19:44 17 Dezember 2018
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    Alexander Kokorin (r.) und Pawel Mamajew (Archivbild)

    Russland empört über randalierende Fußball-Stars – Strafverfahren eingeleitet

    © Sputnik / Michail Kirejew
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    Gegen zwei russische Fußballspieler, Alexander Kokorin und Pawel Mamajew, ist ein Strafverfahren wegen einer Schlägerei in Moskau eingeleitet worden. Vertreter des Russischen Fußballbundes, des Sportministeriums, des Kremls und anderer Institutionen haben sich zu dem Vorfall geäußert.

    Laut russischen Medien sollen Kokorin, der beim Sportverein „Zenit St. Petersburg“ unter Vertrag ist, und Mamajew, aktuell beim Fußballclub „FK Krasnodar“, ein Stripteaselokal in der Nacht auf Montag besucht haben. Danach sollen die Sportler, die mit mehreren Personen unterwegs gewesen waren, den Chauffeur einer Moderaterin des russischen Fernsehsenders „Perwyj Kanal“ neben einem Hotel in Moskau geschlagen haben. Entsprechende Videos tauchten im Netz auf.

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    Der Fahrer soll die Männer gerügt haben, weil sie auf geparkte Autos eingetreten hatten, berichten russische Medien.

    Später am selben Tag kam es zu einem Konflikt zwischen den Sportlern und dem Chef eines Departements im russischen Industrie- und Handelsministerium, Denis Pak, in einem Moskauer Café. Der Beamte erlitt Verletzungen, angeblich nachdem er das Benehmen der Sportler kritisiert hatte.

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    Laut dem Ministerium soll auch der Generaldirektor des Staatlichen Forschungsinstituts „NAMI“ für Automobile, Sergej Gajssin, Verletzungen davongetragen haben. Die Polizei untersucht derzeit die Materialien in beiden Fällen.

    Russlands Sportminister, Pawel Kolobkow, betonte, dass die Situation noch geklärt werden müsse. Er kritisierte das Verhalten der mutmaßlichen Täter als „unzulässig“ und „unsportlich“.

    „Diese Jungs spielen nicht in der russischen Nationalmannschaft und allem Anschein nach werden sie das auch nie mehr. Ich denke, dass die Besitzer der Clubs, denen sie angehören, auch Schlüsse ziehen werden“, so Kolobkow.

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    Laut dem Vize-Präsidenten des Russischen Fußballbundes, Sergej Anochin, kann er sich nicht vorstellen, dass jemand von den aktuellen russischen Nationalspielern, „von denjenigen, die uns die Feier während der WM-2018 geschenkt haben“, einen Menschen angreifen könnten.

    „Diese beiden Sportler (Kokorin und Mamajew – Anm. d. Red.) gehören derzeit nicht der Sbornaja an und haben damit nichts zu tun. Der eine (Kokorin) war im November 2017 (in die Nationalmannschaft) berufen worden. Der zweite (Mamajew) hat zum letzten Mal überhaupt während der Europameisterschaft 2016 (als Nationalspieler) gespielt“.

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    Der Kreml seinerseits rief dazu auf, „von Emotionen abzusehen“. „Da hat es offenbar mehrere Zeugen gegeben sowie eine Videoaufnahme… Den Rechtsschutzbehörden wird es leicht fallen, bei der entsprechenden Anzeige des Beschädigten den Sachverhalt aufzuklären“, äußerte der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow.

    Medienberichten zufolge soll Kokorin den Staatsbeamten mit einem Stuhl geschlagen haben. In einem emotionalen Facebook-Eintrag fragte die Sprecherin des russischen Außenamtes, Maria Sacharowa, rhetorisch, „warum es Beamten nicht früher eingefallen“ sei, „Fußballern wegen nicht abgefangener Bälle und nicht gelungener Torschüsse auf den Kopf zu schlagen“.

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    Die Vernehmung von Kokorin und Mamajew soll dem Portal Sportbox zufolge am Mittwoch stattfinden. Demnach will die Frau von Pawel Mamajew, Alana Mamajewa, sich scheiden lassen.

    Das ist nicht der erste Skandal um die beiden Sportler. 2016 sollen sie in einem Club in Monaco 250.000 Euro für Schampus verpulvert haben. Das stieß auf heftige Kritik der Öffentlichkeit und führte zu einer harten Strafe der Vereine „Zenit“ und „Krasnodar“, die die Nachtschwärmer in die B-Mannschaften verbannten. Zudem mussten Kokorin und Mamajew eine Geldstrafe zahlen.

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