02:34 17 Dezember 2018
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    Zum Zweiten Mal: Das ist das Wort des Jahres in Österreich

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    Die Forschungsstelle für Österreichisches Deutsch an der Karl-Franzens-Universität in Graz hat das österreichische Wort des Jahres 2018 gekürt. Das berichtet das Forschungszentrum auf der offiziellen Internet-Seite.

    Als österreichisches Wort des Jahres wurde demzufolge mit „deutlichem Abstand“ „Schweigekanzler“ gewählt. Die Experten erklären, dass dies mit dem Benehmen des Bundeskanzlers Sebastian Kurz verbunden sei. Denn er würde „wiederholt jedwede Reaktion zu für ihn unangenehmen Themen und zu Handlungen und Äußerungen von Mitgliedern der Koalitionspartei, bei denen die Öffentlichkeit eine klärende Aussage des Bundeskanzlers erwarten durfte“, vermeiden.

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    „Schweigekanzler“ ist ein „terminologischer Wiedergänger“, denn diese Bezeichnung war bereits 2005 zum Wort des Jahres gekürt worden. Mit einem kleinen Unterschied: Damals wurde es in Anspielung auf den damaligen österreichischen Kanzler Wolfgang Schüssel verwendet.

    Auch das Unwort des Jahres wurde ermittelt – „Datenschutzgrundverordnung“. Grund ist seine „überaus komplizierte und mit hohem bürokratischen Aufwand verbundene Umsetzung“ sowie die Tatsache, dass die „großen internationalen Akteure im Umgang mit Daten von den Regelungen kaum betroffen“ seien, was die Sache zu einer „Perversion des gut gemeinten Vorhabens“ mache.

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    Beim Jugendwort des Jahres hat es „Oida“ an die Spitze geschafft. Sein Bedeutungsumfang erweiterte sich in letzter Zeit und reicht von einem „erstaunten Ausruf mit verschiedenen Bedeutungen bis hin zu einer wenig verhüllten Drohung“.

    Die Jury des Verlags „Langenscheidt“ verkündete bereits das deutsche „Jugendwort des Jahres“ 2018 auf der Internetseite des Verlags. Aus zehn Online-Voting Ergebnissen fiel die Entscheidung auf „Ehrenmann/Ehrenfrau“. Damit wird jemand bezeichnet, „der etwas Besonderes für dich tut“.

    Spruch und Unspruch des Jahres

    Darüber hinaus wurden auch der österreichische Spruch und Unspruch des Jahres ermittelt. Die ungläubige Frage des früheren Vorsitzenden der NEOS-Partei, Matthias Strolz, an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein „Frau Minister, was ist mit Ihnen?!“ schaffte es als Spruch des Jahres 2018 an die Spitze.

    Auch das Gegenteil, der Unspruch des Jahres, hat mit Hartinger-Klein zu tun. Und zwar ist es die von ihr verlautbarte Kernaussage bei einem Interview auf oe24.tv: „Man kann sicher von 150 Euro im Monat leben“. Große Empörung und wochenlange Diskussionen folgten, betonte das Forschungszentrum.

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    Tags:
    Wort des Jahres, Österreich, Deutschland