12:03 17 Oktober 2018
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    Volker Bruch in der Serie „Babylon Berlin“

    „Babylon Berlin” – Gebührenmillionen der ARD für Markterfolg von Pay-TV?

    © Foto: imdb/X-Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/Beta Film
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    Andreas Peter
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    Die ARD feiert den Quotenerfolg des Starts der Serie „Babylon Berlin“ als Rückendeckung für das neue Kooperationsmodell mit dem Bezahlsender Sky. Dort fand auch die Erstaufführung statt. Die ARD beteuert, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme. Dennoch bleiben Fragen. Zum Beispiel: Warum keine Erstausstrahlung im Ersten, das am meisten zahlte?

    Über die handwerkliche Qualität von „Babylon Berlin“ müssen wir nicht debattieren. Die Namen der beteiligten Kreativen der deutschen Filmindustrie sprechen für sich. Die Bildästhetik hat allerhöchstes Niveau. Die Leistungen der einzelnen Gewerke müssen internationale Vergleiche nicht scheuen. Ob die Geschichte selbst, die Art und das Tempo ihrer Erzählung, ihre spannenden und berührenden Momente die Erwartungen erfüllen können, die an eine Serie dieses hohen Anspruches zu stellen sind, müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer entscheiden. Dutzende Rechteeinkäufer von Fernsehsendern rund um den Globus hatten sich schon entschieden, noch ehe die Dreharbeiten begonnen hatten. Zumindest die Quoten der Ausstrahlungen im deutschen Pay- und Free-TV lassen die Herzen der am Riesenprojekt Beteiligten höher schlagen.

    Wunsch nach internationalem Erfolg hatte Vorrang vor allem

    Bundesinnenminister Horst Seehofer
    © REUTERS / Joachim Herrmann
    Ob allerdings am Ende auch die Gebührenzahlerinnen und –zahler des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland derartig zufrieden sind, wird sich noch zeigen, wenn „Babylon Berlin“ tatsächlich der Welterfolg werden sollte, für den die Serie konzipiert wurde. Eine der wesentlichen Intentionen für die Entwicklung der Serie war nicht so sehr, ganz einfach großes Erzählfernsehen zu kreieren, sondern vielmehr auf dem Fernsehmarkt USA einzuschlagen. Das aber hat weniger mit Filmkunst als vielmehr mit Marketing zu tun. Und es baute vom ersten Moment an ungeheuren finanziellen Druck auf.

    Am Anfang war „Babylon Berlin“ noch ein reines ARD-Projekt

    Der Legende nach baten Produzent Stefan Arndt sowie Starregisseur Tom Tykwer, beide Mitbegründer der damals noch unabhängigen Filmfirma „X-Filme“ irgendwann zwischen Ende 2013 und Anfang 2014 um einen Termin bei der ARD-Filmtochter „Degeto“. Sie hatten die Idee, Volker Kutschers 2008 veröffentlichten Krimibestseller „Der nasse Fisch“ in eine TV-Serie zu verwandeln, die den US-Markt erobern solle. Sehr schnell wurde allen Beteiligten klar, dass Volker Kutschers Überraschungserfolg durchaus Stoff für mehr als eine Miniserie liefert. Doch mit dem Anspruch, den US-TV-Markt erobern zu wollen, ergaben sich zwingend finanzielle Ansprüche, die selbst für die „Degeto“ mit ihrem Jahresbudget von 400 Millionen Euro wohl etwas zu viel erschienen. Das war offenbar der Moment, in dem eine Weiche gestellt wurde. Partner sollten mit auf den Zug aufspringen.

    „Babylon Berlin“ wird zur Public Private Partnership

    Die ARD hat Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit großen Produktionsgesellschaften und Vertriebsfirmen. So überrascht es nicht, dass irgendwann auch die renommierte Firma „Beta Film“ mit dabei war, die den Weltvertrieb organisieren sollte. Die ARD hat schon oft mit der „Beta Film“ zusammengearbeitet. Ob das auch der Beginn der Überlegungen für ein neues Kooperationsmodell zwischen öffentlich-rechtlicher ARD und privatrechtlichem Bezahlsender Sky war, wissen wir nicht. Aber es könnte durchaus so gewesen sein. Oder aber auch umgekehrt, also dass erst die ungewöhnliche Allianz zwischen ARD und Sky feststand und dann die Beta hinzugezogen wurde.

