10:52 11 Dezember 2018
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    „Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola (Archiv)

    Die dreiste Werbelüge von Coca-Cola: Mogelpackung bekommt Negativpreis

    CC BY-SA 2.0 / Mike Mozart / "Smart Water" Drink
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    Marcel Joppa
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    In der schönen bunten Werbewelt ist die Welt noch in Ordnung: Autos sind schnell, Wäsche ist weiß und das Essen gesund. In der Realität sieht das aber anders aus. Hier halten die Produkte häufig ganz und gar nicht, was die Werbung vorher versprochen hat. Die größte Abzocke kommt von Coca-Cola und hat nun den „Goldenen Windbeutel 2018“ gewonnen.

    Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte zur jährlichen Wahl gerufen, um die dreisteste Werbelüge 2018 zu prämieren. Fast 70.000 Teilnehmer haben abgestimmt und das Ergebnis steht nun fest: Der Goldene Windbeutel 2018 geht an das „Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola. Unverfrorener hat laut Verbrauchern kein Unternehmen seine Kunden in diesem Jahr belogen.

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    Völlig überteuert…

    Der US-Limonadenhersteller bewirbt sein „Dampf-destilliertes“ Mineralwasser als ganz besondere Alternative zu gängigen Produkten. Der simple Trick bei der Herstellung: Das Wasser werde zuerst verdampft und dann wieder aufgefangen. Verloren gegangene Mineralstoffe werden später künstlich wieder hinzugefügt. Diesen völlig unnützen Vorgang müssen Verbraucher teuer bezahlen: Mit 1,65 Euro pro Liter ist das „Smartwater“ bis zu sieben Mal teurer als herkömmliches Mineralwasser.

    Grund genug für die Verbraucher, das Mogel-Wasser von Coca-Cola von insgesamt fünf nominierten Produkten auf den ersten Platz zu wählen:

    „Coca-Cola betreibt dreiste Verbraucherabzocke mit dem Grundnahrungsmittel Nummer eins. Um den Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen, hat sich Coca-Cola ein hanebüchenes Bearbeitungsverfahren ausgedacht, das wissenschaftlich klingt, aber völlig unsinnig ist. Das ‚Smartwater‘ ist einfach nur ein schnödes Wasser, teuer verkauft.“

    Das sagte Sophie Unger von Foodwatch, Wahlleiterin beim Goldenen Windbeutel 2018. Die Verbraucherorganisation forderte Coca-Cola auf, das Werbemärchen zu stoppen. Auch dürften Unternehmen des deutschen Einzelhandels die Werbelüge nicht länger verkaufen.

    Außer dem „Smartwater“ waren vier weitere Produkte für den Goldenen Windbeutel 2018 nominiert: Das „Bratöl Olive“ vom Bio-Hersteller Dennree, das trotz anders klingendem Namen aus ganz normalem Sonnenblumenöl besteht. Dann der Erbseneintopf von Edeka: Auf dem Etikett der Dosensuppe steht  „Garantiert ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“. In der Zutatenliste finden sich genau diese Stoffe aber wieder. Ebenfalls nominiert war der „Kids Tomato Ketchup“ von Heinz – kostet 40 Prozent mehr als die Variante für Erwachsene, darin ist aber exakt das Gleiche enthalten. Und schließlich „Corny-Milch“ vom gleichnamigen Knusper-Riegel-Hersteller Corny. Die als „gesunde Zwischenmalzeit“ bezeichnete Süßigkeit besteht zur Hälfte aus Zucker und Fett.

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    Vor allem Kinder betroffen…

    Foodwatch vergab den Goldenen Windbeutel dieses Jahr zum achten Mal. In der Vergangenheit wurden in der Mehrheit Produkte ausgezeichnet, die für Kinder beworben wurden, darunter 2010 der Zott Monte Drink und 2012 ein Instant-Tee von Hipp. Im vergangenen Jahr ging der Negativpreis bereits zum zweiten Mal an Alete – für einen gezuckerten „Kinderkeks“, der für Säuglinge ab dem achten Monat beworben wurde. Der Preis wird von der Verbraucherorganisation stets persönlich an das jeweilige Unternehmen überreicht.

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    Tags:
    Hersteller, Alternative, Unternehmen, Lüge, Werbung, Kinder, Coca Cola