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11:33 24 Juli 2019
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    Bundeswehr während der Übungen (Symbolbild)

    „Bundeswehr hat den Schuss nicht gehört“ – nach Brand wieder Schießübungen im Moor

    © AFP 2019 / PATRIK STOLLARZ
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    Matthias Witte
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    Im September brannte das emsländische Moor. Auslöser waren Raketentests der Bundeswehr. Hunderte Hektar gerieten in Brand. Erst nach vier Wochen war das Feuer gelöscht. Jetzt kündigt die Bundeswehr an: Ab Januar darf wieder geschossen werden.

    Die Bundeswehr hat angekündigt, den Schießbetrieb auf dem Moorgelände im emsländischen Meppen wieder aufzunehmen. Zunächst seien Übungen mit kleinkalibrigen Waffen geplant, berichten Medien übereinstimmend.

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    Die Empörung bei Christian Meyer ist riesig. Der 43-Jährige ist natur- und brandschutzpolitischer Sprecher der Grünen im niedersächsischen Landtag. Auf seiner Homepage teilte Meyer mit:

    „Die Bundeswehr hat den Schuss nicht gehört. Ohne Aufarbeitung der vielen Fehler bei der Bekämpfung des großen Moorbrandes, der halb Niedersachsen einnebelte, darf es keine neuen Waffentests geben. Auch die Landesregierung, die ja öffentlich die zahlreichen Mängel beim Brandschutz beklagt hat, muss sich bei der Bundeswehr für eine Schießpause einsetzen.“

    Meyer fordert eine konsequente Aufarbeitung des Brandes. Der war am 3. September ausgebrochen. Die Bundeswehr hatte damals trotz einer monatelangen Trockenperiode Schießübungen auf ihrem Gelände in Meppen abgehalten. Hubschrauber sollen dabei insgesamt 74 Raketen abgefeuert haben. Das trockene Moor wurde entflammt. Zunächst wurde die Bevölkerung über den Brand von Behördenseite weitestgehend im Unklaren gelassen. Meyer fragt in seiner Pressemitteilung, warum „tagelang keine Luftmessungen gemacht wurden“.

    Keine Konsequenzen für die Verantwortlichen

    Letztlich dauerte es vier Wochen, bis das Feuer gelöscht wurde. Folgeschäden und gesundheitliche Konsequenzen für Mensch und Umwelt sind bis jetzt noch nicht beziffert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) reiste Wochen nach dem Ausbruch ins Emsland, sprach eine „Entschuldigung“ aus und kündigte umfangreiche Konsequenzen an.

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    Diese Konsequenzen sind laut Meyer für die Verantwortlichen bisher ausgeblieben. Auch der Gesamtschaden ist noch nicht beziffert. Experten gehen von einer Zahl zwischen 80 bis 120 Millionen Euro aus.

    Laut dem NDR stellen die anliegenden Kommunen die angekündigte Wiederaufnahme des Schießbetriebs offenbar nicht in Frage. Der Sender zitiert Günter Wigbers, den Bürgermeister der Samtgemeinde Sögel. Dieser sehe die Wehrtechnische Dienststelle als wichtigen Partner in der Region. Die Meppener Dienststelle übernehme Aufgaben von nationalem Interesse und kümmere sich darum, dass die Bundeswehr sicher ausgerüstet und ausgestattet werde, sagte Wigbers gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk.

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    Tags:
    Schießübung, Naturkatastrophe, Übungen, Brand, Bundeswehr, Deutschland