputnik-Redaktion, mit welcher Begründung eine derartige Reisewarnung veröffentlicht wurde, hieß es aus dem Auswärtigen Amt: „Für die Russische Föderation, respektive den Nordkaukasus wurde keine Reisewarnung ausgesprochen.“ Reise- und Sicherheitshinweise „und – falls nötig – Reisewarnungen“ würden sich auf alle dem Auswärtigen Amt verfügbaren und für vertrauenswürdig erachteten Informationen stützen. An ihrer Erstellung seien die weltweit rund 220 deutschen Auslandsvertretungen vor Ort ebenso wie die Länderexperten im Auswärtigen Amt beteiligt. „Die Quellen und Inhalte, welche diese Quellen dem Auswärtigen Amt mitteilen, auf deren Grundlage die Reise- und Sicherheitshinweise erstellt oder aktualisiert werden, werden aus Schutzgründen nicht genannt“, so das Ministerium. Die Sicherheit der deutschen Staatsangehörigen stehe dabei absolut im Vordergrund, betonte das Amt.

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    Demnächst auch Reisewarnung nach Deutschland?

    Dem „Global Terrorism Index 2017“ zufolge steht die Russische Föderation auf dem Platz 33 noch vor Frankreich (Platz 23) und USA (Platz 32).  Deutschland belegt den Platz 38. Zwar gibt es auch einen „Landesspezifischen Sicherheitshinweis“ für Frankreich, das seit Anfang 2015 Ziel „mehrerer schwerer Terroranschläge“ geworden ist. Von Reisen in die Nachbarrepublik wird jedoch, anderes als im Fall Tschetschenien, nicht abgeraten. Den Reisenden wird auf der Seite des Ministeriums nur zu „besonderer Vorsicht“ geraten.

    Noch wird auf der Internet-Seite des russischen Außenministeriums nur auf mögliche Grenzkontrollen im Schengener Raum hingewiesen. Doch vielleicht folgt auch bald eine Sicherheitswarnung für Reisen in die Bundesrepublik. Die Vertreter des deutschen Tourismus würde das sicher freuen.

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    Reise, Warnung, Gefahr, Terror, Auswärtiges Amt, Tschetschenien, Russland, Deutschland