08:29 21 November 2018
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    Unterricht in einer Sekundärschule von Voelklingen (Archivbild)

    Schlechtes Zeugnis für Deutschlands Bildungschancen – Unicef

    © AFP 2018 / Jean-Christophe Verhaegen
    Gesellschaft
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    Marcel Joppa
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    Wie stehen die Chancen auf eine gute Bildung in Deutschland? Ist die Chancengleichheit gerecht verteilt? In einer internationalen Untersuchung von 41 Industrieländern schneidet die Bundesrepublik schlecht ab. Trotz boomender Wirtschaft und einem üppigen Staatshaushalt scheint das Geld nicht dort anzukommen, wo es gebraucht wird: Bei den Kindern.

    Deutschland steht bei der Bildungsgerechtigkeit im Vergleich zu anderen Industrieländern gerade einmal im Mittelfeld. Das ergab eine Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef, für die das Unicef-Forschungszentrum Innocenti 41 Industrieländer verglichen hat.

    Elternhaus, Migration, Geschlecht …

    Die geringste Bildungsungleichheit gibt es demnach in Lettland, das als bestes Land das Ranking anführt. Bulgarien und Malta stehen am Ende der Rangliste. Deutschland belegt Platz 23 und liegt damit im unteren Mittelfeld, hieß es. Das bedeutet, dass auch Kinder in reichen Ländern nicht automatisch gleiche Chancen auf gute Bildung haben.

    Für die Studie untersuchten Experten die frühkindliche Förderung sowie Grundschulen und weiterführende Schulen. Wichtig dabei: Wie sehr beeinflussen beispielsweise der Beruf der Eltern, ein Migrationshintergrund, das Geschlecht oder die Schulformen die Bildungsgerechtigkeit? Die Experten werteten vor allem Daten der Europäischen Union und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aus.

    Deutschland hat noch viel zu tun …

    Bei der frühkindlichen Förderung sieht es in Litauen, Island und Frankreich besonders gut aus. In der Türkei, den USA und Rumänien ist es bei dem Thema am schlechtesten bestellt. Auch hier liegt Deutschland nur im Mittelfeld. Bei Grundschulen gibt es demzufolge in den Niederlanden, Lettland und Finnland die größte Chancengleichheit, in Malta, Israel und Neuseeland die geringste. Deutschland liegt im unteren Drittel.

    Und wie sieht es bei den Teenagern aus? Bei den Bildungschancen für 15-Jährige liegen laut der Studie Lettland, Irland und Spanien vorne. Malta, Bulgarien und Israel bilden das Schlusslicht. Deutschland liegt im Mittelfeld.

    Wie der Vater, so der Sohn …

    Das Elternhaus erwies sich dabei in allen Ländern als wichtiger Faktor: In 16 der untersuchten europäischen Länder gehen Kinder aus den ärmsten Familien seltener in Kitas als Kinder aus wohlhabenderen Familien. Jeder vierte Jugendliche aus einer gebildeten Familie in Deutschland könne sich demnach vorstellen, eine weiterführende Schule zu besuchen. Bei den bildungsferneren Elternhäusern ist es nur jeder siebte – und das bei gleichem Leistungsniveau.

    Was ist das Fazit dieser Untersuchung? Um mehr Bildungsgleichheit zu gewähren, forderte Unicef unter anderem, die frühkindliche Förderung für jedes Kind zu gewährleisten. Außerdem wird innerhalb der deutschen Politik die Forderung immer lauter, das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern zu kippen, damit Investitionen in die Bildung auch aus Bundesmitteln finanziert werden können. Derzeit streiten Bundesregierung und Opposition, wann und in welcher Form dies passieren könnte.

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    Tags:
    Bildung, Unterricht, Schüler, Kinder, EU, Unicef, Malta, Norwegen, Lettland, Europa, Deutschland