    Die Schlüsselfigur Jan Mojto

    Im Kern ist das egal. Denn sowohl hinter Beta als auch Sky taucht ein Name auf, der uns im Weiteren – neben anderen Namen – vor allem interessieren soll: Jan Mojto. Der gebürtige Slowake war jahrelang ein einflussreicher Manager im Kirch-Konzern. Er wurde oft als rechte Hand von Firmenpatriarch Leo Kirch bezeichnet. Durch ihn lernte Mojto den Handel mit Film- und Fernsehrechten. Das half ihm, als der Kirch-Konzern zusammenbrach. Im Kampf um die Filetstücke der Konkursmasse gelang Mojto der Coup seines Lebens. Der Insolvenzverwalter vertraute auf die Insiderkenntnisse Mojtos über den Schatz an Filmrechten, die Kirch über die Jahrzehnte erworben hatte, und gab ihm den Zuschlag für den Großteil des Filmpakets des Kirch-Konzerns, das in der Firma „Beta“ gebündelt lag. Von Kirch lernte Mojto vor allem, knallhart zu verhandeln, zu pokern, mitunter zu bluffen, nicht alle Karten auf den Tisch zu legen, aber immer das maximal Mögliche herauszuholen.

    Vielleicht war diese Erfahrung auf die eine oder andere Weise auch hilfreich für die Verhandlungsstrategie von „Beta“ und „Sky Deutschland“ gegenüber der „Degeto“? Wir wissen es nicht. Was wir wissen ist: Mojto war im Kirch-Konzern an vorderster Front auch damit beauftragt, die Vision von Leo Kirch umzusetzen, Bezahlfernsehen in Deutschland durchzusetzen. Weshalb der Name Jan Mojto auch immer zu finden ist, wenn es um „Sky“ und dessen Vorläufer „Premiere“ geht. Als die Verhandlungen mit der „Degeto“ zur Realisierung von „Babylon Berlin“ begannen, lieferte Mojto schon eine Weile Programminhalte für „Sky Deutschland“, beispielsweise im Rahmen des Spartenkanals „Spiegel Geschichte / Spiegel TV Wissen“.

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    Dafür war eigens die „SPIEGEL TV Geschichte GmbH & Co.KG“ gegründet worden. An der ist Jan Mojto über die Firma „Autentic“ beteiligt, an der er 40 Prozent hält. Und zwar über seine Firma „Beta“. Die wiederum soll seit Dezember 2015 seinen beiden Töchtern Catherina und Carolina zu je 50 Prozent gehören. Eigentlich gehörte ihnen „Beta“ schon zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, aber über Treuhandverträge übte seinerzeit noch Vater Jan die faktische Macht im Unternehmen aus. Dieser familiäre Aspekt wird später noch von Interesse sein.

    Zunächst zurück zur Firma „Autentic“. 50 Prozent der Anteile gehören Patrick Hörl, der den Sky-Kanal „Spiegel Geschichte“ leitet. Hörl und Mojto kennen sich aus dem Kirch-Konzern. Hörl hat aber auch für den Bayerischen Rundfunk gearbeitet. Auch die viertgrößte ARD-Anstalt wird uns noch wiederbegegnen.

    ARD darf zahlen, Sky darf zuerst senden

    Ob nun Mojto den Bezahlsender „Sky“ in das Projekt „Babylon Berlin“ geholt hat oder umgekehrt, ist, wie bereits erwähnt, im Grunde nebensächlich. Fakt ist, dass aus unerklärlichen Gründen „Sky Deutschland“ durchsetzen konnte, dass ihm die Erstausstrahlungsrechte für „Babylon Berlin“ zustehen. Und das, obwohl „Sky“ letztlich von den ausgehandelten 40 Millionen Euro Gesamtkosten nur ganze fünf Millionen beigesteuert hat. Die ARD dagegen zwölf Millionen. Also mehr als doppelt so viel. Und vor allem: Gebührengelder.

