02:19 17 Dezember 2018
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    Ein schweizerisches Militärorchester (Archivbild)

    Was den Schweizern Sorgen macht: Altersvorsorge, Gesundheit und Flüchtlinge

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    Gesellschaft
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    Eine regelmäßige Umfrage hat erneut ermittelt, was den Bürgern der Schweiz Sorgen macht und sie beschäftigt. Über die Antworten der im Auftrag der Bank Credit Suisse Befragten berichtet die Zeitung „Tages-Anzeiger“ am Donnerstag. Die Sorgen ähneln denen der Menschen in den Nachbarländern. Das gilt auch für die Frage, wem vertraut wird.

    Erst die Altersvorsorge und die Gesundheit, dann die Ausländer und die Flüchtlinge – diese Themen bereiten den Schweizern die größten Sorgen. 45 Prozent der Befragten bezeichneten laut der Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ die Sicherung der Altersvorsorge in der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Credit Suisse (CS) als drängendstes Problem der Schweiz.

    Mit 41 Prozent neu auf Platz zwei der größten Sorgen befindet laut dem Blatt, das über die Umfrage am Donnerstag online berichtete, sich der Bereich Gesundheit und Krankenkassen. Danach folgen die Bereiche Ausländer und Flüchtlinge/Asyl mit 37 beziehungsweise 31 Prozent. Das Thema Umwelt liege wieder mit 23 Prozent unter den Top-Fünf-Sorgen der Eidgenossen.

    Erst auf Rang sechs ist die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz zu finden. Mit einem Minus von 22 Prozent ist das Thema Arbeitslosigkeit regelrecht eingebrochen, wie der „Tages-Anzeiger“ aus der CS-Pressemitteilung zitiert. „Von 2003 bis 2016 war die Angst vor Arbeitslosigkeit unangefochten die größte Sorge der Menschen in der Schweiz.“ 85 Prozent der Befragten würden ihren Arbeitsplatz heute als sehr oder eher sicher einschätzen. 75 Prozent sehen es dem Bericht zufolge trotz Digitalisierung als unwahrscheinlich an, dass ihr Job in den nächsten 20 Jahren durch einen Roboter, neue Technologien oder intelligente Software wegautomatisiert wird.

    Laut der Zeitung Hoch vertrauen die Schweizer weiter den staatlichen und politischen Institutionen. 61 Prozent vertrauen dem Bundesrat, der Regierung der Eidgenossenschaft. „Zum Vergleich: In den OECD-Ländern liegt das Vertrauen in die Regierungen bei durchschnittlich 43 Prozent.“ Einen bemerkenswerten Vertrauensgewinn von 15 Prozent verzeichne die Polizei. Dieser Institution würden die Schweizer neben dem Bundesgericht am meisten vertrauen. Dagegen hätten das Internet (-19 Prozent), die Gratiszeitungen (-19 Prozent), die EU (-16 Prozent) und die politischen Parteien (-13Prozent) am stärksten Vertrauen verloren.

    Es wurde auch nach dem Nationalstolz der Eidgenossen gefragt: Dieser habe im Vergleich zum Vorjahr etwas gelitten.

    „Aber immer noch sind 79 Prozent der Befragten stolz, Schweizer zu sein. Sie fühlen sich in erster Linie als Schweizer, in zweiter Linie als Angehörige ihres Kantons und erst in dritter Priorität als Mitglied ihrer Gemeinde.“

    Europa spiele bei der Frage nach dem Zugehörigkeitsgefühl nur eine geringe Rolle, mit etwa 17 Prozent. 16 Prozent der befragten Schweizer sehen sich laut der Zeitung als Weltbürger. 29 Prozent würden sehr und weitere 45 Prozent eher für politische Fragen interessieren, was die höchsten Werte seit langem seien.

    Die CS erhebt laut dem „Tages-Anzeiger“ das Sorgenbarometer seit 42 Jahren. Danach hat das Institut gfs.bern im CS-Auftrag Auftrag vom 10. Juli bis zum 6. August Stimmberechtigte aus der ganzen Schweiz befragt.

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    Tags:
    Flüchtlingskrise, Altersarmut, Flüchtlinge, Phobien, Ängste, Bevölkerung, Umfrage, EU, OECD, Schweiz