12:05 23 Januar 2019
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    Unterstützerin des Präsidenten Wladimir Putin in Wien, Österreich (Archiv)

    Russland genießt in Österreich höheres Ansehen als die USA – CNN-Studie

    © AFP 2018 / JOE KLAMAR
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    Nikolaj Jolkin
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    Die Österreicher sehen Russland deutlich positiver als die USA. Dies zeigte eine Studie des US-Nachrichtensenders CNN. Demnach haben 18,5 Prozent der Österreicher eine positive Meinung von Russland, aber nur 17,5 Prozent von den USA.

    Das liege zum Teil daran, erörterte im Sputnik-Interview Peter Presinger, Präsident der Österreichisch-Russischen Gesellschaft (ÖRG) in Steiermark, „dass die Vereinigten Staaten jetzt einen etwas sonderbaren Präsidenten haben. Und das liegt auch daran, dass schon seit vielen Jahren die Menschen hier verstehen, dass Russland nicht immer negativ zu beurteilen ist, sondern sehr viel Positives leistet.“

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    Presinger ist der Auffassung, dass „der russische Präsident durchaus ein Faktor für Stabilität in Europa und der Welt ist. Und die Österreicher, und nicht nur Österreicher, haben eine andere Meinung als vielfach in den Medien publiziert wird.“ An Gesprächen mit Freunden und in den Vereinen merke er oft, dass die veröffentlichte Meinung nicht unbedingt auch die öffentliche Meinung sei. „Die Menschen können Russland durchaus etwas abgewinnen. Ich merke das auf meinen Reisen und durch den Zuspruch, den ich, an E-Mails und in den Netzen oft bekomme, dass die Russen in Österreich einen höheren Stellenwert haben, als das in den Medien zum Ausdruck kommt. Die Meinung der Menschen ist nicht unbedingt die Meinung, die in den Medien oft verbreitet wird.“

    Die Tatsache, dass fast 50 Prozent der Österreicher sogar eine Abneigung gegen die Amerikaner haben, erklärte der ÖRG-Chef (Steiermark) dadurch, „dass die Menschen hier vielfach verstehen, dass von der amerikanischen Seite oft sehr viel Negatives gemacht wird.“ Er erinnere an Guantanamo und viele Aktionen, wo die Amerikaner beteiligt gewesen seien, „und die Situation war nachher schlechter als vorher, zum Beispiel im Nahen Osten.“

    Nach der Aktion der Amerikaner in Libyen habe es nur Chaos gegeben, so Presinger. „Vorher gab es einen Diktator, das ist richtig, aber es gab mehr Ruhe und Verlässlichkeit. Oder nehmen wir den Irak. Ja, unter Saddam Hussein war es nicht gut. Er war ein Verbrecher, ein Diktator, das wissen wir, aber nach der Aktion der Amerikaner und der Briten gab es da auch das totale Chaos. Und das verstehen die Menschen in Österreich.“

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    Für das nächste Jahr wünscht sich Peter Presinger, dass der amerikanische Präsident mit etwas mehr Pragmatismus agiere, dass er nicht zu sehr immer gegen Russland sei. „Wobei ich sagen möchte, dass er vielfach auch nicht seine eigene Meinung vertritt. In Amerika werden auch Präsidenten von irgendwelchen Gruppen ja gelenkt, das wissen wir. Und noch erwarte ich mir vom nächsten Jahr, dass Russland in der öffentlichen Wahrnehmung Schritt für Schritt immer gerechter beurteilt wird, dass man die positiven Seiten an Russland im Westen akzeptiert.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Ansehen, Chaos, Umfrage, Donald Trump, Wladimir Putin, Guantanamo, Libyen, Irak, Österreich, USA, Russland