09:41 14 Dezember 2018
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    Soldaten des Kommandos Spezialkräfte während der Übungen (Archiv)

    Missbrauch von Kindern und Kinderpornografie: Neue Vorwürfe gegen KSK-Soldaten

    CC BY-SA 4.0 / Tim Rademacher / Aufgenommen am Tag der Bundeswehr 2017
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    Bolle Selke
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    In derzeit sechs Fällen ermitteln deutsche Staatsanwälte gegen Soldaten des Kommandos Spezialkräfte. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Kindern, Kinderpornografie, Misshandlung von Untergebenen, schwerer Landfriedensbruch, Körperverletzung, schwerer Eingriff in den Straßenverkehr und Abrechnungsbetrug.

    Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Die Linke) hervorgeht, ermitteln Staatsanwälte in Deutschland derzeit in sechs Fällen gegen Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) aus Calw.

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    Schwerwiegende Vorwürfe

    Die in dem Schreiben aus dem Verteidigungsministerium aufgeführten Tatvorwürfe wiegen schwer:

    Demnach geht es in einem Ermittlungsverfahren um den Vorwurf der Vergewaltigung, in einem weiteren um sexuellen Missbrauch von Kindern und den Besitz von kinderpornografischem Material. Einem anderen Soldaten wird die Misshandlung von Untergebenen vorgeworfen, einem nächsten besonders schwerer Landfriedensbruch sowie Körperverletzung und wieder einem anderen KSK-Mitglied ein besonders schwerer Eingriff in den Straßenverkehr und Abrechnungsbetrug.

    Hitlergruß auf Abschiedsfeier

    Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft in einem Fall wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole. In dem Schreiben der Bundesregierung heißt es: „Dieses Ermittlungsverfahren steht im Zusammenhang mit dem Erlass eines Strafbefehls gegen einen Soldaten des Kommandos Spezialkräfte, über den die Presse in der 46. Kalenderwoche berichtet hat.“ Dabei dürfte es sich laut der Tageszeitung (taz) um Vorgänge auf einer Abschiedsfeier für einen Kompaniechef handeln, während der unter anderem der Hitlergruß gezeigt worden sein soll.

    Behörden sollen Auskunft geben

    Eine gemeinsame Sitzung von Verteidigungs- und Innenausschuss sei beantragt, sagte der Bundestagsabgeordnete Tobias Pflüger (Die Linke) dem SWR. Er ist Mitglied im Verteidigungsausschuss.  Der Militärische Abschirmdienst (MAD), der Bundesnachrichtendienst und der Verfassungsschutz sollen demnach vorgeladen werden und umfangreich Auskunft geben, was der aktuelle Erkenntnisstand ist. „Wir haben im Verteidigungsausschuss gesagt bekommen, es wären reine Mutmaßungen, die im Raum stehen“, so Pflüger weiter. Nach den Recherchen gehe er jedoch von sehr konkreten Belegen aus.

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    Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort auch darauf hin, dass es sich bei der Auflistung nicht um gesicherte und umfassende Erkenntnisse handele. Weil die Strafverfolgung bei den Ländern liege, sei die Bundesregierung auf Informationen der Strafverfolgungsbehörden angewiesen. Es könnten also durchaus auch noch mehr Fälle sein.

    Beim Kommando Spezialkräfte handelt es sich um eine Eliteeinheit der Bundeswehr, die streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit für besondere Missionen trainiert und eingesetzt wird.

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    Tags:
    Vorwürfe, Kinderpornografie, Soldaten, Bundeswehr, Deutschland