19:35 21 Januar 2019
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    Zukunftsangst nimmt zu – Stimmung der Deutschen so trübe wie seit Jahren nicht mehr

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    Gesellschaft
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    Die Stimmungslage in Deutschland ist so schlecht wie seit fünf Jahren nicht mehr. Kaum 17 Prozent der Befragten sehen dem kommenden Jahr mit großer Zuversicht und Optimismus entgegen und erwarten bessere Zeiten. Vor fünf Jahren war noch fast die Hälfte der Bevölkerung eher optimistisch eingestellt.

    Dies hat eine repräsentative Umfrage des Hamburger Forschers Horst Opaschowski mit dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos ergeben. Dabei sieht nur ein Viertel der unter 20-Jährigen zuversichtlich in die Zukunft. Bei der 65plus-Generation sind es nur zehn Prozent. Im Jahr 2014 hatte der Anteil der Optimisten noch 45 Prozent betragen.

    Eine breite Mittelschicht lebe derzeit nach dem Paternoster-Prinzip, kommentierte Opaschowski die Ergebnisse seiner Umfrage. Sie fahre mit dem Paternoster nach oben, sei sich aber sicher, dass es auch wieder abwärtsgehe, sobald man oben angekommen sei.

    Viele befürchten größere Kluft zwischen Arm und Reich

    2015 soll die Flüchtlingsdebatte zu einem Stimmungseinbruch geführt haben. Heute befürchte die gute Hälfte der Befragten, dass die wachsende Fremdenfeindlichkeit gegenüber den Zuwanderern den sozialen Frieden gefährden könnte. Die Mehrheit habe begriffen, dass Deutschland ohne Zuwanderung nicht auskommen würde, aber noch seien keine verbindlichen Umgangsregeln gefunden worden, so Opaschowski.

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    Dabei wünschte sich die Bevölkerung von den Zuwanderern etwas mehr Zugehörigkeit zu Deutschland. Sie erwarte, dass diese sich zu wenigstens 51 Prozent dem Land verbunden fühlten.

    Obwohl viele in Deutschland ganz gut leben, würden 66 Prozent der Befragten befürchten, dass die Kluft zwischen Arm und Reich zunimmt – das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das lässt sich mit dem vom Ipsos-Institut erstellten Nationalen Wohlstandsindex begründen. Demnach verfügt jeder zweite Deutsche nicht über Eigentum in Form von Wohnung, Haus oder auch nur Auto. Jeder Zweite habe auch finanzielle Sorgen und Angst vor der Zukunft. „Es fehlt den Menschen an Rücklagen und Absicherungen“, beschließt Opaschowski. Die Politik müsse auf diesem Gebiet mehr tun.

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    Tags:
    Meinungsforschung, Zukunft, Zuwanderungskrise, Unsicherheiten, Wohlstand, Fremdenfeindlichkeit, Angst, Armut, Zuwanderung, Meinungsforschungsinstitut IPSOS, Hamburg, Deutschland