22:05 17 November 2018
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    CNN-Moderator Don LemonWeißer Mann (Symbolbild)

    „Weiße Männer sind größte Terrorgefahr“ in USA: CNN-Moderator über Statistik

    © AFP 2018 / ANGELA WEISSCC0
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    Nach einer Serie von an demokratische Politiker verschickten Paketbomben und einer darauffolgenden Schießerei in einem Supermarkt hat Don Lemon, ein Journalist und Moderator bei CNN, weiße Männer als „die größte Terrorbedrohung“ für die USA bezeichnet.

    In einer CNN-Sendung sprach Lemon über die Schießerei, die letzte Woche im US-Bundesstaat Kentucky stattgefunden hatte. Laut Angaben der Polizei von Louisville betrat der 51-jährige Gregory Bush ein Lebensmittelgeschäft und erschoss zwei afroamerikanische Bürger – einen Mann und eine Frau.

    Festnahme von Cesar Sayoc
    © REUTERS / WPLG/Local10.com/Handout via REUTERS
    Wie die lokale Zeitung „Courier Journal of Louisville“ berichtete, habe ein Augenzeuge Bush gesehen, als er „nonchalant“ über den Parkplatz des Supermarkts ging. Der Augenzeuge habe ihn gefragt, was geschehen sei, und Bush soll ihn mit den Worten „Erschieß´ mich nicht. Ich werde dich nicht erschießen. Weiße erschießen Weiße nicht“ geantwortet haben.

    Dieser Mord, der laut der Zeitung „Independent“ als Hassverbrechen eingestuft wird, wurde in derselben Woche verübt, als dreizehn Paketbomben an prominente Politiker, Mäzene und den demokratisch gesinnten CNN verschickt wurden. In beiden Fällen waren die Täter weiße Männer.

    Während des Gesprächs über diese zwei Vorfälle erklärte Moderator Don Lemon, dass weiße Männer „die größte Terrorbedrohung“ für die USA seien:

    „Wir denken immer noch, dass die größte Terrorbedrohung etwas anderes ist – irgendwelche Menschen, die an die Grenze marschieren (…). Als sie es das letzte Mal getan haben, kamen ein paar Hundert Leute, und die meisten von ihnen betraten das Land nicht. Die meisten von ihnen waren erschöpft, bevor sie die Grenze erreicht hatten“, sagte Lemon in Bezug auf die Karawane zentralamerikanischer Flüchtlinge, die sich in Richtung USA bewegt.

    „Also müssen wir die Dämonisierung beenden und erkennen, dass die größte terroristische Bedrohung in diesem Land weiße Männer sind, meistens rechtsradikal, und dass wir etwas unternehmen müssen. Wir haben kein Reiseverbot für sie, wie es das Verbot gegen Muslime gab. Es gibt kein Weiße-Kerle-Verbot. Also was werden wir damit tun?“, fügte Lemon hinzu.

    Diese Worte haben bei Mitgliedern der Republikanischen Partei für Empörung gesorgt – unter anderem bei dem Sohn des US-Präsidenten, Donald Trump Jr. Auf seinem Twitter bezeichnete er den Ausschnitt aus der CNN-Sendung als „widerlich“ und nannte Lemon einen „Dummkopf“.

    Lemons Aussagen werden allerdings von statistischen Daten unterstützt. Wie die Zeitung „The Independent“ anmerkt, haben „einige Studien gezeigt, dass im letzten Jahrzehnt fast doppelt so viele Terroranschläge von rechtsextremen – meist weißen – Männern auf amerikanischem Boden durchgeführt wurden als von islamischen Extremisten“.

    Laut einem Bericht des Accountability Office der US-Regierung aus dem Jahr 2017 wurden zwischen dem 12. September 2001 und dem 31. Dezember 2016 insgesamt 85 tödliche Angriffe von gewalttätigen Extremisten verübt. In 62 Fällen seien die Täter rechtsextrem gewesen.

    In einem Bericht des Nation Institute’s Investigative Fund und des Centre for Investigative Reporting’s Reveal wurde festgestellt, dass es zwischen 2008 und 2016 zu 115 rechtsextremen Vorfällen gekommen war. Die rechtsextremen Angriffe in dieser Zeitperiode, die zum Tod geführt hätten, seien gefährlicher gewesen als die Attacken, die von Mitgliedern anderer Gruppen verübt worden seien.

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