00:23 20 September 2018
SNA Radio
    Polizeieinsatz während einer Demonstration in Chemnitz nach dem Mord an Daniel H. (Symbobild)

    Tötungsverdacht von Köthen: Bürgermeister warnt vor Gewalt am Sonntagabend

    © AFP 2018 / Sebastian Willnow / dpa
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    7711268

    Nach dem Tod eines 22-jährigen Deutschen in Köthen (Sachsen-Anhalt), dem ein Streit mit Afghanen vorausgegangen war, haben rechte und linke Gruppen für den Abend zu Demonstrationen aufgerufen. Der Bürgermeister warnt vor Gewalt zwischen den Protestierenden - die Polizei schickt Kräfte aus anderen Bundesländern.

    Nach dem Tod eines 22-jährigen Mannes auf einem Spielplatz in Köthen am späten Samstagabend sind in der Nacht zum Sonntag zwei afghanische Staatsbürger wegen des "Anfangsverdachts eines Tötungsdelikts" von der Polizei festgenommen worden.

    Nach dem Aufruf von linken und rechten Gruppen zu Demonstrationen bereitet sich die Polizei auf massive Proteste und mögliche Ausschreitungen vor.

    Rechte Gruppen haben zum "Trauermarsch" am Sonntagabend aufgerufen, zahlreiche Gruppen wollen gleichzeitig "gegen Rechts" sowie "gegen Hetze" demonstrieren.

    Köthens Bürgermeister Bernd Hauschild (SPD) hat derweil auf seiner Facebookseite von der Teilnahme am "Trauermarsch" der rechten Gruppen abgeraten — ihm lägen Informationen vor, "dass auch gewaltbereite Gruppen von außerhalb Köthens in großer Zahl anreisen werden".

    Die Polizei hat mittlerweile angekündigt, am Abend "mit Kräften vor Ort" zu sein. Nach Angaben des Nachrichtenportals "Spiegel" ist auch Bundespolizei auf dem Weg in die Stadt.

    Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht hat unterdessen zur Besonnenheit aufgerufen sowie sein vollstes Verständnis für die Betroffenheit der Bürger ausgesprochen. Der Rechtsstaat werde alle Mittel konsequent einsetzen, um diesen Fall aufzuklären, so der Innenminister.

    Hintergrund des Falls unklar

    Nach Medienberichten sollen die festgenommenen Afghanen mit dem Deutschen am Samstagabend an einem Spielplatz in Streit geraten sein. Dem könnte eine "Auseinandersetzung der beiden Afghanen mit einem weiteren Landsmann und einer schwangeren Frau" vorausgegangen sein, so der "Spiegel". Es könnte möglicherweise um die Frage gegangen sein, "wer die Frau geschwängert habe."

    >>>Chemnitz: „Zusammenrottungen“ und Schutzlosigkeit des deutschen Staates<<<

    Nach einer Eskalation des Streites sei der 22-Jährige so stark verletzt worden, dass er im Krankenhaus gestorben sei.

    Nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Focus", das sich auf die "Mitteldeutsche Zeitung" beruft, sei die Todesursache jedoch ein Herzinfarkt gewesen.

    Später hat die Polizei diese Information bestätigt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Proteste, Tod, Gewalt, Köthen, Sachsen-Anhalt, Deutschland