13:34 15 November 2018
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    Lebensmittel (Symbolbild)

    Die dreisteste Werbelüge 2018 – Stimmen Sie ab!

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    Gesellschaft
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    Marcel Joppa
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    Hersteller lassen sich immer neue Tricks einfallen, um ihr noch so nutzloses Produkt für den Kunden attraktiv wirken zu lassen und ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das kann manchmal nicht nur ungesund sein, sondern sogar Betrug. Foodwatch hat deshalb auch in diesem Jahr fünf Lügen-Produkte für den „Goldenen Windbeutel 2018“ nominiert.

    Nicht selten sehen Produkte auf der Verpackung deutlich schmackhafter aus als in Wirklichkeit. Und viele Markenprodukte sind darüber hinaus noch wesentlich teurer, ohne eine Verbesserung für den Kunden darzustellen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat auch in diesem Jahr fünf Produkte für den „Goldener Windbeutel“ nominiert, die besonders negativ aufgefallen sind.

    ​Bis zum 2. Dezember kann im Internet über die "dreisteste Werbelüge" des Jahres abgestimmt werden. Zur Wahl stehen das "Glacéau Smartwater" von Coca-Cola, das "Bratöl Olive" der Bio-Marke Dennree, der Erbseneintopf von Edekas Eigenmarke "Gut und Günstig", der "Kids Tomato Ketchup" von Heinz und der "Corny Milch"- Riegel von Hersteller Schwartau.

    In den vergangenen Wochen hatten Verbraucher auf einer Beschwerdeplattform von Foodwatch mehr als 100 unterschiedliche Produkte hochgeladen, von denen sie sich getäuscht fühlten. Alle eingereichten Werbelügen flossen dann in die Kandidatenauswahl für den Goldenen Windbeutel 2018 ein. Hier nun die Nominierten im Einzelnen:

    „Glacéau Smartwater“ – Coca Colas teure Alternative


    Der US-Limonadenhersteller bewirbt sein „Dampf-destilliertes“ Mineralwasser als ganz besondere Alternative zu gängigen Produkten. Der simple Trick bei der Herstellung: Das Wasser wird zuerst verdampft und dann wieder aufgefangen. Verloren gegangene Mineralstoffe werden später künstlich wieder hinzugefügt. Diesen völlig unnützen Vorgang müssen Verbraucher teuer bezahlen: Mit 1,65 Euro pro Liter ist das "Smartwater" bis zu sieben Mal teurer als herkömmliches Mineralwasser. Aus Sicht von Foodwatch eine dreiste Abzocke und so gar nicht „smart“.

    „Bratöl Olive“ – Mehr Schein als Sein


    Bio-Hersteller Dennree nennt sein Produkt "Bratöl Olive" und spricht von "reinem Genuss". Dabei besteht das Produkt zur Hälfte aus ganz normalem und weniger hochwertigem Sonnenblumenöl. Der Name Bratöl Olive suggeriert hingegen, dass es sich ausschließlich um ein Erzeugnis aus sonnengereiften Oliven handelt. Fazit: Bio-Abzocke.

    „Edeka Erbseneintopf“ – Wir lieben Lebensmittel?


    Mit dem Werbeslogan „Wir lieben Lebensmittel“ wirbt die Supermarktkette Edeka vor allem für frische Produkte. Der Erbseneintopf der Eigenmarke Gut und Günstig kommt ebenfalls naturbelassen daher: Auf dem Etikett der grünen Dose vermerkt Edeka "Garantiert ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe und Farbstoffe" und verspricht damit eine traditionelle Herstellungsweise. Doch die Zutatenliste im Kleingedruckten offenbart: Es sind ganze zehn künstliche Zusatzstoffe enthalten. Von „naturbelassenen“ kann also nicht die Rede sein.

    „Kids Tomato Ketchup“ – Kinder sind teuer


    Mit einem speziell für Kinder entwickelten Tomatenketchup positioniert sich der US-Konzern Heinz auch im deutschen Handel. Das Produkt entpuppt sich allerdings als große Abzocke für die Eltern: Die Kids-Variante kostet bis zu 40 Prozent mehr als das Pendant für Erwachsene, obwohl der Ketchup exakt der gleiche ist. Nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO sollten gezuckerte Ketchups außerdem gar nicht bei Kindern beworben werden. Das ist nicht nur dreist, sondern auch ungesund.

    „Corny Milch“ – Das fettige Schwergewicht


    Der Corny-Hersteller Schwartau bewirbt seinen beliebten Knusper-Riegel als „gesunde Zwischenmahlzeit“. In der Werbung greift das Unternehmen dabei auf Slogans wie „ideal für den kleinen Snack mit Milch zwischendurch“ zurück. Auch habe „Corny Milch“ ein „Plus an Calcium“. Tatsächlich besteht das Produkt aber zur Hälfte aus Zucker und Fett. Ehrlicher wäre wohl eher der Hinweis: „Zu Risiken und Nebenwirkungen…“

    Dem Hersteller des Produkts mit den meisten Stimmen will Foodwatch den Negativpreis am Firmensitz persönlich überreichen. In diesem Jahr vergibt die Verbraucherorganisation den Negativpreis zum achten Mal. Im vergangenen Jahr wählten Verbraucher den Alete "Kinderkeks" zur "Werbelüge des Jahres". Alete vermarktet das Produkt entgegen den Empfehlungen von Ärzten schon für Säuglinge ab dem achten Monat. Dabei sind die Babykekse mit 25 Prozent Zuckeranteil sogar zuckerhaltiger als Leibniz Butterkekse.

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    Tags:
    Abzocke, Negativpreis, Goldener Windbeutel, Lebensmittel, Dennree, Schwartau, Heinz, Edeka, Foodwatch, Coca Cola