01:49 17 Dezember 2018
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    Sowjetische Jets MiG-21UB auf einem Militärflugplatz (Archivbild)

    Todesflug 1966: Denkmal für abgestürzte Sowjetpiloten in Sachsen wiedereröffnet

    © Sputnik / Michail Kuchtarew
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    Ein Denkmal für zwei russische Piloten, die 1966 den Absturz ihres Kampfjets mit ausgefallenem Triebwerk auf Wohnviertel von Geithain südlich von Leipzig verhindert hatten, ist anlässlich des Weltfriedenstages wiedereröffnet worden. Das berichtete die „Junge Welt“ am Montag.

    Am 19. Oktober 1966 starteten Oberst Viktor Schandakow und Major Juri Wladimirow vom knapp 20 Kilometer entfernten Militärflugplatz Altenburg/Nobitz mit einem zweisitzigen Schulflugzeug zu einem nächtlichen Übungs- und Lehrflug. Plötzlich fiel das Treibwerk aus. Die beiden Piloten konnten ihre Schleudersitze nicht nutzen, weil sie bemerkten, dass sie unmittelbar auf eine Ortschaft zuflogen. Erst als sie sicher waren, dass das Flugzeug dort nicht abstürzen würde, setzten sie die Rettungssysteme ein, schrieb das Blatt.

    Jedoch reichte die Höhe für das Öffnen der Fallschirme nicht mehr aus. Einer der Piloten war auf der Stelle tot, der andere starb kurz nach dem Aufprall.

    „Im Laufe der Jahrzehnte geriet das Denkmal in Vergessenheit. Nach dem politischen Umbruch der Zeit um 1990 hatten die Menschen andere Sorgen, als sich um dessen Erhalt zu kümmern. Das Denkmal drohte zu verfallen und zuzuwachsen“, hieß es in dem Beitrag.

    Bernd Gnant, Mitglied im Linke-Ortsverband, habe sich im Frühjahr 2018 entschlossen, die Restaurierung des Ehrenmals selbst in Angriff zu nehmen. Unter den Spendern seien Abgeordnete aller Ebenen der Linkspartei gewesen. Bei der Spendenaktion seien rund 20.000 Euro zusammengetragen worden, hieß es. 

    Gnant betonte in seiner Rede am Sonnabend, dass „die Sowjetarmee im Zweiten Weltkrieg die Hauptlast bei der Niederschlagung des Faschismus“ getragen habe. Ihren Soldaten gelte „unsere tiefempfundene Dankbarkeit“. Der Weltfriedenstag sei Anlass genug, daran zu erinnern.

    An die Adresse der NATO und ihrer Mitgliedsstaaten forderte Gnant: „Es gibt keinen Weltfrieden ohne und gleich gar nicht gegen Russland. Zeigen Sie nicht die Faust, sondern reichen Sie Russland die Hand!“

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    Tags:
    Wiedereröffnung, Piloten, Denkmal, Absturz, Bernd Gnant, Juri Wladimirow, Viktor Schandakow, Deutschland, Russland