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    „Baba Wanga“ von der Saxo Bank: Düstere Prognosen für Deutschland, Tesla und Netflix

    © REUTERS / John Thys/Pool
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    2019: Deutschland schlittert in eine Rezession, US-Präsident Trump feuert den Chef des Federal Reserve System, Apple kauft den Problem-Konzern Tesla und Ökonomen verzichten auf BIP-Statistiken. Außerdem wird die westliche Hemisphäre von einem massiven Sonnensturm heimgesucht, der viele Satelliten vernichten und einen Verkehrskollaps auslösen kann.

    All das sind Prognosen für 2019, die in den alljährlichen „Outrageous Predicitions“ (ungeheuerliche Vorhersagen) der dänischen SaxoBank enthalten sind. Damit will die Bank die Leser dazu bewegen, sich abseits von offiziellen Prognosen Unmögliches vorzustellen. Sputnik hat sich mit den Vorhersagen zum gerade begonnenen Jahr auseinandergesetzt.

    Trump schickt Fed-Chef in die Wüste

    Die von Analysten der dänischen Investitionsbank beschriebenen Ereignisse gelten zwar als „unwahrscheinlich“, könnten dennoch die internationalen Finanzmärkte „sehr stark beeinflussen“. In dem Dokument wird unterstrichen, dass politische Veränderungen spontan erfolgen könnten, wobei negative Prozesse in der Weltwirtschaft „viel zu weit gegangen sind“.

    Eine der wichtigsten Prognosen gilt US-Präsident Donald Trump: Dieser könnte nämlich den Leiter des Federal Reserve System (US-Notenbank), Jerome Powell, entlassen, der ständig für seine zu harte Geldpolitik kritisiert wird. Powell könnte durch den Präsidenten der Federal Reserve Bank of Minneapolis, Neel Kashkari, ersetzt werden.

    „Die Erhöhung des Leitzinssatzes im Dezember wäre der letzte Tropfen, und die US-Wirtschaft bzw. Aktienkurse würden im ersten Quartal 2019 rasch einstürzen. Bis zum Sommer könnte der Aktienmarkt seinen Tiefpunkt erreichen“, so die Autoren des Berichts.

    Auf die Leitzinserhöhung im Dezember reagierte der US-Aktienmarkt mit einem Einsturz, und Präsident Trump nannte das „völlig schrecklich“. Die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass der US-Staatschef Powells Entlassung erwägen würde. Offiziell wurde das zwar nicht bestätigt, und Finanzminister Steve Mnuchin beteuert, dass Trump so etwas nie vorgeschlagen hätte. Allerdings hatte der Präsident schon öfter erklärt, dass gerade das Federal Reserve „die US-Wirtschaft töten“ würde.

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    Apple übernimmt Tesla

    Tesla-Gründer Elon Musk hat 2018 „das schlimmste Jahr“ in seinem Leben genannt, nämlich wegen der mit der Produktion des Elektrofahrzeugs Model 3 verbundenen Probleme. Die Tesla-Verluste werden jedes Vierteljahr immer größer, aber 2019 könnten die Probleme ein Ende finden.

    Nach Auffassung der SaxoBank-Experten könnte der Computerriese Apple tief in die Tasche greifen und die nötigen 237 Milliarden Dollar finden. „Tesla braucht Geld, und Apple will sein eigenes Ökosystem erweitern und über Smartphones, Notebooks und den damit verbundenen Zubehör hinausgehen. Es ist offensichtlich, dass das Automobil der nächste Schritt wird“, so der Bericht.

    Apple zeigte schon 2014 Interesse am Automobilmarkt, als die Software Apple CarPlay erschien, dank der ein Smartphone an ein Fahrzeug angeschlossen werden kann. Zudem gibt es Gerüchte, Apple würde schon seit mehreren Jahren ein fahrerloses Elektrofahrzeug entwickeln. Das entsprechende Projekt soll Titan heißen.

    Nach Einschätzung der SaxoBank würde eine Tesla-Aktie bei diesem Deal 520 Dollar kosten, also 40 Prozent mehr als der Nennpreis und 100 Dollar mehr als der Preis, der im entsprechenden Twitter-Beitrag Musks erwähnt wurde, in dem er die Absicht zum Tesla-Abzug von der Börse zum Ausdruck gebracht hatte.

    Apples finanzielle Möglichkeiten könnten es Elon Musk ermöglichen, „seine kühnsten Träume in Erfüllung zu bringen“, meinen die SaxoBank-Analysten. Für den Anfang könnte der Konzern mehrere neue Betriebe in Europa und China bauen.

