07:01 21 November 2018
SNA Radio
    Christ-Erlöserkathedrale in Moskau

    Autokephalie für Kiew? Moskauer Patriarchat warnt Konstantinopel vor Kirchenspaltung

    © AP Photo / Felipe Dana
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    3672

    Der Heilige Synod der Russisch-Orthodoxen Kirche hat gegen die Ernennung von zwei Exarchen für die Ukraine durch das Patriarchat von Konstantinopel „im Rahmen der Vorbereitung auf die Zuerkennung der Autokephalie an die orthodoxe Kirche in der Ukraine“ scharfen Protest erhoben.

    Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel hatte Erzbischof Daniel (Zelinsky) von Pamphilon (USA) und Bischof Ilarion (Rudnik) von Edmonton (Kanada) als seine Exarchen in Kiew ernannt.

    Wie der Vorsitzende der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats, Metropolit Ilarion von Wolokolamsk, am Samstag im russischen Fernsehen erklärte, werde die Russisch-Orthodoxe Kirche die eucharistischen Beziehungen zu Konstantinopel abbrechen, wenn der Ukrainischen Kirche die Autokephalie gewährt werden sollte.

    „Eine so freche und zynische Einmischung in die Angelegenheiten einer orthodoxen Landeskirche führt nicht nur die Situation in eine Sackgasse, sondern droht mit einer Spaltung der gesamten orthodoxen Gemeinschaft der Welt. (…) Die kanonische Kirche wird diese Autokephalie nicht anerkennen. Wir in der Russischen Kirche akzeptieren nicht diese Autokephalie. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Beziehungen zu Konstantinopel abzubrechen“, so der Metropolit.

    Sollte Konstantinopel seinen hinterhältigen Plan zur Gewährung der Autokephalie vollständig umsetzen, würde dies bedeuten, dass irgendeine Gruppe von Sektierern, die in der orthodoxen Welt nicht anerkannt worden seien, die Autokephalie erhalten werde, sagte der Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche.

    Das Patriarchat von Konstantinopel würde sich damit im Grunde genommen „außerhalb des Rechtsfeldes der ökumenischen Orthodoxie“ stellen. Dies bedeute, dass der Patriarch von Konstantinopel kein Recht mehr haben werde, sich „Oberhaupt der 300 Millionen orthodoxen Gläubigen des Planeten“ zu nennen. „Das heißt, er würde mit seinen Handlungen im Grunde genommen die gesamte orthodoxe Gemeinschaft der Welt spalten“, betonte Metropolit Ilarion. 

    Die Russisch-Orthodoxe Kirche sei der Meinung, dass alle „Mittel der Kirchendiplomatie“ in den Beziehungen zur Konstantinopoler Kirche ausgeschöpft seien. „Die Konstantinopoler Seite hat sich von unserem Standpunkt aus gemein und hämisch benommen“, resümierte der kirchliche Würdenträger.

    Wie der Leiter der synodalen PR-Abteilung des Moskauer Patriarchats, Wladimir Legoida, im russischen Fernsehen mitteilte, bereitet die Russisch-Orthodoxe Kirche bereits eine Antwort auf die Handlungen des Patriarchats von Konstantinopel in Bezug auf die Ukraine vor.

    Laut Legoida „werden unbedingt Antwortschritte vonseiten des Moskauer Patriarchats folgen“, die „äußerst hart“ sein sollen.

    Legoida betonte zugleich: „Die Russisch-Orthodoxe Kirche wird sich bis zuletzt bemühen, den Frieden zu erhalten und ihre Brüder vor unverbesserlichen Schritten zu bewahren.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Kiewer Patriarchat raubt Moskauer Patriarchat Gotteshäuser – Kirchensprecher
    Tags:
    Spaltung, Kirche, Patriarchat, Russisch-orthodoxe Kirche, Ukraine, Russland