03:39 20 Januar 2019
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    Patrouille der deutschen Polizei und SEK-Kräfte an der Grenze zu Frankreich nahe Straßburg

    Ist Straßburg-Attentäter bereits in Deutschland?

    © REUTERS / Christian Hartmann
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    Schießerei in Straßburg (11)
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    Der angebliche Attentäter von Straßburg Chérif Chekatt ist trotz angestrengter Suche schon den zweiten Tag erfolgreich auf der Flucht – vermutlich mit einem gestohlenen Taxi. Die zuständigen Behörden schließen nicht aus, dass er trotz intensiver Kontrollen die Grenze zu Deutschland überquert haben könnte.

    Der französische Islamist mit algerischen Wurzeln Chérif Chekatt gilt seit dem Attentat am Dienstagabend immer noch als verschwunden. Das französische Innenministerium schloss nicht aus, dass der Tatverdächtige nach Deutschland geflüchtet sein könnte. Straßburgs Bürgermeister Roland Ries stellte diese Version in Frage, hält sie aber nicht für unmöglich. „Die Grenze ist im Prinzip geschlossen“, sagte er am Mittwochmorgen gegenüber dem Radiosender Europe 1. Sollte der Tatverdächtige einen Wagen haben, sei jedoch alles möglich.

    Nach dpa-Angaben gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass der Geflüchtete gemeinsam mit seinem Bruder Sami unterwegs ist. Beide sind als islamistisch radikalisiert bekannt. Ob Chérif Chekatt wirklich einen Pkw gestohlen hat, ist bisher nicht ermittelt worden. Bekannt ist aber, dass er unmittelbar vor der Tat einen Anruf aus Deutschland erhalten haben soll. Deutsche Medien berichten unter Verweis auf Sicherheitskräfte, Chérif Chekatt hätte diesen nicht beantwortet.

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    Die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze gehen derzeit weiter. Besonders streng soll der Grenzübergang Kehl-Straßburg überwacht werden. Die Sprecherin der Polizei in Baden-Württemberg sagte „der Welt“, auch alle grenzübergreifenden Zugverbindungen und der Tramverkehr würden überprüft. Dabei soll es seit dem frühen Mittwochmorgen auch im Saarland und in Rheinland-Pfalz im Umkreis von 30 Kilometern an der Grenze zu Frankreich eine verstärkte Kontrolle geben.

    Die Bundesstattsanwaltschaft schaltete sich nun ofiziell in die Ermittlungen gegen Chekatt ein. Am Mittwoch sei ein Verfahren gegen den mutmaßlichen Attentäter wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden, sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde am Donnerstag dem Berliner „Tagesspiegel“.

    Man habe die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falles aufgenommen. Ein weiterer Grund sei auch, dass bei dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt sechs Deutsche betroffen gewesen seien, auch wenn sie nicht verletzt wurden. Die Bundespolizeidirektion Koblenz soll auch bestätigt haben, dass die deutsche Bundespolizei auch nach dem Bruder des Verdächtigen fahnde.

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    „Der Terroranschlag in Straßburg könnte den Eifer der Gelbwesten abkühlen“

    „Ich schließe nicht aus, dass die Behörden nun Demonstranten mit diesem Fall unter Druck setzen können“, so der französische Schriftsteller und Analytiker Alexandre Latsa gegenüber der Zeitung „Komsomolskaja Prawda”. Die Menschen seien aufgefordert worden, nicht auf die Straße zu gehen, da dies vor allem für sie selbst gefährlich sei. Viele würden auf diese Forderungen angesichts der terroristischen Bedrohung in Frankreich eingehen, bemerkt er weiter. „Der Terroranschlag in Straßburg könnte den Eifer der Gelbwesten etwas abkühlen“.

    Der Staatssekretär des Innenministeriums, Laurent Nunez, wies bisher die Version „einer Verschwörung” zurück. Dass das Attentat zum Unterdrücken der Gelbwesten-Proteste organisiert worden war, schloss er aus.

    Am Dienstag waren im ostfranzösischen Straßburg Schüsse gefallen. Drei Menschen starben und zahlreiche wurden verletzt. Die Ermittler sprechen von einem tödlichen Anschlag mit terroristischem Hintergrund.

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    Tags:
    Bundespoliizei, Mord, Terroranschlag, Attentat, Terroranschlag, Bundespolizei, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Straßburg, Deutschland, Frankreich