    Deutschland könnte in Rezession rutschen

    Pessimistisch zeigen sich die Experten hinsichtlich der Bundesrepublik, die bekanntlich die wichtigste Treibkraft der Europäischen Union ist. Im dritten Quartal 2019 erwarten sie eine Rezession in Deutschland, die namentlich durch eine Krise der Automobilbranche ausgelöst werde.

    „Deutschland liegt in solchen Aspekten wie Verwendung von Hochtechnologien in seinen Autos und Übergang zu Elektrofahrzeugen zurück“, erläutern die Saxo Bank-Analysten. Ihnen zufolge werden in der Welt gegen 2040 etwa 55 Prozent aller neuen Autos auf Elektrofahrzeuge entfallen, und in Deutschland ist die Situation alles andere als fortschrittlich. Eine negative Rolle könnten auch die in den USA verhängten Importzölle für deutsche Autos spielen.

    Und schließlich werden sich die antiglobalistischen Stimmungen spüren lassen, die 2019 voraussichtlich ihren Höhepunkt erreichen. In den Vordergrund wird unter anderem der Kampf um die Umweltfreundlichkeit treten, und dieser Trend ist das Gegenteil dazu, was Deutschlands Führungsrolle auf dem Weltmarkt seit den 1980er-Jahren sicherte.

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    Verzicht auf BIP-Berechnung

    Die Saxo Bank-Experten schließen darüber hinaus nicht aus, dass der Internationale Währungsfonds und die Weltbank auf die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts verzichten werden, weil es nicht mehr in der Lage ist, den Zustand der Wirtschaft angemessen widerzuspiegeln.

    Statt dem BIP, das den Marktwert aller Produkte und Dienstleistungen widerspiegelt, könnten der IWF und die Weltbank die Arbeitsproduktivität berechnen: Davon hängen der Wohlstand und der Gesundheitszustand der Menschen ab, und sie kennzeichnet die Dynamik des Produktionspotenzials der Wirtschaft.

    Globale Verkehrssteuer

    Zu einem großen Problem könnten im neuen Jahr die immer größeren CO2-Emissionen werden – angesichts der Prognosen, der kommende Sommer könnte enorm heiß werden, könnte in Europa eine „Umweltpanik“ ausbrechen. Angesichts dessen könnte eine globale Verkehrssteuer für Flugtickets und für große Schiffe eingeführt werden.

    Der Steuersatz würde dann von der CO2-Emission abhängen, erläuterte man bei der SaxoBank. Es geht um 50 Dollar pro Tonne – doppelt so viel, wie früher vorgeschlagen (25 Dollar) und mehr als dreimal so viel, wie das europäische „Emissionshandelssystem“ (15 Dollar) vorsieht. Das würde zu einer Erhöhung der Ticket-, aber auch der Lebensmittelpreise führen.

    Sonnensturm könnte GPS-Satelliten vernichten

    Die am apokalyptischste Prognose der SaxoBank sieht vor, dass die westliche Erdhalbkugel von einem enorm starken Sonnensturm betroffen werden könnte.

    Die Analysten erläuterten, dass 2019 der 25. Zyklus der Sonnenaktivität beginne, so dass ein solcher Sonnensturm durchaus möglich wäre. Er würde die meisten Kommunikationssatelliten vernichten.

    In diesem Fall würde die Verkehrs- und Elektro-Infrastruktur der westlichen Hemisphäre im Chaos versinken. Der Flug- und terrestrische Verkehr, der von GPS-Satelliten abhängt, würde lahmgelegt. Die damit verbundenen Schäden schätzen die SaxoBank-Experten auf zwei Billionen Dollar.

    General Electric und Netflix als Opfer von Krise auf US-Anleihenmarkt

    Anleger könnten das Vertrauen in General Electric verlieren. Das würde dazu führen, dass die Investoren dem hochverschuldeten Konzern immer weniger Geld leihen. Die Pleite des Unternehmens würde zu einem dramatischen Anstieg der Zinsen für US-Unternehmen führen. Diese Schockwelle erreicht auch den ebenfalls hochverschuldeten Streaming-Anbieter Netflix, dessen Aktie infolge eines eingeleiteten Sparkurses abstürzt.

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    Tags:
    Kollaps, Börse, Rezession, Krise, CO2, Internationaler Währungsfonds (IWF), Tesla, US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Apple, Elon Musk, Donald Trump, Sonne, Deutschland, USA