11:46 18 November 2018
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    Proteste gegen Brexit (Archiv)

    Wegen „Brexit“ und NS-Verfolgung: Immer mehr Briten wollen wieder Deutsche werden

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    Alexander Boos
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    Im Jahr 2015 stellten nur 59 ehemalige Deutsche in Großbritannien einen Antrag auf Wiedereinbürgerung. Medienberichten zufolge stieg diese Zahl nun deutlich auf über 3700 Anträge. Darunter fallen auch dort lebende jüdische Bürger mit deutschen Wurzeln, deren Vorfahren im Nationalsozialismus verfolgt wurden.

    „Angesichts des nahenden Brexits wollen viele ehemalige deutsche Staatsbürger in Großbritannien einem Medienbericht zufolge ihren deutschen Pass zurück“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag. Von Januar bis September dieses Jahres seien 1147 Anträge auf Wiedereinbürgerung bei den Auslandsvertretungen Deutschlands im Vereinigten Königreich eingegangen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf das Bundesinnenministerium.

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    Insgesamt 3731 Anträgen auf Wiedereingliederung sind demnach seit 2016 eingegangen.

    Der größte Teil dieser Anträge auf einen deutschen Pass werde von Verfolgten des NS-Regimes und deren Familienangehörigen gestellt, so die Zeitung. Nach Artikel 116 des deutschen Grundgesetzes haben „frühere deutsche Staatsangehörige“, denen in der Zeit des Nationalsozialismus die Staatsangehörigkeit aus politischen oder rassistischen Gründen entzogen wurde, das Recht, einen Antrag auf den deutschen Pass zu stellen. Das Gesetz betreffe auch Nachfahren dieser NS-Verfolgten. Dies ermögliche es Juden im Vereinigten Königreich, zurück nach Deutschland zu kommen.

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    Tags:
    Staatsbürgerschaft, Opfer, Juden, Brexit, EU, Großbritannien, Deutschland