15:42 15 November 2019
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    Polizisten auf dem Weihnachtsmarkt in Deutschland (Archiv)

    Flächendeckende Vertrauens-Erosion“ der Deutschen gegenüber Institutionen – Umfrage

    © AFP 2019 / Odd ANDERSEN
    Gesellschaft
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    Eine Umfrage des RTL/n-tv-Trendbarometers hat ergeben, welchen gesellschaftlichen Institutionen die Deutschen am meisten vertrauen und wie sich die diesbezüglichen Werte gegenüber dem Vorjahr verändert haben. Die Ergebnisse der Studie wurden auf dem Presseportal veröffentlicht.

    An der Umfrage, die von dem Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL/n-tv vom 19. Dezember 2018 bis zum 2. Januar 2019 durchgeführt wurde, nahmen 2515 Menschen teil. Laut der Studie ist diesmal das Vertrauen zu fast allen gesellschaftlichen Institutionen wesentlich geschrumpft.

    Die „Vertrauensliste" wird von der Polizei angeführt, die 78 Prozent erreichte. Ihr folgen die Universitäten und Ärzte mit jeweils 77 Prozent. Allerdings hat sogar die Polizei im Vergleich zum vergangenen Jahr fünf Prozentpunkte eingebüßt.

    Oktoberfest (Archivbild)
    © AFP 2019 / CHRISTOF STACHE

    66 Prozent der Befragten vertrauen ihren eigenen Arbeitgebern, ein gleichwertiger Anteil der Bevölkerung hat Vertrauen in kommunale Unternehmen. Bei den „eigenen Arbeitgebern" und „kommunalen Unternehmen" machen die Verluste neun beziehungsweise sechs Prozent aus.

    Bei den Schulen sowie beim Radio äußerten sich 53 beziehungsweise 51 Prozent der Befragten positiv. Somit ist ein Rückgang von zehn beziehungsweise fünf Prozentpunkten auszumachen.

    Die Krankenkassen und Gewerkschaften erreichten jeweils 46 Prozent. Die Presse erreichte zwar lediglich 41 Prozent, kann jedoch trotzdem einen Anstieg um einen Prozentpunkt vorweisen.

    Einen der größten Vertrauensverluste erlitt die Bundeswehr, deren Rating gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozentpunkte auf 40 Prozent sank.

    Der Negativrekord geht jedoch auf das Konto des Papstes, der mit einem Rückgang von 20 Prozentpunkten lediglich 34 Prozent der Befragten für sich gewinnen konnte. Das Vertrauen in die Katholische Kirche schrumpfte um gut ein Drittel (neun Prozentpunkte) und ging auf 18 Prozent der Deutschen zurück. Auch bei der Evangelischen Kirche sieht es nicht viel besser aus — 38 Prozent, was einen Rückgang von 10 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres bedeutet.

    Der Zentralrat der Juden sowie der Zentralrat der Muslime büßten im Vergleich zum Vorjahr drei beziehungsweise vier Prozentpunkte ein. Sie wurden von 34 beziehungsweise neun Prozent der Befragten als vertrauenswürdig erachtet.

    30 Prozent der deutschen vertraut den Unternehmern, 27 Prozent dem Fernsehen und je 18 Prozent den Banken und Versicherungen.

    Laut dem Chef der forsa, Prof. Manfred Güllner, werden die Deutschen bereits seit mehr als einem Jahrzehnt zu ihrem Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen befragt. „Eine derart flächendeckende Vertrauens-Erosion wie in diesem Jahr haben wir in diesem Zeitraum noch nie gemessen", betonte er.

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    Tags:
    Vertrauenskrise, Vertrauen, Studie, Verluste, Umfrage, Forsa, Deutschland