10:57 16 November 2018
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    Der frühere TV-„Wetterfrosch“ Jörg Kachelmann

    Eitel Sonnenschein beim MDR: „Jetzt wird alles gut“ – Jörg Kachelmann zurück im TV

    © AFP 2018 / JOHANNES EISELE
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    Alexander Boos
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    Der frühere TV-„Wetterfrosch“ Jörg Kachelmann kehrt ins Fernsehen zurück. Ab 2019 wird er beim „Mitteldeutschen Rundfunk“ die Talkshow „Riverboat“ moderieren. Damit kehrt er zum „MDR“ zurück. „Alles, was vom Rummel um seinen Prozess hängenbleibt, ist seine angebliche Vergewaltigung“, so eine Zeitung. Trotz fehlender Verurteilung.

    Der frühere Wetter-Moderator Jörg Kachelmann kehrt nach acht Jahren Pause ins Fernsehen zurück. Wie der öffentlich-rechtliche „MDR“ vor wenigen Tagen mitteilte, werde der ehemalige Wettermann der „Tagesschau“ gemeinsam mit Kim Fisher ab Anfang 2019 die Moderation der Talkshow „Riverboat“ übernehmen.

    „Für Kachelmann ist es bekanntes Terrain, er moderierte mit Unterbrechungen bereits bis 2009 an Bord des Riverboats“, berichtete der Sender auf seiner Homepage. „Riverboat“ zählt seit 1992 zu den beliebtesten Talk-Reihen im deutschen Fernsehen. Es läuft jeden Freitagabend im „MDR“.

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    „Jetzt wird alles gut“

    „Jetzt wird alles gut!“, zitierte der ostdeutsche Sender Kachelmann, der sich im Sächsischen probierte.

    „Isch gomm heeme. Nach so vielen Jahren Riverboat, Wetterstationseinweihungen und Verwandtschaftsbesuchen in der Metropole Borna ist Sachsen seit jeher mein häufigster Aufenthaltsort außerhalb der Schweiz gewesen.“

    Jörg Andreas Kachelmann (geboren 1958 in Lörrach) lebt und arbeitet in der Schweiz. Er betreibt dort eine eigene Firma, die meteorologische Dienstleistungen und Informationen anbietet. Dem Südwestfunk faxte er in jungen Jahren nach eigenen Angaben monatelang unaufgefordert Wettervorhersagen, bis diese angenommen wurden. 1989 kaufte Jörg Kachelmann ein altes Bauernhaus im Schweizer Kanton St. Gallen und baute es in eine Wetterstation um. Später präsentierte er Wettervorhersagen in der „ARD“, auch nach der „Tagesschau“, sowie für diverse Radio-Stationen.

    Von 2002 bis 2008 war er Gastgeber seiner eigenen Talkshow im MDR namens „Kachelmanns Spätausgabe“. Im November 2010 endete sein TV-Engagement vorerst – gegen ihn lief ein Gerichtsverfahren.

    Lässiger Stil – und Vergewaltigungs-Vorwurf

    Der „TV-Wetterfrosch“ zeichnete sich durch einen eigenen Stil aus, meldete sich auch mal per Live-Schaltung von ungewöhnlichen Orten. „Lässige Kleidung und ein etwas flapsiger Stil wurden dabei seine Markenzeichen“, heißt es in seinem Wikipedia-Eintrag.

    2010 dann das vorläufige Ende seiner TV-Karriere. Der Kachelmann-Prozess beginnt. Ein Strafverfahren gegen den Wettermoderator, das sich bis 2011 hinzog. Die Staatsanwaltschaft Mannheim und die Klägerin, seine ehemalige Geliebte, warfen Kachelmann eine „besonders schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit einer gefährlichen Körperverletzung“ vor. Kachelmann bestritt diese Vorwürfe stets. Am 31. Mai 2011 wurde er vor dem Landgericht Mannheim freigesprochen. Das Verfahren erregte erhebliche mediale Aufmerksamkeit.

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    Intime Details

    „Viele wird ein wiederauferstandener Kachelmann auf der TV-Bühne nicht gerade freuen“, kommentierte die „taz“ die Ankündigung. „War da nicht mal was, Kachelmann, der Vergewaltiger, oder so? Das ist alles, was aus der medialen Schlammschlacht um seinen Prozess hängengeblieben ist, auch acht Jahre später.“ Wegen der Vorwürfe gegen Kachelmann war das Medieninteresse riesig.

    „Andere Magazine zerrten intime Details aus seinem Sexualleben ans Licht.“ Kachelmann wurde zwar freigesprochen, aber sein öffentliches Image schien zunächst ramponiert. „Für die Öffentlichkeit blieb er danach Kachelmann, der Vergewaltiger, selbst mit Freispruch.“

    „Es wurde Zeit, dass es den Moderator Kachelmann wieder gibt“, schreibt die Zeitung weiter. „Weil er Person des öffentlichen Lebens ist, wurden alle Details aus Kachelmanns Verhandlung ausgeschlachtet. Für die Öffentlichkeit blieb er danach Kachelmann, der Vergewaltiger, selbst mit Freispruch. Dabei gibt es selbst für verurteilte Straftäter das Recht, irgendwann wieder an ihren Platz in der Gesellschaft zurückzukehren – für den ehemaligen Wettermoderator schien das bislang trotz Freispruch nicht zu gelten.“ Vielleicht bekommt Kachelmann nun eine Chance, sein öffentliches Image wieder aufzupolieren.

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    Tags:
    Talkshow, TV, Vergewaltigung, Wetter, Deutschland