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04:01 19 September 2019
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    Proteste und Zusamenstöße mit der Polizei vor dem griechischen Parlament in AthenBei Ausschreitungen in Athen verletzter Sputnik-Mitarbeiter Kostis Ntantamis

    Ausschreitungen in Athen wegen Umbenennung Mazedoniens

    © AFP 2019 / Aris MESSINISEurokinissi
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    In Athen ist es wegen des Mazedonien-Streits zu Ausschreitungen gekommen. Zehntausende waren am Sonntag auf die Straße gegangen, um gegen ein Abkommen zu demonstrieren. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Ein Sputnik-Korrespondent vor Ort wurde verletzt und befindet sich zur Behandlung in einem Krankenhaus.

    Es handelt sich um den Griechen Kostis Ntantamis, einen für Fotoreportagen zuständigen freien Mitarbeiter von Sputnik.

    >>>Mehr zum Thema: Wegen Mazedonien-Abkommen: Griechischer Verteidigungsminister tritt zurück<<<

    Nach vorläufigen Angaben soll eine kleine Gruppe von Randalierern von ihm die Herausgabe seiner Kamera gefordert haben. Der Fotograf weigerte sich und wurde daraufhin tätlich angegriffen. Ntantamis’ Begleiter unterstützten ihn und wurden ebenso attackiert. Die Demonstranten konnten mit der gestohlenen Kamera fliehen.

    Bei Ausschreitungen in Athen verletzter Sputnik-Mitarbeiter Kostis Ntantamis
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    Bei Ausschreitungen in Athen verletzter Sputnik-Mitarbeiter Kostis Ntantamis

     

    Später wurde Ntantamis in ein Krankenhaus gebracht und hatte von dort aus mitgeteilt, ein Neurologe habe ihm empfohlen, im Laufe von zwei Tagen zu Hause ärztlich behandelt und beobachtet zu werden.

    Inzwischen äußerte sich der Griechische Bildreporterverband (EFE) zu dem Zwischenfall:

    „Der Angriff auf Bildreporter während der Kundgebung in Athen war geplant, die Journalisten waren das Ziel der Angreifer", heißt es in einer Mitteilung der Organisation.

    Die Angreifer hätten Bilder von Journalisten bei sich gehabt, teilte der EFE unter Verweis auf Augenzeugen des Zwischenfalls mit.

    Der EFE äußere seine Entrüstung und lehne solche faschistischen Handlungen ab, heißt es weiter. „Wir fordern alle demokratischen Kräfte im Land dazu auf, diese Attacke zu verurteilen und zu überlegen, ob ihre eigene Rhetorik solche Vorfälle und solche faschistischen Angriffe auf Menschen, auf die Pressefreiheit sowie auf die Demokratie als solche fördern könnte".

    Zehntausende waren am Sonntag auf die Straße in der griechischen Hauptstadt gegangen, um gegen ein Abkommen zu demonstrieren. Sie waren aus dem ganzen Land zu dem zentralen Platz in der Hauptstadt vor dem Parlament gereist, um ihrem Unmut Luft zu machen. Viele schwenkten die Fahne Griechenlands.

    „Wir können unser Mazedonien, unsere Geschichte nicht hergeben”, zitiert die Agentur Reuters Amalia Davrami, eine 67-jährige Rentnerin. „Mazedonien ist griechisch, Punkt.”

    >>>Mehr zum Thema: Namensänderung Mazedoniens: Moskau kritisiert Eile des Westens<<<

    Griechenland und Mazedonien hatten sich vergangenes Jahr auf einen Kompromiss geeinigt, der die Umbenennung Mazedoniens in Republik Nord-Mazedonien vorsieht. Das Abkommen sieht auch vor, dass Griechenland seinen Widerstand gegen eine Aufnahme des Nachbarn in die EU und die Nato aufgibt. Das mazedonische Parlament hat der Namensänderung zugestimmt. Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras überstand am Mittwoch eine Vertrauensabstimmung, die den Weg für die Unterzeichnung des Abkommens frei machte.

    Zusammenstöße der Protestierenden mit der Polizei in Athen
    © AFP 2019 / Louisa GOULIAMAKI
    Zusammenstöße der Protestierenden mit der Polizei in Athen

    >>>Mehr zum Thema: Premierminister Tsipras stellt Vertrauensfrage im griechischen Parlament<<<

    Der Namensstreit tobt seit 1991. Damals wurde Mazedonien im Zuge des Zerfalls Jugoslawiens unabhängig. Viele Griechen befürchten Gebietsansprüche des Nachbarn, da es im Norden Griechenlands eine Region gibt, die ebenfalls Mazedonien heißt. Bis heute wiegen diese Bedenken schwer.

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    Tags:
    Ausschreitungen, Proteste, Athen, Griechenland