    Als zum ersten Mal die ungewöhnliche Liaison für das ungewöhnliche Projekt bekannt wurde, war nicht davon die Rede, dass „Sky“ die exklusive Erstausstrahlung erhält. Da bestanden die Planungen noch aus acht Folgen einer Staffel im Wert von 25 Millionen Euro, und der Beitrag von „Sky“ lag sogar nur bei vier Millionen Euro. Aber auch, als dann im Oktober 2014 richtig offiziell der Start des Projektes verkündet wurde, schienen die Erstausstrahlungsrechte für „Sky“ zumindest offiziell noch nicht beschlossene Sache zu sein.

    Projekt drohte 2015 angeblich zu scheitern

    Das änderte sich erst im Februar 2016, als – im Berliner Traditionskino „Babylon“ natürlich – die Beteiligten überraschend verkündeten, dass „Sky“ mit der Ausstrahlung der Prestigeserie beginnen wird. Obwohl nach wie vor die ARD den Großteil der Kosten aufbrachte. Dass es überhaupt noch so weit kam, war ebenfalls ein wenig überraschend, denn zwischenzeitlich hatte ausgerechnet WDR-Intendant Tom Buhrow für Fassungslosigkeit gesorgt. Im Oktober 2015, während der Sendung „ARD-Check“, erklärte Buhrow, eigentlich zu einer ganzen anderen Frage antwortend, mit keckem Augenzwinkern, er habe gehört, das Vorzeigeprojekt „wackele“. Seinem Intendantenkollegen Lutz Marmor vom NDR neben ihm entglitten die Gesichtszüge und er konnte nur ein „Echt?“ hervorbringen. Die anderen Intendantenkollegen sollen am nächsten Tag sehr viel mehr gegen Tom Buhrow hervorgebracht haben, wie kolportiert wurde.

    Dass die Projekt-Beteiligten sofort multimedial ausschwärmten, um den Schaden, den Buhrow angerichtet hatte, wieder zu beheben, versteht sich von selbst. Was man nicht versteht, ist, warum so wenige Worte eine derart verheerende Reaktion hervorrufen konnten. Gab es zu diesem Zeitpunkt hinter den Kulissen Streit? Auch um Vertragsgestaltung? Um Finanzen?

    Umstrittene Finanzierung

    So sieht die Aufteilung der knapp 40 Millionen Euro Gesamtkosten für 16 Folgen aus:

    • ARD – 12 Millionen Euro (Gebührengelder aus dem Etat der „Degeto“)
    • Sky – 5 Millionen Euro (Geld aus dem Etat von „Sky Deutschland“ bzw. der „Sky-Gruppe“)
    • Beta – 11 Millionen Euro (Verkauf der weltweiten Fernsehrechte; inzwischen 100 Staaten)
    • Filmförderung – 12 Millionen Euro (Medienboard Berlin Brandenburg, NRW Film- und Medienstiftung, Creative Europe Media, German Motion Picture Fund)

    Der ARD muss sehr schnell klar gewesen sein, dass sie in Erklärungsnot gegenüber den Gebührenzahlerinnen und –zahlern geraten würde. Doch sie erklärte nicht etwa, wieso ein Partner, der deutlich weniger zahlt, dennoch als erster den Ruhm einheimsen darf. Dass die ARD das hingenommen hat, ist schon deshalb erstaunlich, weil es nicht unwahrscheinlich ist, dass viele Menschen „Babylon Berlin“ vor allem mit „Sky“ in Verbindung bringen werden, weil es dort eben zum ersten Mal gesendet wurde.

