04:37 16 Dezember 2018
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    Der ehemalige Staatsoperndirektor Ioan Holender (Archiv)

    Wiener Ex-Staatsoperndirektor: „Krim ist russischer als russisch“

    © AP Photo / Vadim Ghirda
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    Alexandra Konkina
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    Der ehemalige Staatsoperndirektor Ioan Holender reist auf die Krim für das ServusTV-Magazin „kulTOUR“. Dort wird er eine Sendung drehen, die im Februar 2019 ausgestrahlt werden soll. Im Exklusivinterview mit Sputnik erklärt er, warum die klischeebehafteten Vorstellungen mancher westlicher Medien über die Halbinsel oft falsch sind.

    Herr Holender, es freut mich, Sie kennenzulernen. Meine erste Frage ist: Warum haben Sie sich entschieden, eine Dokumentation über die Halbinsel Krim zu machen?

    Weil ich unseren Fernsehzuschauern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz das Kulturleben auf der Krim näherbringen wollte.

    Was ist die Hauptidee des Films?

    Die Illustration des Kultur- und Musiklebens auf der Krim.

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    Welche Städte haben Sie besucht? Welche Eindrücke haben Sie gesammelt?

    Simferopol, Jalta, Bachtschyssaraj und Sewastopol. Einen sehr guten Eindruck über die fröhlichen und interessierten Menschen, welche auf der Krim leben. Einen ganz besonderen, was Gastfreundschaft in der Tatarenhochburg in Bachtschyssaraj betrifft.

    In einem Interview haben Sie gesagt: „Im Westen redet man viel über die Krim. Die Krim ist ukrainisch, die Krim ist tatarisch, die Krim ist russisch. Und ich möchte einfach zeigen, was die Krim ist". Was meinen Sie damit?

    Die überwiegend russische Bevölkerung ist stolz und selbstbewusst nach den zwei gewonnenen Krimkriegen, insbesondere nach dem aufopfernden, heldenhaften Krieg gegen Nazideutschland im Jahr 1944.

    Wäre ein Konzert österreichische Musiker auf der Krim möglich?

    Ein Austausch mit österreichischen und deutschen Musikern, ich meine Dirigenten, Instrumentalisten und Sängern, wäre sehr erfreulich und für die Völkerverständigung wichtig und wünschenswert.

    Stimmen die Klischees über die Krim, die aktiv von den westlichen Medien verbreitet werden? Lebt man dort wirklich so schlecht?

    Die Klischee-Vorstellung von manchen westlichen Medien über weit entlegene Orte war und ist oft falsch. Die Menschen auf der Krim sprechen und fühlen seit Katharina der Großen russisch und das Leben in dem herrlichen subtropischen Klima ist wunderbar.

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    Sie haben schon an verschiedenen russischen Projekten teilgenommen: an der „Bolschaja Opera" (dt. Große Oper) am internationaler Jelena-Obraszowa-Wettbewerb. Woher kommt dieses Interesse an Russland?

    Mein Interesse an der russischen Kultur ist selbstverständlich, denn es handelt sich doch um ein großes, bedeutendes Land, ohne welches unsere Geschichte und Gegenwart nicht möglich wäre.

    Wie bewerten Sie die gegenwärtige Qualität der russisch-österreichischen Beziehungen?

    Gut, auch ausbaufähig in beiderseitigem Interesse der Völkerverständigung.

    Russland und Österreich kooperieren sehr aktiv im Kulturbereich. Anfang Oktober wurde die Ausstellung  „Kaiserliche Metropolen St. Petersburg – Wien“ unter Teilnahme des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, sowie des österreichischen Bundeskanzlers, Sebastian Kurz, in der Eremitage eröffnet. 2018 ist das gemeinsame Jahr der Musik. Wie schätzen Sie die Rolle dieser Initiative im Rahmen der bilateralen Dialoge ein?

    Äußerst positiv.

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    Tags:
    Klischees, Idee, Film, Krim, Russland