00:38 20 September 2018
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    Ein deutsch-arabisches Lehrbuch in einem Spandauer Asylheim

    Welche Sprache am meisten in Haushalten mit Migranten gesprochen wird

    © AFP 2018 / Tobias Schwarz
    Gesellschaft
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    Je länger Migranten in Deutschland leben, desto eher sprechen sie zuhause deutsch. Darauf macht eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes aufmerksam. Immerhin in mehr als einem Drittel der reinen Migranten-Haushalte wird Deutsch gesprochen. Türkisch und russisch sind den Statistikern zufolge die am häufigsten benutzten ausländischen Sprachen.

    In vielen Haushalten mit Migranten in der Bundesrepublik wird Deutsch gesprochen. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) herausgefunden und am Mittwoch gemeldet. Danach wurde 2017 in den meisten Mehrpersonenhaushalten, in denen mindestens eine Person einen Migrationshintergrund hat, überwiegend Deutsch gesprochen, also in 3,5 Millionen Haushalten. Die am häufigsten gesprochene ausländische Sprache in diesen Haushalten sei Türkisch (17 Prozent), gefolgt von Russisch (16 Prozent), Polnisch (9 Prozent) und Arabisch (7 Prozent).

    Die amtlichen Statistiker berufen sich auf die kontinuierliche Bevölkerungsstudie Mikrozensus. Laut Destatis hat eine Person dann einen sogenannten Migrationshintergrund, „wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde“.

    Ob vorrangig Deutsch oder eine ausländische Sprache gesprochen wird, hänge stark von der Zahl der Haushaltsmitglieder mit Migrationshintergrund ab, heißt es. „In rund 89 Prozent der Haushalte, in denen nur ein Teil der Haushaltsmitglieder ausländische Wurzeln hatte, verständigte man sich überwiegend auf Deutsch. Hatten hingegen alle Haushaltsmitglieder ausländische Wurzeln, sank der Anteil auf 40 Prozent.“

    Von der Herkunft der Haushaltsmitglieder hängt laut Destatis ab, welche ausländische Sprache gesprochen wird. So werde beispielsweise in rund 4 Prozent der Haushalte, in denen alle Personen syrische Wurzeln hatten, überwiegend Deutsch gesprochen.

    „Der jeweilige Anteil lag höher, wenn die Haushaltsmitglieder türkische (34 Prozent) oder russische Wurzeln (50 Prozent) hatten. In den meisten Haushalten, in denen alle Personen oder deren Eltern aus Kasachstan stammten, wurde dagegen überwiegend Deutsch gesprochen (62 Prozent) – unter anderem, weil Kasachstan eines der Hauptherkunftsländer der (Spät-)Aussiedler und Aussiedlerinnen ist.“

    Die amtlichen Statistiker weisen darauf hin, dass in Haushalten, in denen alle Personen zugewandert sind, die Aufenthaltsdauer entscheidend sei. „Je länger die Haushaltsmitglieder in Deutschland lebten, desto eher verständigten sie sich auch auf Deutsch.“

    Wenn die Haushaltsmitglieder im Durchschnitt weniger als zwei Jahre in Deutschland leben, hätten sie laut der Untersuchung nur zu 8 Prozent überwiegend Deutsch miteinander gesprochen. Hielten sie sich hingegen seit mindestens zehn Jahren hierzulande auf, liege dieser Anteil bei 47 Prozent.

    Redaktion

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    Tags:
    türkisch, Russlanddeutsche, Sprachunterricht, Deutsch, Russisch, Integration, Sprache, Ausländer, Arabisch, Statistisches Bundesamt, Türkei, Polen, Kasachstan, Syrien, Deutschland, Russland