11:53 10 Dezember 2018
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    Wohn-Container für Flüchtlinge (Archivbild)

    Leere Flüchtlingsunterkünfte: Öffnen Container bei Frost für Obdachlose?

    © AFP 2018 / PHILIPPE HUGUEN
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    In den Containerdörfern, die Berlin für eine temporäre Unterbringung von Flüchtlingen gebaut hat, sind derzeit etwa 1500 Plätze frei und nutzbar, schreiben deutsche Medien. Über das Schicksal der so genannten Tempohomes wird im Berliner Senat intensiv diskutiert.

    Medienberichten zufolge schlug die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (41, Grüne) vor, die weißen Containerhäuschen vorerst in der kalten Jahreszeit für Obdachlose zu nutzen. Obwohl von den 1200 Plätzen der Kältehilfe derzeit nachts noch nicht alle belegt seien, könnten die freien Plätze in den Tempohomes an 17 Standorten in Berlin als spätere Notlösung dienen.

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    Damit konterte Pop den Vorschlag der Sozialsenatorin Elke Breitenbach (57, Linke), die einen Kompromiss mit der BVG zu finden versucht, damit die Berliner Verkehrsbetriebe an besonders kalten Tagen ihre U-Bahnhöfe für Obdachlose öffnen.

    „Das kann nur eine ultima ratio sein. Die wohnungslosen Menschen brauchen einen warmen Raum und Sanitäreinrichtungen. Tempohomes sind eine bessere Alternative“, zitieren Medien die Senatorin Pop, die auch Aufsichtsratschefin der Verkehrsbetriebe ist.

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    Ein Tempohome verfügt über eine Mini-Küche, Duschzelle und Toilette und ist für zwei Personen geeignet. Flüchtlinge sollen in den Containerdörfern leben, bis ausreichend Plätze in sanierten Bestandsunterkünften und neuen Wohnheimen (MUF) bezugsfertig sind – oder ausreichend bezahlbare Mietwohnungen zur Verfügung stehen.

    Viele der Container stehen leer, weil Betreiber der Anlagen fehlen, so die „Berliner Zeitung“. Die europaweiten Ausschreibungen seien langwierig. Beispielsweise müssen die Objekte laut dem RBB24 rund um die Uhr bewacht und nachts beleuchtet werden – auch wenn sie leer stehen sollten.

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    Tags:
    Obdachlose, Kältetod, Soziales, Kälte, Sozialhilfe, Unterkunft, Wohnung, Haus, Senat, Berlin, Deutschland