17:31 10 Dezember 2018
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    Eine TV-Kamerafrau im Plenarsaal des Landtags Hannover (Archivbild)

    Wer hat das Sagen in den Medien?

    © AP Photo / Nigel Treblin
    Gesellschaft
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    Ilona Pfeffer
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    Ob Moderatorinnen, Talkmasterinnen oder Auslandskorrespondentinnen - Frauen in TV und Radio gehören in Deutschland längst dazu. Eine neue Studie belegt jedoch: Das Sagen haben die Frauen trotzdem nicht. Die Führungsetagen sind von Männern dominiert und auch bei der redaktionellen Macht bleibt Luft nach oben.

    Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts in Deutschland hatten zahlreiche Politiker und Politikerinnen und sogar die Kanzlerin selbst die Gleichstellung der Frau zum Thema gemacht. Ja, wir sind weit gekommen, doch es bleibt viel zu tun – so der Tenor der Äußerungen. Justizministerin Katarina Barley will gar das Wahlgesetz ändern, um mehr Frauen in den Bundestag zu bringen. „Parität“ ist das Stichwort.

    Doch wie sieht es mit der Gleichberechtigung im Rundfunk aus? Längst haben wir uns an die weiblichen Stimmen und Gesichter im Radio und TV gewöhnt, subjektiv betrachtet scheint wenigstens im Rundfunk Parität zu herrschen. Eine aktuelle Studie des Vereins ProQuote e.V. zeigt jedoch: Nur die wenigsten Sendeanstalten erfüllen die Forderungen nach einem fünfzigprozentigen Machtanteil für Frauen.

    Ausgewertet wurden für die Studie „ProQuote Medien“ Organigramme von zwölf öffentlich-rechtlichen Sendern hinsichtlich des Frauenanteils in den obersten vier Hierarchieebenen. Unter den untersuchten Sendeanstalten erfüllten nur Deutsche Welle (51,9 Prozent) und der RBB (51,0 Prozent) die Forderungen nach gleich gewichtetem Machtanteil der Geschlechter. Bei den anderen öffentlich-rechtlichen Anstalten liegt der Frauenanteil in den oberen Etagen zwischen 44,6 Prozent beim WDR und immerhin noch 24,3 Prozent beim Deutschlandradio.

    Bei den privaten Sendern war die Auswertung schwieriger, da keine Organigramme zur Verfügung standen.

    „Festzuhalten bleibt aber, dass das Top-Management der RTL-Gruppe aus einer Frau und elf Männern besteht und ProSiebenSat.1 in den obersten drei Führungsebenen einen Frauenanteil von 19,8 Prozent erreicht“, heißt es im Begleitschreiben von ProQuote zur aktuellen Studie.

    In weiteren Auswertungen habe „ProQuote Medien“ unter anderem 136 Studioleiter und Korrespondenten im Ausland gezählt (Frauenanteil: 31,6 Prozent) sowie 149 öffentlich-rechtliche und private Programmleitungen im Hörfunk (Frauenanteil: 24,8 Prozent). Die Studie kommt zu dem Schluss, dass vor allem im privaten Rundfunk nach wie vor Männer dominieren.

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    Tags:
    Gleichheit, Studie, Anteil, Feminismus, Medien, Frauenquote, Statistik, rbb, RTL, RTL-Group, ZDF, ARD, WDR, Deutschland