    In der ARD hat man offenbar ausgeblendet, dass das Geschäftsmodell von Bezahlsendern wie „Sky“ nicht ist, in friedlicher Kooperation mit öffentlich-rechtlichen Sendern zu leben, sondern diese lästige Konkurrenz endlich loszuwerden, vor allem anderen durch das Angebot von exklusiven Inhalten. Genau deshalb ist „Sky“ so versessen auf Sportrechte. Natürlich hat „Sky“ intensiv die Erstausstrahlung von „Babylon Berlin“ im Oktober 2017 beworben und auf die besonderen Umstände und den sich abzeichnenden internationalen Erfolg dieser Serie hingewiesen. „Sky Deutschland“ befand sich zu diesem Zeitpunkt außerdem in der Endvorbereitung für die Einführung des neuen Produktes „Sky Q“ in Deutschland. Da kam so ein Zuschauermagnet als schmückendes Beiwerk einer Werbekampagne natürlich gerade recht.

    Worin liegt der Nutzen für die ARD?

    Für einen Menschen, der zugegebenermaßen keine Ahnung von den Feinheiten und Finessen der Filmfinanzierung und von Fernsehrechten, von Serienentwicklung und Serienproduktion hat, ist es unverständlich, warum die ARD sich auf diesen Deal, in dieser Form, mit dieser Kosten-/Nutzenverteilung eingelassen hat. Denn welchen konkreten pekuniären Nutzen hat die ARD davon? Welche Einnahmen kann sie generieren? Wird sie ihre 12 Millionen Euro Investition refinanzieren können, vielleicht sogar Gewinn machen können? Mit welchen Einnahmen? Werden auch folgende Staffeln zuerst bei „Sky“ gezeigt?

    „Sky“ habe die Erstausstrahlungsrechte zur Bedingung gemacht, um an dem Serien-Projekt überhaupt teilzunehmen, heißt es in diversen Medienberichten. Das ist bis heute durch die ARD nicht dementiert worden. Aber wie kann ein Partner, der den geringsten finanziellen Beitrag leistet, eine derartige Bedingung stellen und sie auch noch erfüllt bekommen? Welches unabweisbare Druckmittel hatte „Sky“ vorzuweisen, um sich durchsetzen zu können?

    Oder gab es gar keine Druckmittel, sondern stattdessen stilles Einvernehmen, Einräumen eines geldwerten Vorteils wegen persönlicher Gefälligkeiten? An dieser Stelle kommen wir endlich auf die Hinweise am Beginn dieses Artikels zurück, wonach uns die Namen Mojto und Bayerischer Rundfunk noch einmal beschäftigen werden.

    Vetternwirtschaft bei „Babylon Berlin“?

    Im Januar 2018, drei Monate nach der Premiere von „Babylon Berlin“, wurde bekannt, dass der Intendant des BR und frühere Sprecher der Bundesregierung, Ulrich Wilhelm, der Juristischen Direktion seines Hauses im Jahr 2012 angezeigt hatte, dass er in einer besonderen privaten Beziehung zur Familie Mojto stehe. Mit der „Degeto“ vereinbarte Wilhelm, (er ist als BR-Intendant Mitglied der Gesellschafterversammlung), dass er sich ab sofort aus allen Verträgen der „Degeto“ heraushalten werde, die eine Interessenkollision wegen seiner besonderen privaten Beziehung zur Familie Mojto bedeuten könnte. Da war von „Babylon Berlin“ noch nichts am Fernsehhimmel zu sehen, aber die damals bereits bestehenden Geschäftskontakte zwischen ARD und Jan Mojto und seinen Unternehmen boten Anlass genug für einen Juristen, Bauchschmerzen zu bekommen.

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    Diese besondere private Beziehung wurde 2014 schließlich insofern konkret, als Wilhelm eine der beiden bereits erwähnten Töchter von Jan Mojto heiratete. Wir erinnern uns: In diesem Jahr wurde erstmals die Zusammenarbeit von X-Filme, ARD, Sky und Beta-Film publik. Der Bayerische Rundfunk musste einräumen, dass sein Intendant – immerhin Volljurist – nach 2012 niemanden mehr darüber informierte, dass spätestens seit Dezember 2015 dessen Ehefrau die Kontrolle über die Hälfte der „Beta-Film“ ausübte.

