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01:26 19 Juli 2019
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    Eine Postkarte zum Weihnachten (Symbolbild)

    Weihnachten als Toleranz-Opfer: Unterwürfige Linksliberale und Coca-Cola’s „Holidays“

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    Gesellschaft
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    Liudmila Kotlyarova
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    Die Sehnsucht mancher Trendsetter nach mehr Gleichheit führt dazu, dass sogar Feste wie Weihnachten von den neuen Sprachstandards betroffen sind. Die ständige Suche von Linksliberalen nach Leuten, denen sie sich unterwerfen könnten, hängt mit Unsicherheit zusammen, schreibt der Schriftsteller Theodore Dalrymple in einem Essay.

    Die Bundesregierung soll sich dieses Jahr ausgezeichnet haben: Auf einer Weihnachtskarte hat die Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz (CDU) zu Weihnachten eine besinnliche Zeit und einen guten Start ins neue Jahr gewünscht – „egal woran Sie glauben“. Das Wort „Weihnachten“ fehlte dabei. Peinlich, aber keinen großen Wirbel wert, wie ihn die „Bild“-Zeitung um den Vorfall veranstaltet hat. Viel merkwürdiger ist allerdings die Tendenz.

    Diese scheint US-Wurzeln zu haben, denn schon seit einigen Jahren verschwindet in den USA „Christmas“ von Glückwunschkarten und macht Platz für „Season’s Greetings“ oder „Happy Holidays“. Hinzu kämen noch Weihnachtsmärkte, die in mehreren Städten schon keine mehr sind, sondern nur noch: Wintermärkte. In Belgien stellten sich in dieser Hinsicht 2018 Brüssel, Antwerpen, Gent und Hasselt bloß, in Schweden war es Malmö. Die Veranstalter begründeten ihre Entscheidung damit, dass sie „Andersgläubige nicht brüskieren“ wollten.

    Linksliberale übertreiben

    Diese Rücksichtnahme soll in erster Linie Muslimen gelten. Aber wenn man deren Weihnachtserfahrung erfragt, stellt sich plötzlich heraus, dass es gar nicht notwendig ist. Denn zur Zeit fühlen sich die meisten Muslime durch die Weihnachtsfeiern weder verletzt, noch vermeiden sie das Wort „Weihnachten“. Viele von ihnen freuen sich auf die Weihnachtsstimmung und bummeln gern durch die Weihnachtsmärkte, auch wenn sie nicht an Jesus Chris glauben. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, erklärte gegenüber dem „Stern“, viele Muslime würden bewusst instrumentalisiert, doch in Wirklichkeit seien es andere, die eine Umbenennung anstrebten oder sich daran stören würden.

    Der britische Schriftsteller Theodore Dalrymple bezeichnet diese bewusste Störung als „kreatives Appeasement“ und versteht darunter die ständige Suche der Linksliberalen nach Leuten, denen sie sich unterwerfen können, noch bevor diese eine noch so absurde Forderung überhaupt erheben konnten. „Diese Haltung führt allerdings dazu, dass die Leute immer wildere Forderungen erheben im Bewusstsein, dass sie gegen eine Tür treten, die nicht nur keine Schlösser hat, sondern auch nicht geschlossen werden kann“, schreibt er in einem Essay. Die Institutionen, die einem „Happy Holidays“ statt „Merry Christmas“ wünschen, könnten eine duckmäuserische, vorweggenommene Angst davor haben, Leute zu verletzen, die sie für potentiell gewalttätig halten würden, und sie würden ihre Unterwürfigkeit und Feigheit als multikulturelle Sensibilität verklären, so Dalrymple.

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    Daraus schließt er, dass bei aller Prahlerei über die Überlegenheit der europäischen Werte durchaus Zweifel an der Zukunft und an der Legitimität des Anspruchs auf die Überlegenheit der westlichen Politik bestehen würden.

    Im Fall der Weihnachtskarte von Annette Widmann-Mauz stellte sich später heraus, dass die „peinliche“ Weihnachtskarte nur an Journalisten versandt worden war. Die Medienentwicklung der letzten Jahre zeigt wohl, dass besonders die Mainstream-Medien mit ihrer äußerst linksliberalen Berichterstattung gern übertreiben. Ob sie vor etwas Angst haben?

    Kapitalismus steigt ein

    Es soll allerdings auch weitere Gründe für die Verkäufer geben, neue Handelsplätze von Anfang an als Wintermärkte zu benennen. So wie Märkte für Nichtfleischesser eröffnet wurden (veganer Wintermarkt in Duisburg, der gescheiterte Kreuzberger Wintermarkt), könnten die Märkte mit längeren Öffnungszeiten (Rüdesheim, Rheinfelden) aus rein kommerziellen Interessen betrieben werden. Im Hessener Rüdesheim kritisierte sogar die Kirche den Wunsch, Märkte mit längeren Öffnungsperioden als Weihnachtsmärkte zu deklarieren. Wenn die Geschäfte weit über die Weihnachtszeiten hinaus handeln wollten, sollten die Weihnachtsmärkte ab Januar in Wintermärkte umbenannt werden.

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    Doch nicht die Wintermärkte in den Kleinstädten schlagen die größten Profite aus den linksliberalen Trends. Die transnationalen Megakonzerne sind in ihren Marketingkampagnen gut zu überblicken. Wenn „Coca-Cola“ kurz vor Weihnachten eine Werbekampagne mit Weihnachtsmann, Rentieren und Schnee startet und behauptet, das Getränk bringe Freude in jede Festivität, passt das Wort „Holiday“ allerdings besser als „Christmas“. Oder hängt diese gewisse Neutralisierung damit zusammen, dass Weihnachten seinen ursprünglichen Wert für Christen immer mehr verliert?

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    Andersgläubige, Wintermarkt, Weihnachtsmarkt, Unsicherheiten, Weihnachtsmann, Weihnachten, Muslime, Coca-Cola, deutsche Bundesregierung, Coca Cola, Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, Hasselt, Gent, Kreuzberg, Malmö, England, Duisburg, Antwerpen, Schweden, Großbritannien, Berlin, Deutschland, USA