23:52 07 Dezember 2019
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    Selbst Rumänien besser als Deutschland – fünf Plätze runter im Klimaschutz-Index

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    Alles andere als vorbildlich ist die Bundesrepublik in Sachen Klimaschutz. Im aktuellen Klimaschutz-Index reicht es gerade noch für Platz 27 von insgesamt 60 Staaten. Damit steigt Deutschland um fünf Plätze ab und liegt hinter Ländern wie die Slowakei, Rumänien und Indien.

    Mit dem Attribut „vorbildlich“ kann sich auch im diesjährigen Klimaschutz-Index kein einziges Land schmücken, daher bleibt das „Treppchen“ leer. Mit den besten Ergebnissen liegt auf Platz vier Schweden.

    Ebenfalls in die Top 10 kommen auf den folgenden Plätzen Marokko, Litauen, Lettland, Großbritannien, die Schweiz und Malta. Ebenfalls als „gut“ werden die Leistungen von Indien, Norwegen, Finnland, Kroatien, Dänemark, der EU und Portugal bewertet. Der Klimaschutz-Index wird von Germanwatch, NewClimate Institute und Climate Action Network erstellt.

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    Deutschland mit Abwärtstrend nur noch Mittelfeld

    Mit Platz 27 landet Deutschland auch dieses Jahr wieder im Mittelfeld, allerdings mit einem Abstieg um fünf Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Auf ähnlich mittelmäßige Werte in Sachen Klimaschutz kommen die Slowakei (Rang 26) und die Niederlande (Rang 28).

    „Die vergleichsweise schlechte Leistung in der Kategorie Treibhausgase lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass Deutschland nach wie vor einer der größten Verbraucher von Braunkohle ist. Eine Entscheidung der Regierung zum Kohleausstieg steht allerdings 2019 an. Ein ambitionierter Beschluss könnte Deutschlands Leistung im Index des nächsten Jahres entscheidend nach vorne bringen. Deutschland wird in der Kategorie der Erneuerbaren Energien als mäßig eingestuft. In den vergangenen fünf Jahren konnte Deutschland den Anteil der Erneuerbaren ausbauen. Allerdings lässt sich im Hinblick auf Erneuerbare Energien beobachten, dass der Umstieg von einer Einspeisevergütung auf ein Auktionsmodell 2017 zu verringerten Investitionen führte“, heißt es in der Begründung.

    Deutschland erhalte nach wie vor eine gute Bewertung für seine internationale Klimapolitik. Allerdings kritisierten die nationalen ExpertInnen Deutschlands Zurückhaltung bei einer europäischen Strategie zur Klimaneutralität bis 2050. Sie beobachteten, dass die Regierung nach wie vor keine kohärente Politik vorgelegt habe, um das Pariser Abkommen umzusetzen, z.B. durch eine CO2-Steuer. Die ExpertInnen kritisierten ebenfalls eine mangelnde Strategie für einen CO2-freien Verkehrssektor und fürchteten, dass Deutschland den Anschluss an Zukunftsmärkte verlieren könnte. Dies führe zu einer mäßigen Gesamtbewertung in der Kategorie Klimapolitik.

    Einen beachtlichen Aufstieg im Klimaschutz-Index hat im Vergleich zum Vorjahr die Volksrepublik China hingelegt. Vom 41. Rang konnte China auf den 33. Rang klettern und liegt damit erstmalig im Feld der als „mittelmäßig“ bewerteten Länder. Dies ist laut den Autoren vor allem auf den Fortschritt bei der Regulierung der Industrie- und Gebäude-Emissionen zurückzuführen sowie auf ein erfolgreiches System zur Förderung Erneuerbarer Energien.

    USA und Saudi-Arabien im tiefroten Bereich

    Schlusslichter in Sachen Klimaschutz sind der Iran (Rang 58), die USA (Rang 59) und Saudi-Arabien (Rang 60).

    „Saudi-Arabien bleibt weiterhin das Schlusslicht im KSI. Das Land zeigt nach wie vor eine sehr schlechte Leistung in allen Index-Kategorien und für jeden Indikator in den Kategorien Treibhausgase, Energieverbrauch und Erneuerbare Energien. In der Klimapolitik erhält Saudi-Arabien eine sehr schlechte Bewertung. Obwohl die Regierung Schritte zum Ausbau der Erneuerbaren Energien unternimmt, wurden bisher keine nationalen Reduktionsziele festgelegt. Die ExpertInnen kritisieren weiterhin die sehr schlechte Leistung des Landes in den internationalen Klimaverhandlungen.“

    Unterdessen versuchen Vertreter von 190 Staaten, bei der Klimakonferenz im polnischen Katowice ein Regelwerk für den Klimavertrag zu beschließen, wonach ab 2020 das Klimaabkommen von Paris umgesetzt werden soll. Bereits nach der ersten Woche der Konferenz zeichnen sich jedoch Schwierigkeiten ab. US-Präsident Donald Trump hatte bereits angekündigt, aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen zu wollen. Auch mit einer Würdigung des Klimareports tun sich die USA schwer, genauso wie Saudi-Arabien. Die Gespräche der Unterzeichnerstaaten der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel dauern noch bis zum 14. Dezember an.

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    CO2-Emissionen, Klima, Kohle, Ausstieg, Vergleich, Schutz, Liste, Deutschland