    Unnötige Interessenkonflikte in der ARD

    Dennoch sehen weder BR noch Degeto irgendwelche Interessenkonflikte oder unzulässige Begünstigungen oder dergleichen. Fast könnte man sagen, wen wundert es? Es ist nicht der einzige Fall in der ARD, bei dem derartige Konstellationen bekannt wurden, die mindestens fahrlässig genannt werden können, im Hinblick auf den Imageschaden, der dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk durch den Verdacht von Vetternwirtschaft entsteht.

    Bleiben wir am besten gleich bei der „Degeto“. Deren Chefin ist seit 2012 Christine Strobl. Sie ist die Frau des baden-württembergischen Ministers für Inneres, Digitalisierung und Migration, Thomas Strobl (CDU). Christine Strobl ist die Tochter von Wolfgang Schäuble (CDU), den man sicherlich nicht extra vorstellen muss. Vorhersehbar verbittet sich Christine Strobl genervt jeden Vorwurf der Vetternwirtschaft.

    Der Fall Doris Heinze

    Dass es die in der ARD gab und gibt, belegt auch der Fall der ehemaligen Fernsehspiel-Chefin des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Doris Heinze. Sie vergab in mindestens fünf Fällen Aufträge für Drehbücher an einen Autor namens Niklas Becker. Auf der Internetseite des NDR wurde Becker als ein öffentlichkeitsscheuer Autor beschrieben, der in Übersee lebe. 2010 kam heraus, dass es Niklas Becker gar nicht gibt, weil es das Pseudonym des Ehemannes von Doris Heinze war. Heinz vergab auch in anderen Fällen mit solchen Methoden Aufträge an Freunde.

    Der Fall „Kinowelt“

    Oder nehmen wir den Fall des Verkaufs von 51 Prozent der Drefa-Holding an die Filmrechtefirma „Kinowelt“ im Jahr 1999. Die Drefa war durch den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) gegründet worden, um in diesem Unternehmen 80 Firmen zu bündeln, mit denen das ganze Spektrum an Film- und Fernsehproduktion abgedeckt werden sollte. „Kinowelt“ erhielt exklusiven Zugang zum Auftragsvolumen des MDR für Film- und Fernsehproduktionen und deren Vermarktung und Verwertung. Was in den Gremien des MDR niemand ahnte: Die beiden seinerzeitigen Inhaber der „Kinowelt”, Michael und Rainer Kölmel, waren die Cousins von MDR-Fernsehdirektor Henning Röhl. Nicht nur der Verwaltungsrat und der Rundfunkrat des MDR fühlten sich betrogen. Röhl und der damalige Intendant Udo Reiter verteidigten dennoch unverdrossen das Geschäft.

    Henning Röhl war nach seinem Ausscheiden aus dem MDR (aber natürlich nicht wegen des „Kinowelt“-Deals!) für eine Weile beim Spartensender „Bibel TV“. Der ehemalige ARD-Journalist zeigte dort offen, was er beim MDR nur selten offen zur Schau stellte: eine evangelikale christliche Weltanschauung mit klarem Hang zum Missionieren. Es überrascht deshalb sicherlich nicht, dass Henning Röhl dafür sorgte, dass im MDR auch die mit Millionenaufwand produzierte Großserie „Die Bibel“ mit Weltstar Richard Harris in einer der Hauptrollen gezeigt wurde.

    Produziert ganz zufällig von einem gewissen Jan Mojto. Der ist im Februar 2017 als „strategischer Partner“ in die Firma „X-Filme“ eingestiegen. Und da es weitere Staffeln von „Babylon Berlin“ geben wird, steht Jan Mojto in der ersten Reihe an der Kasse, wenn sie anfängt zu klingeln. Ob auch sein Schwiegersohn in irgendeiner Weise davon profitieren wird, wissen wir nicht. Aber laut „Degeto“ und Bayerischem Rundfunk hat es keinerlei Auswirkungen, dass der BR-Intendant mit einer Frau verheiratet ist, die an einer der wichtigsten Produktionen des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks verdient.

    Immer diese Neiddebatten.

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    Tags:
    Konflikt, Interessen, Finanzierung, Medien, TV, Serie, Filme, Qualität, ARD, USA, Deutschland